Das Ende einer Geräteklasse? Samsung lässt Netbooks sterben

30.11.2011

Netbooks haben sich als Geräteklasse scheinbar etabliert. Doch nun verkündet Samsung die Einstellung der Produktion. Was steckt dahinter?


Vor ein paar Tagen hat Samsung, einer der größten Hersteller von Netbooks, in einer E-Mail an Partnerunternehmen angekündigt, die Produktion von Netbooks nicht fortzuführen. Samsung teilt mit, dass die Produktion der kleinen, mobilen Computer mit dem 10-Zoll-Display im ersten Quartal enden wird. Das verwundert insofern, als dass Samsung mit Notebooks wie dem beliebten Samsung NC10, das sich über eine Million Mal verkauft hat, am Markt durchaus einen Erfolg hatte. Es können also keine konkreten wirtschaftlichen Gründe hinter dieser Entscheidung stecken, sondern eher marktstrategische. Es ist sicher, dass die anderen Netbook-Produzenten diese Entwicklung sehr genau beäugen. Betrachten wir Netbooks doch einfach mal aus Anwender-Sicht:

Ein großer Vorteil liegt im Preis, der rund 200 bis 300 Euro beträgt. Aber auch schon für deutlich unter 200 Euro sind Netbooks zu haben. Zudem sind Netbooks mit dem 10-Zoll-Display sehr handlich und bieten eine sehr lange mobile Einsatzzeit, da sie nicht mit einem Festplatten- und CD/DVD-Laufwerk ausgestattet sind.

Doch taugen Netbooks eben nicht für die Anwendungen, die von den meisten Anwendern eingesetzt werden. Das Betriebssystem ist in aller Regel eine Linux-Variante, wozu auch Android zählt. Windows-Programme laufen auf diesen Netbooks daher nicht. Zudem ist die Rechenleistung der Standard-Atom-CPUs auch vergleichsweise mau, auch die Grafikleistung hinkt hinter einfachen Notebooks hinterher.

Doch auch, wenn Samsung sich von Netbooks verabschiedet, so betonen die Koreaner doch, dass sie sich zukünftig auf Geräte im 11,6- und 12-Zoll-Format fokussieren möchten, die als „Ultrabooks“ oder „Ultraportable Notebooks“ bezeichnet werden. Nun ist der Unterschied in der Display-Diagonale zwischen 10,1- und 11,6-Zoll nicht gewaltig, jedoch liegt die Zukunft der Ultrabooks bei berührungsempfindlichen Bildschirmen und einem Betrieb mit Windows 8. Das bedeutet automatisch einen höheren Hardware-Aufwand, die Geräte werden grob betrachtet zwei- bis dreimal so teuer wie Netbooks sein. Samsung positioniert sich also mit der Ablösung der Netbooks frühzeitig im Marktsegment der Ultrabooks. Die Netbooks werden trotzdem in absehbarer Zeit nicht „sterben“, aber bald werden nur noch asiatische Billiglabels Netbooks produzieren. Wer einen leistungsfähigen 10-Zoll-Rechner mit Tastatur einsetzen möchte, kann als Ausweg ja auch auf einen Tablet-PC mit externer Tastatur ausweichen.


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