Faszinierende Möglichkeiten – Wie das Smart-Home zum Multimedia‐Tempel wird

24. Mai 2016

Mit Smart-Home wird das, was noch vor einigen Jahren Science-Fiction war, Realität: Ein Haus, in dem sich alles von überall her steuern lässt – auch im multimedialen Sinn. Doch was muss alles beachtet werden, damit dieser Tempel des Heimkinogenusses Wirklichkeit wird?

Faszinierende Möglichkeiten – Wie das Smart-Home zum Multimedia‐Tempel wird


DVDs von einem Abspielgerät überall im Haus gucken, unterschiedliche Musik auf drahtlose Lautsprecher senden und per Fingerwisch die Anlage der Kinder auf Normallautstärker herunterregeln. Das geht nur mit den vernetzten Möglichkeiten des Smart-Homes.

Mit Smart-Home wird das, was noch vor einigen Jahren Science-Fiction war, Realität: Ein Haus, in dem sich alles von überall her steuern lässt – auch im multimedialen Sinn. Doch was muss alles beachtet werden, damit dieser Tempel des Heimkinogenusses Wirklichkeit wird?

In vergangenen Jahrzehnten kam kaum ein futuristischer Film oder eine ähnliche TV-Serie ohne solche Szenen aus: Der Protagonist spricht ein paar Worte in den Raum und schon erschallen aus Lautsprechern die Klänge einer Ouvertüre. Ein anderer Bewohner sitzt noch am Arbeitsplatz, kann aber über den Computer verfolgen, was momentan zuhause geschieht – und sogar regulierend eingreifen, indem er die Stereoanlage seiner Kinder so herunterregelt, dass die Hausparty abrupten Abbruch findet.

Damals war es noch Hollywood-Fiktion, die heimische Unterhaltungselektronik von außerhalb des Hauses regeln zu können – heute ist diese Funktion einer der Standards beim Thema Smart-Home. Und wie das funktioniert und aufgebaut wird, zeigt der folgende Artikel.

 

(1) Das Smart-Home – ein Haus, fast so intelligent wie seine Bewohner

Smart-Homes ließen sich ohne die Digitalisierung der vergangenen Jahre kaum realisieren, doch wo liegen eigentlich die Wurzeln dieser „Wunderheime“?

1.1.Woher der Begriff „Smart-Home“ stammt

„Smart“ ist einer der englischen Begriffe, den viele verwenden, aber kaum die genaue Definition kennen: Für die meisten ist es die Übersetzung von „schlau“, zwar richtig, aber gleichzeitig umfasst dieses Wort noch viel mehr: Etwa „flink“, „aufgeweckt“, aber auch „clever“ und „intelligent“. So vielfältig wie dieses Wort ist auch das Smart-Home. Der Begriff entstand um die Jahrtausendwende, als Hersteller ein Wort suchten, um ihre neuen Vernetzungstechniken zusammenzufassen. „Dumb“ also dumm, waren Häuser, in denen der Lichtschalter nur einen Raum erhellen konnte, in denen die Heizungssteuerung noch im Keller und an den Heizkörpern händisch stattfinden musste.

Smart war und ist hingegen das Gegenteil: Das Smart-Home passt sich an, hat „intelligente“ Features, die sich „clever“ miteinander verbinden und zu einem großen Ganzen vernetzen.

1.2. Die Pionierzeit des „Smart-Home“ als „Haus der Gegenwart“

Los ging diese faszinierende Welt Anfang dieses Jahrtausends: 2001 wurde ein Architekturwettbewerb ausgerufen, der ein „Haus der Gegenwart“ für die 2005er Bundesgartenschau in München entwickeln sollte. Der zweitplatzierte Entwurf des Architekturbüros Allmann Sattler Wappner wurde auf dem BuGa-Gelände gebaut – und zeichnete sich unter anderem dadurch aus, dass sämtliche Elektroinstallationen von einer Stelle aus gesteuert werden konnten – ein absolutes Novum.

