Umbruch in der Fernsehnutzung - schon 4 Millionen Smart TVs

16.11.2011

Smart-TVs und Hybrid-TVs sind die Nachfolger des klassischen Fernsehers. Diese "Fernseher mit Internet-Anschluss" werden das Unterhaltungsprogramm in deutschen Wohnzimmern nachhaltig ändern.


Bislang war der Fernseher im deutschen Wohnzimmer so etwas wie eine technische Konstante. Er war einfach zu bedienen und das Leistungsangebot ziemlich überschaubar. Das ändert sich nun, wie aus einer aktuellen Untersuchung im Auftrag des Hightech-Verbands BITKOM hervorgeht. Denn bis Ende 2011 werden in Deutschland bereits gute vier Millionen internetfähige TV-Geräte verkauft sein. Damit verfügt jeder zehnte bundesdeutsche Haushalt über einen Fernseher mit Internetanschluss.

Fernsehern mit Internet-Anschluss, auch Hybride TV-Geräte oder Smart TVs genannt, besitzen zusätzlich zur klassischen Antennenbuchse einen Internetanschluss (Ethernet-Buchse) und ermöglichen damit einen Zugang zum Heimnetzwerk. Damit können Zuschauer eine stetig wachsende Zahl neuer Kanäle über das Internet empfangen und z.B. aktuelle Kinofilme abrufen (Video on Demand). Auch verpasste TV-Sendungen lassen sich oft nachträglich über Mediatheken anschauen. Über den neuen Standard HbbTV (Hybrid Broadcast Broadband Television) können wie beim klassischen Videotext programmbegleitendende Informationen abgerufen oder direkt in weitere Videoangebote der jeweiligen Sender umgeschaltet werden, die dann aber aus dem Internet kommen.

Seit der Einführung von Fernsehern mit Internet-Anschluss (Hybride TV-Geräte, Smart TVs) im Jahr 2009 sind die monatlichen Verkaufszahlen steil gestiegen. Im September 2011 wurden alleine 226.000 Stück verkauft, das sind fast 100.000 mehr als im Vorjahresmonat. Fakt ist: Internet und Fernsehen verschmelzen, das Web gehört bei hochwertigen TV-Geräten inzwischen zur Standardausstattung. Allerdings werden die digitalen Möglichkeiten der smarten Fernseher derzeit kaum ausgeschöpft: Nur 13 Prozent der Personen, die ein solches Gerät besitzen, gehen damit auch tatsächlich aktiv online. Zum Vergleich: 99 Prozent der Computerbesitzer tun das mit ihrem Laptop oder PC. Und immerhin 27 Prozent aller Bürger gehen mobil mit Smartphone oder Tablet-PC ins Web.

Für die Zukunft sehen Experten Parallelen zum Umbruch bei der Mobiltelefonnutzung: Internetfähige Handys gibt es seit 1999; der eigentliche Durchbruch kam aber erst ein paar Jahre später, als speziell auf Mobiltelefone ausgerichtete Inhalte verfügbar waren. Ähnlich wird die Entwicklung voraussichtlich auch beim Fernsehen sein, sobald die Anzahl der Videoangebote im Netz zunimmt, die speziell auf TV-Geräte ausgelegt sind. Der allerneueste Trend sind TV-Apps. Genau wie bei einem Smartphone ermöglichen diese kleinen Programme spezielle Dienste ganz nach Belieben, beispielsweise Videotelefonie oder den Abruf von Wetterdiensten. Wer noch einen recht neuen Fernseher ohne Internet-Zugang hat, kann auch ohne einen teuren Fernseher-Kauf in den Genuss der neuen Dienste kommen. Denn inzwischen bietet der Fachhandel Set-Top Boxen zum Nachrüsten, mit denen ältere Flachbildfernseher ebenfalls internettauglich gemacht werden.


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