Was für eine Funktion hat eigentlich der WinSxS-Ordner?

16. Februar 2009
Tino Hahn Von Tino Hahn, News & Trends, Windows, Freeware & Open Source, Linux ...

Trotz scheinbar riesig großer Festplatten jenseits der 500-Gigabyte-Marke sind Speicherfresser bei vielen Anwendern nicht gern gesehen. Ein besonderer Speicherfresser ist der Ordner "WinSxS", der sich im Windows-Verzeichnis befindet.

Bereits unter Windows XP existierte dieser Ordner, war dort aber mit knapp 100 Megabyte vergleichsweise sparsam. Unter Vista ist jedoch Schluss mit Bescheidenheit: Unter Microsofts aktuellem Betriebssystem verschlingt dieser Ordner bereits unmittelbar nach der Installation knapp 3 Gigabyte und hat nach wenigen Wochen bereits 5 bis 10 Gigabyte auf den virtuellen Hüften. Deshalb lädt dieser Ordner natürlich zu einem ausgedehnten Frühjahrputz auf der Festplatte ein.

 

Doch werfen wir zuvor einen Blick darauf, warum dieser Ordner überhaupt vorhanden ist und wofür der Speicherplatz belegt wird:

 

In dem "WinSxS"-Ordner sind mehrere Ordner mit komplexen Namen enthalten, in deren mehrere DLL-Dateien lagern. Bei diesen DLL-Dateien handelt es sich um Dateien, die anderen Anwendungen Standardfunktionen wie "Öffnen", "Speichern" oder "Drucken" zur Verfügung stellen. Statt also diese von nahezu jeder Anwendung benötigten Standardfunktionen umständlich selbst zu programmieren, können Entwickler auf einfach auf diese DLL-Dateien zugreifen. Doch dieser Segen für Programmierer sorgt in gewisser Weise auch dafür, dass der „WinSxS“-Ordner anschwillt:

Da von Zeit zu Zeit neue Funktionen hinzugefügt werden, müssen auch die DLL-Dateien entsprechend auf den neuesten Stand gebracht werden – ganz zu schweigen von Fehlern und Sicherheitslücken, die zu einem Update dieser Dateien zwingen. Anwendungen erwarten jedoch immer exakt die Version einer DLL-Datei, mit der sie entwickelt wurden. Bei betagteren Programmen wird nach der DLL-Datei im System32-Verzeichnis von Windows Ausschau gehalten, während aktuelle Anwendungen in der Regel im „WinXsS“-Verzeichnis die passende DLL-Datei erwarten.

Von Microsoft wird dieses Verfahren „Side by Side“ genannt und soll garantieren, dass Anwendungen, die verschiedene Versionen einer DLL-Datei benötigen, ohne Probleme und Umstände parallel genutzt werden können.

 

Der Bärenanteil an dem Speicherplatzhunger des „WinSxS“-Ordners ist jedoch nicht auf die DLL-Dateien zurückzuführen, sondern auf die verschiedenen Sprachversionen: Zahlreiche DLL-Dateien liegen in unterschiedlichen Sprachversionen vor, um auch mit den zahlreichen Sprachversionen von Vista problemlos zusammenzuarbeiten.

Je mehr Anwendungen also installiert werden, desto größer wird auch das „WinSxS“-Verzeichnis. Generell gilt dennoch, dass Sie in diesem Ordner nur dann manuell löschen sollten, wenn Sie genau wissen, was Sie tun. Andernfalls sollten Sie das Entfernen von Dateien im WinSxS-Ordner ausschließlich den Deinstallations-Routinen der entsprechenden Anwendungen überlassen. Sonst laufen Sie Gefahr, dass einzelne Anwendungen nicht mehr ordnungsgemäß genutzt werden können.

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