Ein Jahr nach der Bundesgartenschau baute die Telekom ihr „T-Com-Haus“ in Berlin, und demonstrierte darin, wie Vernetzung der Zukunft aussehen könnte. Und dieses Gebäude nahm auch bereits die wichtigsten Ideen von heute vorweg: Etwa das Steuern von Geräten über einen Computer oder die Kontrolle von unterwegs. Mit diesen beiden Häusern wurde das, was bislang Fiktion war, greifbare Realität.

 

1.3.Was alles für ein intelligentes Zuhause spricht

 

Natürlich ist auch 2016 ein Smart-Home noch ein Kostenfaktor, aber die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache:

  • Komfort: Jedes einzelne Smart-Home-Feature macht die Bedienung der Hausfunktionen komfortabler. Etwa die Beleuchtungssteuerung direkt im Flur, anstelle in jedem einzelnen Raum.
  • Sicherheit: Das Smart-Home ermöglicht die Vernetzung von Sicherheits-Features: Registriert etwa der Rauchmelder in der Küche „dicke Luft“, melden sich auch alle anderen Geräte im Haus und zusätzlich kann eine Alarm-Nachricht an das Handy des Besitzers geschickt werden. Gleichsam ermöglicht das auch, Sicherheit aus großer Distanz zu generieren: Etwa dann, wenn die Besitzer im Urlaub sind, das Haus aber durch automatisiertes Öffnen der Rollläden und Einschalten der Lichter Einbrecher abschreckt.
  • Umweltschutz: Gleichzeitig ermöglicht die komfortable Bedienung es auch aus der Ferne, Energie nur dann zu verbrauchen, wenn sie benötigt wird: Das Smart-Home kann selbstständig die Heizung herunterregeln, wenn die Besitzer das Haus verlassen – und schaltet sie erst dann wieder ein, wenn sie abends nachhause kommen. Das spart eine Menge Energie und schützt somit nicht nur Mutter Natur, sondern auch den Geldbeutel der Smart-Home-Eigner

(2) Die Grundlagen der Hausvernetzung

Grundlage jeglicher smarten Features, ist die Vernetzung der verschiedensten Geräte. Und das funktioniert auf mehreren Wegen.

2.1 Kabellose Hausautomation – Was der Funkstandard im Smart-Home bringt

Von der Installation her am komfortabelsten ist die Verbindung per Funk: Dadurch wird nicht nur vermieden, hunderte Meter Kabel durch das Haus zu verlegen, sondern, vereinfacht, vor allem die Integration neuer Geräte.

Das Problem: Alle Funktionen müssen eine „gemeinsame Sprache“ sprechen, der sogenannte Funkstandard. Allerdings möchten hier viele Hersteller eigene Wege gehen und entwickelten deshalb eigene Standards. Das macht es jedoch schwieriger, Geräte anderer Firmen zu implementieren. Wie die folgende Liste zeigt:

BidCoS: Ist einer der Standards, die nur mit einem System funktionieren, in diesem Fall den „HomeMatic“-Produkten.

Bluetooth: Kennt man von Handys und Freisprechanlagen und eignet sich auch für das Smart-Home, ist aber momentan noch zu wenig verbreitet.

EnOcean: Zeichnet sich vor allem durch Sparsamkeit aus: Es arbeitet nach dem Prinzip des „Energy Harvesting“, gewinnt also Strom aus der Umgebungstemperatur oder auch aus Licht.

KNX-RF: Hat vor allem zwei Vorteile: Es hat eine sehr hohe Verbreitung quer durch die Hersteller und eignet sich durch seine sendestarke Frequenz von 868,3MHz auch für große Häuser mit dicken Wänden.

WLAN: Ist in den meisten Häusern schon vorhanden und auf hohe Übertragungsraten ausgerichtet – soweit eigentlich ein Vorteil. Was es aber als Smart-Home-Funkstandard problematisch macht: WLAN verbraucht vergleichsweise sehr viel Strom und wird unter anderem deshalb von vielen Herstellern ignoriert.

ZigBee: Ist ein weiterer Standard mit hoher Verbreitung. Das liegt vor allem an der Einfachheit des Systems: Es entscheidet selbst, nach welchem Netzwerkschema es sich aufbaut. Und neue Geräte werden selbstständig implementiert.

