Intel warnt vor Schwächen bei ARM-Tablets mit Windows 8

13. Mai 2012

Während des alljährlichen Aktionärstreffen von Intel hat Paul Otellini, Geschäftsführer des CPU-Herstellers, vor den Nachteilen und Schwächen der ARM-Architektur gewarnt:

So würde ARM-basierten Tablets der Klassik-Modus von Windows 8 fehlen, sodass Millionen von Anwendungen nicht benutzt werden können. Deshalb würden IT-Verantwortliche eine Entscheidung gegen Tablets mit ARM-Architektur fällen, auch wenn die Anschaffungspreise niedriger liegen.

Otellini bezeichnet die Unterstützung des Klassik-Modus unter Windows 8 deshalb als "Vorteil bei Anwendungen und auf Geräte-Ebene".

Windows 8 für ARM-Prozessoren wird offiziell als Windows RT bezeichnet. Die CPUs für Windows RT werden nicht von Intel, sondern von Texas Instruments, Nvidia und Qualcomm geliefert. Außerdem wird Software nur aus offiziellen Kanälen von Microsoft geliefert werden. Tablets mit Windows 8 können hingegen auch alle anderen Anwendungen ausführen, die wie gewohnt über das Internet geladen werden.

Otellini weist deshalb darauf hin, dass "ein mühseliger Kampf bevorsteht". Natürlich muss der Chef des größten Prozessor-Produzenten weltweit die Bestrebungen seiner Konkurrenz kritisch betrachten. Aber Windows RT ist und bleibt ein äußerst erklärungsbedürftiges Produkt: Viele potenzielle Käufer werden nicht verstehen, warum sie nur einen Bruchteil der weltweit verfügbaren Windows-Anwendungen nutzen können.

Tablets mit Windows RT könnten deshalb wie Blei in den Regalen liegen oder aber zu erhöhten Reklamationen führen. Wie die Verkaufserfolge des iPads zeigen, ist der Preis längst nicht mehr der allesentscheidende Faktor - vielen Nutzern ist es ebenso wichtig, ein breites Spektrum an Apps nutzen zu können.

Apple wird deshalb 20 verschiedene Tablets mit Windows 8 liefern - was wiederum für Verwirrung sorgen dürfte, da die einzelnen Modelle sich aller Voraussicht nach nur in Details unterscheiden. Apple macht es seinen Kunden hingegen einfach: Ein aktuelles Modell mit verschiedenen Speichergrößen sowie WLAN oder 3G-Unterstützung, fertig.

Microsoft und Intel haben hingegen nach wie vor nicht verinnerlicht, dass Kunden keine komplizierten Geräte, sondern einfach nur loslegen wollen.

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