Webcams im Test - weit entfernt von Full HD

von Torsten Kieslich

 am 27.07.2010

Webcams gehören mittlerweile zur Standard-Ausrüstung eines jeden PCs oder Laptops. So kommt es auch, dass heute viele Notebooks bereits mit einer integrierten Webcam ausgestattet sind. Nach und nach drängen aber nun Cams auf den Markt, die den in jedem Elektronik-Segment beliebten Beisatz „High Definition“ tragen, berichtet das Preisvergleichsportal GetPrice.de.

Skype, Videotelefonie und Video-Blogging also fortan in hoher Auflösung? Diese Frage lässt sich mit einem klaren Jein beantworten. Wer bei „High Definition“ von „Full HD“, also von 1920 x 1080 Bildpunkte ausgeht, der muss enttäuscht werden. Viele Webcams sind zwar HD-fähig, doch liegt die maximale Auflösung bei 720p.

Die meisten Webcams kommen nicht auf mehr als 640 x 480 Bildpunkte und verfügen somit über kein „High Definition“. In Zeiten von ultra-scharfen Blue-Rays und gestochen scharfen 3D-Fernsehern wirkt das wie ein Pixelbrei.

Wieso ist Full-HD in jedem Segment angekommen, nur die klassische Live-Webcam kommt da nicht mit? Bei vielen Webcams ist die Auflösung vom verwendeten Clienten abhängig. Skype bespielsweise weist ein Auflösungsmaximum von 640 x 480 Bildpunkten auf, genauso verhält es sich bei vielen anderen Videotelefonie-Programmen. Die Leistungsfähigkeit der Computer oder die Datenrate des Internets kann zumindest nicht als Ursache herangezogen werden.

Welche Webcam erreicht denn überhaupt die 720p? Die „Logitech Webcam Pro 9000“ erweist sich dabei als eine der besten Cams auf dem Markt. Zwar wird auch hier von einer Auflösung von 1600 x 1200 Pixel gesprochen, als Live-Cam lassen sich aber nur maximal 720p erreichen. Da der Markt aber keine Full-HD-Webcams bietet, ist die Cam von Logitech empfehlenswert.

Die Kamera ist ab 60 Euro zu bekommen und ist somit deutlich teurer als viele andere Kameras dieser Klasse. Konkurrenz wie die „Hercules Dualpix HD720p“ ist da mit einem Preis von 30 Euro deutlich günstiger. Wer auf eine höhere Auflösung verzichten kann und mit 680 Bildpunkten zufrieden ist, kann bei der Hercules beruhigt zugreifen.

HD ist also noch nicht überall angekommen. Insbesondere die Videotelefonie via Webcam arbeitet noch mit niedriger Auflösung und pixeligen Bildern. Wer gar nicht ohne HD kann, der muss ganz tief in die Tasche greifen. Professionelle Web-Communications-Systeme arbeiten mit höchster Auflösung, kosten jedoch auch mehrere tausend Euro. Der durchschnittliche Verbraucher muss sich also noch ein bisschen gedulden, bis Full-HD auch die Sparte der Webcams erreicht hat. (tok)

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