Z-Wave: Hunderte Hersteller arbeiten als Z-Wave-Alliance zusammen, um all ihre Produkte für einen gemeinsamen Standard anzubieten. Das System gilt als besonders stabil, weil die Geräte auch untereinander vernetzt sind.

Unabdingbarer Schritt für die Einrichtung eines Smart-Homes ist also das genaue Wissen darüber, was implementiert werden soll. Eine gute Planung berücksichtigt deshalb auch das, was die Besitzer eventuell in Zukunft noch einbauen möchten: Heute sollen vielleicht nur die Unterhaltungsmedien vernetzt werden. In Zukunft kommt aber vielleicht auch eine Klimaanlage hinzu oder Überwachungskameras. Daher muss genau geprüft werden, welcher Standard was ermöglicht.

 

2.2 Hilfreicher Störfaktor? Das WLAN


WLAN ist eigentlich dank seiner Übertragungsraten ein perfekter
Funkstandard – aber zuviele nutzen es, sodass es im Smart-Home
zu störanfällig wäre und zudem braucht WLAN auch recht viel
Strom für ausreichende Sendeleistungen.

Wie bereits angesprochen, eignet sich auch das WLAN prinzipiell als Funkstandard für das Smart-Home. Allerdings müssen alle angeschlossenen Geräte mit dem Stromnetz verbunden sein, um dem Energiehunger des Systems Rechnung zu tragen. Gleichsam macht seine hohe Verbreitung eine Implementierung problematisch: Dadurch, dass praktisch jeder zuhause WLAN verwendet, können sich zwei ansonsten getrennte Netzwerke gegenseitig stören. Ein sehr interessanter Faktor dabei ist Regen: Wie dieser Artikel vermeldet, hat Wasser nämlich ebenfalls eine Frequenz von 2,4GHz und kann deshalb auch ein WLAN-Netzwerk stören.

2.3 Powerline – Das Stromnetz als Netzwerk

 

Eine interessante Alternative ist das „Powerline“-Prinzip. Hierbei fungieren die normalen Stromleitungen des Hauses als Überträger; An einer Steckdose wird ein Modulator angeschlossen. Dieser regelt ein Ethernet-Datensignal auf einen für die Stromleitung passenden Wert zwischen zwei und 68MHz herunter. Ein Demodulator, der an jede beliebige Steckdose des gleichen Hauses angeschlossen werden kann, wandelt das Signal wieder um und gibt sie an ein weiteres Gerät weiter. 


Durch Modulation können WLAN, HDMI und andere Signale über das
Stromnetz im Haus verteilt werden. Der Vorteil: Keine Neuverlegung
von Kabeln bei ähnlicher Flexibilität wie in einem Funknetzwerk.

Der Vorteil ist eine stabile Datenrate über Distanzen von mehr als 250 Metern ohne störende Einflüsse. Allerdings sollten Benutzer auch die Modulatoren mit den Regeln guter Web-Security behandeln, besonders dann, wenn es sich um einen Mehrparteienhaushalt handelt, bei dem ansonsten die Nachbarn über einen eigenen Modulator „mithören“ könnten – Passwortschutz ist also Pflicht.

2.4. Übertragungsgarant: Datenübertragung via LAN-Kabel

Die sicherste und stabilste Variante der Smart-Home-Vernetzung ist freilich die über LAN-Kabel. Jedes Gerät ist dann physisch mit einem Knotenpunkt verbunden. Das macht Abhören praktisch unmöglich – sofern keine Schnittstelle ins Web vorhanden ist, etwa um das Smart-Home per Handy zu steuern. Aber: Es bedeutet auch, dass im Haus umfangreich Kabel verlegt werden müssen. Deshalb muss auch von Anfang an der Umfang des Smart-Homes feststehen: Für jedes neue Gerät müssen weitere Kabel verlegt werden. Dieses Prinzip lohnt sich deshalb vor allem bei Neubauten oder Kernsanierungen.

2.5. Topmodern – das sogenannte „Mesh-Netzwerk“

Schon bereits beim Funkstandard Z-Wave angesprochen, ist das Mesh-Netzwerk (sinngemäß übersetzt „vermaschtes Netzwerk“) die momentan beste Variante für ein Smart-Home: Beim Mesh-Netzwerk sind die Geräte nicht nur an einen gemeinsamen Knotenpunkt angeschlossen, sondern auch untereinander vernetzt – im Idealfall jedes Gerät mit jedem anderen.

