Ihr Internet-Account wird heruntergefahren!

von Torsten Kieslich

 am 04.03.2010

Wieder einmal warnt Spamfighter vor gefährlichen Spam-Mails, die in großen Mengen die elektronischen Postfächer fluten. In den Mails wird dem Empfänger mitgeteilt, dass sein Internet-Account schon bald aufgrund illegaler Aktivitäten stillgelegt wird. Wer nicht weiß, was er getan hat, könne einen Report im Internet einsehen. Vorsicht: Ein Klick auf die angebotene Web-Adresse kann gefährlich sein. Brisant sind die Mails, weil ein solches Verfahren tatsächlich in vielen Ländern diskutiert wird.

Die meisten Anwender sind froh, dass ihr Computer funktioniert und das tut, was er soll. Umso schlimmer wiegt da die Androhung, dass dies in Kürze nicht mehr der Fall sein soll.

Von dieser Angst zehrt eine neue Spam-Welle, die per Mail damit droht, demnächst den Internet-Account der Mail-Empfänger stillzulegen, weil sie angeblich illegale Aktivitäten am Rechner ausgeführt haben. Wer es angesichts dieser Drohung mit der Angst bekommt, findet in der Mail einen Link. Dieser führt auf eine Web-Seite, auf der vermeintlich die eigenen kriminellen Online-Aktivitäten der letzten sechs Monate protokolliert sein sollen. Natürlich stecken hinter diesen Links nur Seiten mit gefährlicher Malware. In manchen Spam-Mails wird geschrieben, dass der Anwender widerrechtlich Copyright-geschütztes Material heruntergeladen habe - z.B. Filme oder Musiktitel. Da viele Anwender verunsichert sind und nicht genau wissen, ob sie in der Vergangenheit vielleicht unbewusst doch etwas Verbotenes im Netz getan haben, klicken sie voreilig auf den angebotenen Link - und laufen Gefahr, sich einen gefährlichen Trojaner oder eine andere Malware "einzufangen".

Die meist englischsprachigen Mail sind auch brisant, weil in vielen Ländern immer wieder heftig darüber diskutiert wird, ob es nicht sinnvoll wäre, tatsächlich einfach Rechner vom Internet abzukoppeln, die etwa als Teil eines Botnets identifiziert worden sind. Millionen Rechner auf der ganzen Welt sind inzwischen "Zombies", ohne dass es die Anwender wissen. Sie wurden von einem Trojaner infiziert und versenden nun Millionen Spam-Mails am Tag oder beteiligen sich an Cyber-Attacken, ohne dass die Besitzer es mitbekommen. Die Argumentation verläuft so: Würde man diese Rechner vom Internet abkapseln, könnte man viele kriminelle und destruktive Aktivitäten im Web im Keim ersticken.

Das gleiche Argument greift auch bei illegalen Downloadern. Studien aus England belegten, dass 70 bis 80 Prozent der Anwender nach dem Empfang einer Warnung damit aufgehört haben, illegal Raubkopien aus dem Internet zu fischen. Würde man diesen Anwendern im nächsten Schritt den Internet-Zugang kappen, könnte auch das illegale Downloaden sehr schnell eingedämmt werden. Doch diese Ideen befinden sich bislang nur im Diskussionsstadium und finden nicht nur Befürworter. (tok)

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