Spanner spioniert Schülerinnen über ihre eigene Webcam aus

20.07.2010

Über die eigene Webcam sendeten vermutlich über 100 Mädchen unbewusst Bilder von zu Hause zu einem Spanner, der die Kamera über einen eingeschleusten Trojaner aktiviert hatte.


Laut eines Zeitungsberichts im Westfalenblatt hat der Spanner den ICQ-Zugang eines Schülers geknackt. Über diesen Zugang hat er dann, vermutlich getarnt als Fotos und Bildschirmschoner, einen Trojaner an die Kontakte des Schülers geschickt.

Viele Mädchen öffneten die zugesendete Datei leichtfertig und installierten damit unbemerkt den Trojaner. Dieser verschaffte sich Zugriff zu der Webcam des Rechners, die insbesondere bei neuen Laptop-Modellen meist bereits integriert ist. Der Trojaner aktivierte die Webcam und leitete die Bilder an den Spanner weiter.

Da manche Webcam-Modelle über eine Signalleuchte verfügen, die eine aktive Aufnahme anzeigt, sind einige Mädchen skeptisch geworden. Als sie während eines Vortrags des Datenschutzexperten Thomas Floß über Datenschutzrisiken und Spionagegefahren aufgeklärt wurden, konnten sie sich plötzlich einen Reim auf das seltsame Leuchten ihrer heimischen Webcams machen. Sie wandten sich umgehend an den Referenten, der die Rechner der Kinder untersuchte und das Spionageprogramm entdeckte.

Über die IP-Adresse, an die die Aufnahmen gesendet wurden, konnte die Polizei schnell den Wohnsitzt des Spanners ermitteln. Dieser soll beim Eintreffen der Polizei sogar noch zahlreiche Live-Übertragungen auf seinem Bildschirm gehabt haben.
Solche Spionageangriffe auf Ihre Privatsphäre oder auch auf Büros in Unternehmen sind leider keine Ausnahmefälle. Möglich werden sie meist durch einfache Unachtsamkeit, wie in diesem Fall das leichtfertige Öffnen eines vermeintlichen Fotos bzw. Installieren eines angeblichen Bildschirmschoners.

Eltern sollten ihren Kindern beim Surfen im Netz daher genau auf die Finger schauen, ihnen die Berechtigungen zur Installation von Programmen entziehen und sie über die Gefahren im Internet aufklären. Außerdem sollten Sie eine Personal Firewall auf Ihren Rechnern installieren. Sie hätte im oben geschilderten Fall zumindest vor der Übertragung der Bilder an den Spanner gewarnt und diese blockiert.


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