 

Geschieht das per Funk, ist die Geschwindigkeit phänomenal: Datenpakete werden immer über die jeweils kürzeste Distanz versendet. Gleichsam bleibt das Netzwerk auch aktiv, wenn ein oder mehrere Geräte wegfallen und ist deshalb sehr ausfallsicher. Allerdings ist das auch der Nachteil des Mesh-Netzwerks: Jedes Gerät arbeitet quasi als Router und wird somit auch dann beansprucht, wenn es gar nicht seine eigentliche Aufgabe erfüllt (bspw. Wiedergabe von Musik). Das treibt den Stromverbrauch in die Höhe.

 

(3) Frühzeitig planen oder (möglichst) bequem nachrüsten – die richtigen Anschlüsse

Wer sein Zuhause smart machen will, hat also eine Menge verschiedenster Optionen – doch nicht jede ist für jedes Haus gleich gut geeignet.

3.1 Smarte Steckdosen

Besonders interessant als Nachrüst-Lösung ist dabei das angesprochene Powerline-Prinzip. Die smarten Steckdosen können dabei Geräte direkt ansteuern oder auch als WLAN-Router fungieren. Damit werden die Vorteile des Kabels mit der Bequemlichkeit des Funks verbunden. Gleichzeitig kann so auch ohne aufwändiges BUS-System die Stromversorgung eines Geräts selbst gesteuert werden: Per Smartphone kann eine Powerline-Steckdose ein- oder ausgeschaltet werden – mitsamt den daran angeschlossenen Geräten. Das macht auch solche Geräte smart, die keine Mikrochips verbaut haben, etwa Lampen oder Kaffeemaschinen.

Gleichsam wird auf diese Weise die Steckdose selbst zum smarten Gerät: So existieren beispielsweise Unterputz-Radios, die vollständig in einer Doppelsteckdose verschwinden – samt Touch-Display und Lautsprecher – natürlich vernetzt. Doch über das Leitungsnetz lässt sich noch viel mehr übertragen. HDMI-Dosen für Fernsehübertragung sind beispielsweise ebenso möglich wie USB- und Lautsprecher-Steckdosen – die ganze Bandbreite listet dieser Artikel. Eine Besonderheit dabei: Jede Dose kommt gänzlich ohne zusätzliche
Leitungen aus

 

3.2 Mit Geschmack verbergen und sortieren – Sockelleisten und Kabelkanäle

Wer hingegen sein Smart-Home über LAN-Kabel verbinden will, hat die gleichen zwei Optionen, die auch für Stromkabel zum Einsatz kommen: Verlegung über oder unter Putz. Letzteres schmutzt sehr stark und ist in einem bewohnten Haus kaum zu realisieren.

Bleibt also die Verlegung über Putz. Leider sind Kabel allerdings nicht sonderlich dekorativ. Eine gute Möglichkeit, sie zu verstecken, sind daher Kabelkanäle oder Sockelleisten. Diese gibt es in praktisch jedem Baumarkt als Meterware. Vor allem letztere sind eine sehr gute Lösung für die waagerechte Verlegung von Kabeln, denn sie unterscheiden sich äußerlich nicht von normalen Fußleisten – nur in ihrem Inneren verläuft ein zusätzlicher Schacht. Geht es hingegen in die Höhe, kommen Kabelschächte zum Einsatz. Und diese können gestrichen oder auch übertapeziert werden und integrieren sich so wenig störend ins Gesamtbild eines Raums.

 

3.3 Das Herz des Ganzen – was der Sicherungskasten leisten kann


Im Smart-Home-Sicherungskasten sitzt nicht nur
der digitale Stromzähler, der Rechnungen
centgenau macht, sondern Server für
alle smarten Einbauten des ganzen Hauses.

Wenn schon die alten Stromkabel auf diese Weise zum Smart-Wunderwerk werden, können freilich auch Sicherungskasten und Stromzähler nicht hintenan stehen.

