So schlimm ist die Internetverseuchung wirklich

19.09.2009

Branchenexperten schätzten einmal, dass ein betroffener Computer durchschnittlich sechs Wochen infiziert bleibt. Die jüngsten Forschungsergebnisse des Sicherheitsspezialisten Trend Micro deuten jedoch darauf hin, dass diese Schätzung alles andere als zutreffend ist: Während der Analyse von rund 100 Millionen betroffener IP-Adressen fand Trend Micro heraus, dass die Hälfte von ihnen bereits seit mindestens 300 Tagen infiziert war. Dieser Wert klettert auf 80 Prozent, wenn die Mindestdauer der Infektion auf einen Monat reduziert wird.

Und das waren die guten Nachrichten. Während drei Viertel der untersuchten IP-Adressen bei Privatanwendern gefunden wurden, handelte es sich beim restlichen Viertel um Unternehmenskunden. Da bei diesen Benutzern eine einzelne IP-Adresse in der Regel für ein Gateway steht, das wiederum mit zahlreichen Computern im internen Netzwerk verbunden ist, kann der tatsächliche Prozentsatz der mit Malware infizierten Enterprise-Rechner höher sein als die reine Zahl an IP-Adressen vermuten lässt.

Nach neuesten Erkenntnissen müssen auch die Kennzahlen für Botnetze nach oben korrigiert werden: Laut Trend Micro steuern Botnetze insgesamt mehr infizierte Computer, als man bisher angenommen hat. Eine Handvoll Krimineller, wahrscheinlich ein paar Hundert, halten weltweit über 100 Millionen Computer unter Kontrolle. Das bedeutet, dass Cyber-Kriminellen mehr Rechenleistung zur Verfügung steht als allen Supercomputern dieser Welt zusammen - wenig verwunderlich, dass mittlerweile über 90 Prozent aller E-Mails weltweit Spam sind. Sobald ein Computer infiziert ist, wird er üblicherweise Teil eines grösseren Botnetzes. Botnetze - zu den gefährlichsten gehören Koobface, Ilomo und ZeuS - verursachen Schäden in Form von Malware-Angriffen, Betrug, Datenmissbrauch und anderen Verbrechen.


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Reiner Backer
Reiner Backer ist seit 14 Jahren für Computerwissen als Redakteur in den Bereichen Windows, Linux...

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