Ist Bildrauschen heute überhaupt noch ein Thema?
Unscharf und verrauscht – das waren die gängigen Argumente gegen die Digitalfotografie, als diese noch in den Kinderschuhen steckte. Nachdem heute selbst Kompaktkameras schon 16 Megapixel Auflösung bieten, sind Digitalfotos inzwischen gestochen scharf. Wie aber sieht es mit dem gefürchteten Bildrauschen aus?
Nicht nur bei der Auflösung, auch bei der Lichtempfindlichkeit haben die Bildsensoren in den vergangenen Jahren gewaltige Fortschritte gemacht. So rauschen die Fotos einer heutige DSLR mit 16 Megapixel deutlich weniger, als die Aufnahmen mit einer 6-Megapixel-DSLR der ersten Generation. Bedauerlicherweise gilt das nur, solange die ISO-Empfindlichkeit nicht in höchste Regionen erhöht wird. Als Faustregel gilt: Bis ISO 1600 liefern heutige Systemkameras sehr gute Ergebnisse, darüber nimmt die Detailfülle deutlich ab, weil die Rauschunterdrückung hart eingreifen muss.
Anders ist das Bild bei Kompaktkameras mit ihren vergleichsweise winzigen Bildsensoren: Hier werden das Rauschen bzw. die Folgen der Rauschunterdrückung oftmals schon jenseits moderater ISO 200 sichtbar. Bei Kompaktkameras können Sie sich an die Faustregel halten: Je höher die Auflösung, desto größer die Gefahr verrauschter Aufnahmen.
Glücklicherweise ist das Rauschproblem nur evident, wenn Sie die Aufnahmen in der 100%-Ansicht am PC-Bildschirm betrachten. Reduzieren Sie die Auflösung auf das gewünschte Druckmaß, verliert auch das Rauschen schnell seinen Schrecken. Natürlich können Sie eine Menge dazu beitragen, das Rauschen zu reduzieren – stellen Sie eine niedrige ISO-Zahl ein. (mv)