Ab 2022 sind für alle Neubauten beispielsweise smarte Stromzähler vorgeschrieben. Das ist vor allem eine Kostenfrage: Diese Geräte ermöglichen es den Energieversorgern, den Stromverbrauch eines Haushaltes per Web abzulesen – statt mittels Kontrolleur. Und weil die Überwachung in Echtzeit funktioniert, ermöglicht es auch genauere Rechnungserstellung basierend auf dem Verbrauch und nicht als Abschlagszahlung.

 

Gleichsam dient der Zählerschrank dann auch als Knotenpunkt für die gesamte Hausautomation: Bei zentral vernetzten Smart-Homes sitzt hier das „Gehirn“, in dem alle Wege zusammenlaufen. Das ermöglicht es natürlich auch, hier die Speicherzentrale zu verbauen: Ein Server für alle Filme, die auf jedem Fernseher im Haus geschaut werden können. Aber auch der Backup für die Aufnahmen von Überwachungskameras. Damit wird der Sicherungskasten nicht mehr nur zum zentralen Punkt für den Strom, sondern praktisch sämtliche Datenflüsse des Hauses. 

 

4) „YouTube“ unter der Dusche? – Möglichkeiten des Musik- und TV‐Empfangs

Einer der Haupt-Einsatzbereiche des Smart-Homes ist die Unterhaltung. Und was damit möglich wird, ist alleine schon ein kleines Technik-Wunder – ganz ohne Blick auf andere Funktionen wie Energie und Sicherheit.

4.1 Zukunftsmusik von heute: Multiroom‐Streaming


Das Multiroom-System ist völlig drahtlos: Über ein Tablet wird einem
zentralen Server gesagt, welche Musik er an welchen Lautsprecher senden
soll – und das funktioniert über WLAN.

Wer kennt es nicht: Im Wohnzimmer läuft die Lieblings-CD im Player. Wer den Song hernach auch beim Duschen hören will, muss im „Dumb-Home“ bislang entweder die Disk oder den CD-Spieler ins Bad verfrachten. Beim Multiroom-Streaming funktioniert das per App: Ein Klick und schon wird der Song in andere Räume übertragen – und kann entweder im Wohnzimmer weiterlaufen, oder aber dort stumm geschaltet werden. Und genau so funktioniert es auch bei Fernsehern und ihren Anschlussgeräten.

4.2 Von der Vielseitigkeit der Multiroom‐Lautsprecher

 

Möglich machen das unter anderem Multiroom-Lautsprecher. Im Gegensatz zu normalen Boxen sind sie per WLAN oder ein spezielles-Multiroom-Netzwerk drahtlos miteinander verbunden – es fällt also kein Kabelsalat an. Und gleichzeitig ermöglicht es dieses Prinzip auch, Musik aus unterschiedlichsten Quellen in ebenso unterschiedliche Räume zu streamen. Und weil keine Kabel verlegt werden müssen, ist es natürlich auch möglich, Lautsprecher problemlos anders zu positionieren, oder das System um weitere Abnehmer zu ergänzen.

 

 

4.3 Alte Werte und neue Technik – TV‐Gewohnheiten der Deutschen

Nicht zuletzt macht Smart-Home das Fernsehen vornehmlich quellenunabhängig: Beim normalen TV-Gerät muss zwischen Kabel-Receiver, Internet-TV und anderen Geräten umgeschaltet werden. Die Zukunft sieht so aus, dass dies alles zentral funktioniert. Das einzelne TV-Gerät ist also nur ein weiterer Abnehmer eines Knotenpunkts, in dem alle Zuleitungen zwischen Kabel, Satellit und Internet zusammenlaufen. Wo dieser Abnehmer steht, ob im Wohnzimmer oder unter der Dusche, ist in diesem Fall vollkommen ebenso gleich, wie die Quelle des bewegten Bildes.

Das krempelt die klassischen deutschen Fernsehgewohnheiten radikal um. Denn auch modernste Medien wie Bluray waren bislang meist an nur ein Endgerät angeschlossen – und unterschieden sich damit prinzipiell nicht vom guten alten VHS-Rekorder. Aber: DVDs können auch auf eine Festplatte kopiert werden und stehen damit im Smart Home ebenfalls auf die gleiche Weise zur Verfügung und können beipielsweise digital katalogisiert werden.

