Megaupload: Was droht eigentlich den Nutzern?

22.01.2012

Die Festnahme von Kim Schmitz und weiteren Betreibern des Filehosters Megaupload hat in den Medien hohe Wellen geschlagen. Rund 50 Millionen Nutzer sollen die Plattform täglich genutzt haben. Jetzt stellt sich natürlich die Frage: Welche Folgen drohen den Nutzern von Megaupload? Wir haben ausführliche Infos für Sie:


Hochladen von urheberrechtlich geschützten Dateien

Im Visier der Ermittler befinden sich die Betreiber von Filehosting-Diensten wie Megaupload - und die Personen, die Kinofilme, Serien, Software, Spiele und Musik auf diese Plattformen hochladen. Dementsprechend hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Nutzer strafrechtlich verfolgt und belangt werden.

Dabei drohen Strafen zwischen 500 bis 10.000 Euro als Schadensersatz. Bei besonders gravierenden Verletzungen des Urheberrechts kann diese Strafe auch noch deutlich höher ausfallen. Auch eine mehrjährige Haftstrafe droht.

Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Dateien

Das Herunterladen von urheberrechtlich geschützten Dateien stellt einen Gesetzesverstoß und somit eine Straftat dar. In der Regel werden jedoch von Diensten wie Megaupload keine IP-Adressen gespeichert, sodass es nahezu unmöglich ist, einzelne Nutzer zu ermitteln. Eine Strafverfolgung durch deutsche Behörden von Megaupload-Nutzer ist zum derzeitigen Zeitpunkt deshalb sehr unwahrscheinlich.

Anders sieht es hingegen bei Nutzern aus, die einen Premium-Account bei Megaupload besitzen: Da in der Regel per PayPal oder Kreditkarte bezahlt wird, sind Adressdaten vorhanden. Außerdem lassen sich heruntergeladene Dateien leichter zuordnen. Bislang sind zwar keine Fälle bekannt, in denen es auf Basis dieser Informationen zu Anklagen gekommen ist, es ist jedoch nicht gänzlich auszuschließen.

Ich habe Megaupload genutzt, um legale Dateien wie meine Urlaubsbilder abzuspeichern - wie komme ich jetzt wieder daran?

Hier bewegt sich das FBI bzw. die US-Justiz auf äußerst wackligen Füßen und dünnem Eis: Legale Dateien, die auf den Servern bei Megaupload gespeichert wurden, sind seit der Beschlagnahmung der Domains und der Server nicht mehr erreichbar. Bislang ist noch unklar, ob betroffene Anwender hier keine Ansprüche gegen den Kläger - in diesem Fall den amerikanischen Staat - haben. Allerdings dürfte es sehr zeitaufwendig und schwierig sein, entsprechende Ansprüche gerichtlich durchzusetzen.

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind alle Nutzer, die Megaupload zum legalen Speichern von Daten genutzt haben, die Leidtragenden.


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