Achtung: Firmware-Update für Intel-SSDs birgt Probleme

03.11.2009

Bislang konnten es sich die besonders schnellen Solid State Discs (SSD) nur in einer Nische bequem machen, denn neben der hohen Anschaffungskosten war auch die Unterstützung durch Betriebssysteme eher mau.


Zwar können natürlich sowohl Windows Vista als auch Windows XP eine SSD als Datenträger ganz regulär ansprechen, doch erst mit Windows 7 soll sich die zur Verfügung stehende Leistung wirklich effizient nutzen lassen. So ist nämlich erst Windows 7 in der Lage, eine SSD von einer Festplatte zu unterscheiden, indem die Geschwindigkeit ermittelt wird, mit der sich die Magnetscheiben drehen. Da eine SSD keine Magnetscheiben besitzt, wird an Windows 7 logischerweise eine Rotationsgeschwindigkeit von Null gemeldet. Der Sinn und Zweck dieser Messung ist, dass bei einer SSD die automatische Defragmentierung abgeschaltet wird, da eine SSD davon nicht profitiert. Stattdessen wird die Lebensdauer durch die unnötigen Zugriffe beim Defragmentieren drastisch verkürzt.

Ist der zur Verfügung stehende Speicherplatz einer SSD nahezu erschöpft, so fallen die Transferraten in den Keller, da nicht mehr genügend freie Speicherblöcke zur Verfügung stehen. Die SSD kann also ihre volle Geschwindigkeit nicht mehr ausspielen, sodass Intel mit einem Firmware-Update Abhilfe schaffen wollte. Doch das Firmware-Update für Intels X-25-SSDs bereitete vielen Benutzern arge Kopfzerbrechen. Intel hat das Firmware-Update deshalb vorerst zurückgepfiffen und ist momentan noch mit der Suche nach dem Fehler beschäftigt.

Generell kann das Update der SSD-Firmware für einen nicht zu unterschätzenden Aufwand sorgen: So ist es etwa beim aktuellen Firmware-Update einer Supertalent UltraDrive GX-SSD notwendig, zuvor ein Backup anzulegen. Das Update entfernt nämlich den gesamten Inhalt der SSD. Natürlich ist verständlich, dass ein Firmware-Update für einen Datenträger es erforderlich machen kann, dass der Inhalt des Datenträgers gelöscht wird. Doch besonders komfortabel ist dies ganz gewiss nicht und der hohe Anschaffungspreis einer SSD dürfte vielen Anwendern sauer aufstoßen, wenn dann noch jede Menge Zeit fürs Anlegen von Sicherheitskopien draufgeht.

Die SSD-Kinderkrankheiten sind also noch nicht ausgemerzt, doch bislang haben SSD den Massenmarkt auch noch längst nicht erreicht. Die Preise beginnen zwar schon zu purzeln, doch diese Probleme beim Firmware-Update dürften sicherheitsbewusste Anwender verärgern. Wir halten Sie natürlich weiterhin auf dem Laufenden, denn SSDs gehört die Zukunft – aber dann bitte ohne Zicken.


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Tino Hahn
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