4.4 Was versteht sich unter IPTV?

 

Ein Funktionsprinzip dieses multimedialen Fernseherlebnisses ist das IPTV – Internet Protocol Television. Der Begriff ist breitgefächert und seine Definition mehrdeutig. Grundsätzlich ist IPTV aber eine weitere Übertragungsvariante neben Kabelfernsehen, Satelliten-TV und terrestrischer Übertragung.


Im Gegensatz zum Web-TV, das sich vornehmlich an Computer und
Handhelds richtet, ist IPTV vollständig auf den Fernseher zugeschnitten.

  • Als offenes Netzwerk versorgt IPTV einen Haushalt mit allen TV-Programmen, über das Web.
  • In geschlossenen Netzwerken ist IPTV nur eine weitere Quelle, neben Internet-TV, Kabel usw. und der Zuschauer merkt im Idealfall gar nicht, aus welcher davon sein gerade geschautes Programm stammt. Mittlerweile wollen auch die Kabelnetzbetreiber sukzessive auf IPVT umsatteln, wie dieser Artikel verrät.

Im Smart-Home fällt letzteres idealerweise zusammen: Im erwähnten Zählerschrank sitzt dann eine Art erweiterte Set-Top-Box als Knotenpunkt für Kabelfernsehen usw. Über das Netzwerk werden die Daten davon ausgehend an die Endgeräte weitergereicht. Der Vorteil ist dann nicht nur ein komfortabler, sondern auch die schiere Vielfalt, die aus den Quellen erwächst: Die Zahl der empfangenen Sender ist praktisch unbegrenzt, ebenso die Empfänger-Varianten: Eine Sendung kann auf dem TV-Gerät laufen oder dem Smartphone und gleiches gilt auch für die so empfangenen Radiostationen.

 

(5) Multimedia der Zukunft – aussichtsreiche Beispiele

 

Um das Ganze etwas graphischer werden zu lassen, abschließend einige Beispiele, wie das in der smarten Realität eines Einfamilienhauses funktionieren kann.


Smart-Home-Multimedia erlaubt auch Eltern mehr Kontrolle über den
Medienkonsum ihrer Kids. Nächtliche Lautstärke-Orgien der aktuellen
Charthits können via Tablet sofort beendet werden.

  • Sie schauen abends im Wohnzimmer eine Serie auf DVD. Wollen sie die Folge im Bett zu Ende schauen, müsste normalerweise die Disk aus dem Player entnommen, ins Schlafzimmer transportiert, dort in den Spieler gesetzt und dann vorgespult werden. Im Smart Home wird einfach der Fernseher am Bett eingeschaltet und die Folge weitergeschaut – weil der Player übers Netzwerk mit allen Abnehmern verbunden ist.
  • Normalerweise würden Eltern ihre Kinder vom Radio wecken lassen – per Multiroom-Streaming könnten sie auf die Lautsprecher in den Schlafzimmer der jüngsten Kids ein „Guten-Morgen-Lied“ streamen und gleichzeitig in der Küche die Morgennachrichten laufen lassen, während sich die älteste Tochter zu ihrer Playlist im Bad schminkt.
  • Der Vater liegt in der Badewanne und schaut sich dort lustige Youtube-Videos an. Ein Zimmer weiter oben sitzt sein Sohn bei den Hausaufgaben – ein Fingerwisch genügt, um den entsprechenden Clip auch auf seinem Computer laufen zu lassen.
  • Die Eltern schauen im Wohnzimmer fern – oben sitzt die Tochter und dreht ihren neuen Lieblingssong auf volle Lautstärke auf. Beim Smart-Home könnten Mütter nun einfach ihr Tablet nehmen und per App den Lautsprecher der Tochter auf weniger gehörschädigende Werte herunterregeln.

Und diese vier Beispiele sind nur ein Bruchteil dessen, was allein in Sachen Unterhaltung im Smart-Home möglich ist. Bedenkt man dann noch die unzähligen anderen Einsatzbereiche in den Bereichen Komfort und Sicherheit, ist es nicht mehr eine Frage ob neue Features integriert werden, sondern nur noch wann.

 

Bildquellen:

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