Was ist eigentlich "Bokeh"?
Kaum ein Begriff aus der Fotografie ist so missverständlich wie das Wort „Bokeh“. Es stammt aus dem Japanischen und heißt wörtlich übersetzt „unscharf“ oder „verschwommen“. Dennoch bezeichnet Bokeh nicht einfach die alle unscharfen Bildbereiche. Lesen Sie, was mit Bokeh wirklich gemeint ist und wie Sie bei der Aufnahme ein angenehmes Bokeh erzeugen.
Wenn in Internetforen Bilder besprochen werden, ist schnell vom Bokeh die Rede. Die meisten Autoren meinen damit schlicht die unscharfen Bildbereiche – also die Bildpartien, die außerhalb der Schärfeebene liegen. Doch das ist nicht ganz richtig: Bokeh bezeichnet die Art und Weise, wie ein Objektive diese unscharfen Bildbereiche wiedergibt.
Dazu ein Beispiel: Wenn Sie eine grüne Pappe hinter eine Blume stellen und diese so fotografieren, dass die Pappe nicht mehr in der Schärfeebene liegt, werden Sie mit nahezu jedem Objektiv eine gleichmäßig weiche Fläche erhalten. Anders sieht es aus, wenn feines Blätterwerk oder die glitzernde Wasseroberfläche eines Sees den Hintergrund bilden. Jetzt werden einige Objektive die harten Kontraste im Hintergrund eher weich wiedergeben, andere dagegen hart, oftmals noch mit ausgeprägten Kanten. Diese unterschiedliche Art der Wiedergabe unscharfer Bildbereiche meint der Begriff Bokeh.
In der Regel wird ein weiches Bokeh als angenehmer empfunden. Achtet der Hersteller bei der Objektivkonstruktion darauf, treibt dies den Preis der Optik schnell in die Höhe. Als Faustregel gilt: Zoom-Objektive zeichnen eher ein härteres Bokeh als Festbrennweiten, das Bokeh von langen Brennweiten ist meist weicher als das von Weitwinkelobjektiven.
Aber auch die Aufnahmetechnik hat einen großen Einfluss auf das Bokeh. Harte Kontraste, insbesondere viele helle Lichtpunkte wirken sich meist problematisch aus – eine glitzernde Wasserfläche im Hintergrund ist also für einen ruhigen Bildeindruck weit weniger geeignet als eine grüne Wiese bei bedecktem Himmel. (mv)



