Die Trends und Themen der CeBIT 2010

von Torsten Kieslich

 am 08.03.2010

Die Trends und Themen der CeBIT 2010 spannten einen Bogen vom App-Boom über 3D-Technologien bis zum digitalen Gesundheitsassistenten. Bei den Business-IT-Lösungen standen Cloud-Computing, SaaS, ERP-Lösungen mit neuen Funktionalitäten und energieeffiziente Virtualisierungssysteme im Vordergrund.

Die Leitmesse für die digitale Wirtschaft zeigte, wie das mobile Internet mit einer Fülle von Anwendungen und Services unseren Alltag revolutioniert. Apps, jene praktischen Mini-Programme, die sich mit wenigen Fingertipps auf die Smartphones der neuesten Generation laden lassen, sind ein Milliardengeschäft. Allein in diesem Jahr werden die Handy-Nutzer rund 4,5 Milliarden Apps aus dem Internet laden. 2013 werden es schon über 21,6 Milliarden sein - ein Plus von 380 Prozent (Studie: Gartner). Auf der CeBIT wurden zahlreiche Apps präsentiert - vom Lotsen durch die auch im mobilen Web boomenden sozialen Netzwerke über Augmented-Reality-Lösungen, die reale Bilder mit Infos aus dem Netz verknüpfen, bis zu Popstar-Apps, die ein Top-Thema auf der erstmals veranstalteten Musikmesse CeBIT Sounds! waren.

Die ‚Webciety’ mit all ihren Möglichkeiten zur Vernetzung sorgt aber nicht nur für grenzenloses Entertainment über alle technischen Plattformen hinweg. Viele Aussteller präsentierten auf der CeBIT 2010 Tools zur sicheren Datenspeicherung im Netz (Cloud Computing), die überall den Zugriff per Smartphone, Netbook oder Laptop erlauben. Dazu kommen intelligente Content-Management-Systeme, die sämtliche Medienkanäle bedienen und die Inhalte automatisch an jedes gewünschte Ausgabegerät weitergeben - vom Printprodukt bis zum Handy.

Die auf der CeBIT 2010 vorgestellten Handys kann man durchaus als Mini-PCs mit Telefonanschluss bezeichnen. Dank einer Prozessorleistung von bis zu einem Gigahertz verarbeiten die Geräte mehrere Kommandos gleichzeitig und bieten vielfältige Verbindungen. So sind die aktuellen Modelle mit WLAN-Schnittstellen und HSPA-Funkmodul (Übertragungsleistung: bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde) für den schnellen drahtlosen Zugang ins Internet ausgestattet. Der nächste Ausbauschritt der mobilen Breitbandnetze (HSPA+ mit bis zu 42 Mbit/s) soll noch in diesem Jahr erfolgen. In mehreren Showcases zeigte die CeBIT 2010 auch schon die Zukunft des Mobilfunks: Der UMTS-Nachfolger Long Term Evolution (LTE) ermöglicht Download-Geschwindigkeiten von bis zu 100 Mbit/s. Mit diesem Datendurchsatz sollen dann Live-TV in HD-Qualität und Online-Spiele auf dem Handy Realität werden.

Als weitere Highlights boten die meisten auf der CeBIT 2010 gezeigten Smartphone-Neuheiten Touchscreen-Bildschirme mit komfortabler Bedienung per Fingertipp. Bei den Bildschirmen ging der Trend in Hannover eindeutig zu AMOLED-Displays (Active Matrix Organic Light Emitting Diode). Diese Bildschirmtechnik ermöglicht ein helleres Bild, bessere Farben, schnellere Reaktionszeiten und einen deutlich geringeren Stromverbrauch. Publikumslieblinge auf der diesjährigen CeBIT waren auch die kompakten Netbooks, die in jeder Tasche Platz finden und sich leistungsmäßig immer stärker an die deutlich teureren "ausgewachsenen" Mobilrechner heranpirschen. Bei vielen der praktischen Mini-Rechner sitzen mittlerweile Grafik- und Hauptprozessor auf einem Chip. Dadurch sparen die Anbieter nicht nur Platz auf der Hauptplatine, sondern senken auch den Energiebedarf, was eine deutlich längere Akku-Laufzeit zur Folge hat.

Einer der großen Trends der CeBIT 2010 war das Thema 3D. In ihrem Schwerpunkt "Next Level 3D" zeigte die Messe, was es derzeit an passender Hard- und Software fürs Heimkino und professionelle Anwender zu kaufen gibt. Die Bandbreite reichte von 3D-fähigen Computermonitoren über Beamer bis zu hochwertigen Gaming-Notebooks. Um die packenden, dreidimensionalen Szenen aktueller Spiele-Bestseller am PC erleben zu können, liefern einige Hersteller die passende 3D-Brille gleich mit. Darüber hinaus waren auf der CeBIT 2010 die ersten Kompaktkameras zu sehen, die Fotos und Videos in 3D aufnehmen können - teilweise sogar in HD-Auflösung (1280 x 720 Pixel). Auch die neuen 3D-Projektoren, die Filme und Spiele in dreidimensionalen HD-Bildern auf die Wohnzimmerwand projizieren, zogen das Publikum an.

Im "future parc" der CeBIT 2010 wurde die XML3D-Technologie vorgeführt, die das Internet-Format HTML um 3D-Fähigkeiten erweitert. Damit lassen sich schon jetzt entsprechende Elemente in jede Website einbauen. Als Zentrum für Innovationen war die Zukunftsschau auch in diesem Jahr ein Besuchermagnet. Auf rund 6.000 Quadratmetern stellten Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Ministerien zukunftsweisende Projekte vor. Das CeBIT-Motto "Connected Worlds" war in diesem Bereich allgegenwärtig. So entführte die Sonderschau "Connected Living" die Besucher in die Lebenswelt von Morgen, in der verschiedene Hausgeräte in der Lage sein werden, sich untereinander zu verständigen - vom digitalen Energieassistenten, der den sparsamen Umgang mit Heizung und Beleuchtung überwacht, bis zur virtuellen Küchenhilfe, die Tipps für eine gesunde Ernährung liefert. (tok)

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