Windows 8: Microsoft wird Anwendungen vom Rechner löschen können

12. Dezember 2011
Tino Hahn Von Tino Hahn, News & Trends, Windows, Freeware & Open Source, Linux ...

Der App Store für Windows 8 ist beschlossene Sache - und laut den kürzlich veröffentlichten Nutzungsbedingungen ist auch ein sogenannter "Kill Switch" beschlossene Sache:

Bei einem Kill Switch handelt es sich um eine Funktion, mit der sich Anwendungen direkt durch Microsoft löschen lassen. Dies kann beispielsweise erforderlich sein, wenn eine Anwendung sich im Nachhinein als schädlich bzw. gefährlich erweist.

Der genaue Wortlaut in den Nutzungsbestimmungen von Windows 8: "Für den Fall, dass die Sicherheit gefährdet ist oder wir durch rechtliche Fragen dazu gezwungen sind, kann es dem Nutzer verwehrt werden, Anwendungen zu starten oder auf Inhalte zuzugreifen, für die zuvor eine Lizenz erworben wurde".

Falls Microsoft eine App deaktivieren muss, für die zuvor gezahlt wurde, soll der Kaufpreis zurückerstattet werden.

Noch ist nicht klar, wie konsequent Microsoft von seinem Kill Switch Gebrauch machen wird. Theoretisch ist ein Kill Switch auch insbesondere für Einsteiger und Gelegenheitsnutzer eine sinnvolle Funktion: Da Microsoft Schad-Software direkt löschen kann, besteht weniger Gefahr, dass die gefährliche App noch Tage, Wochen oder gar Monate ihr Unwesen auf dem Rechner treiben kann. Für Verunsicherung sorgt allerdings der Hinweis darauf, dass auch mit einer deaktivierten App erstellte Inhalte gelöscht werden könnten. Ähnliches gilt auch, wenn ein Entwickler seine App aus dem Windows Store nimmt.

So geht Apple mit unerwünschten Apps um

Apple hat ebenfalls einen Kill Switch in seinen App Store integriert. Der Konzern entfernt jedoch in der Regel Apps aus seinem Store, löscht sie aber nicht von den Geräten der Kunden: So besitzen beispielsweise viele Nutzer weiterhin eine App, mit der sie ihr iPhone als Router für ihr Notebook benutzen und damit online gehen können. Dies verbieten viele Provider in ihren AGB. Außerdem wurden bereits mehrmals Spiele aus dem App Store zurückgepfiffen, weil sie gegen Markenrechte verstoßen. Bislang hat Apple aber noch nie zum Kill Switch gegriffen, um zum Beispiel ein dreistes Plagiat von Super Mario auf iPhones zu löschen. Lediglich aus dem App Store werden sie verbannt - häufig blitzschnell und innerhalb weniger Stunden.

Was macht Android mit gefährlichen Apps?

im Android Store wird weniger zimperlich vorgegangen: Hier wurden bereits mehrmals Apps von Geräten entfernt - dabei handelte es sich um Apps, in denen Schad-Code enthalten war.

Microsofts Sorgfältigkeit steht auf dem Prüfstand

Wie bereits in den letzten Zeilen durchschimmerte, werden Apps in der Regel gelöscht, wenn es sich dabei um potenzielle Gefahren handelt. Deshalb muss Microsoft jede App sorgfältig prüfen, bevor sie über den Windows Store vertrieben wird. Falls Microsoft diese Prüffunktion nicht ordnungsgemäß und sorgfältig erfüllt, dann steckt der Konzern in der Zwickmühle:

Der Kill Switch muss dann häufig eingesetzt werden, woraufhin sich Anwender wiederum darauf verlassen, dass Microsoft sie automatisch vor gefährlichen Apps schützt. Falls eine App dann aber trotz enthaltenem Schad-Code nicht entfernt wird, dürfte die Empörung hohe Wellen schlagen.

Problematisch ist auch, dass Microsoft auch Apps entfernen könnte, die Funktionen des Betriebssystems besser umsetzen oder Funktionen bieten, die von einzelnen Herstellern nicht erwünscht sind. Falls Microsoft beispielsweise eine App entfernen lassen würde, mit der sich Smartphones unter Windows 8 als Router nutzen lassen und ein Netzbetreiber dagegen protestiert, dann macht sich der Konzern zum Erfüllungsgehilfen. Dabei handelt es sich jetzt aber um ein hypothetisches Gedankenspiel. Generell sollten Sie davon ausgehen, dass der Kill Switch nur zu Ihrer Sicherheit eingesetzt wird. Falls dies allerdings nicht der Fall sein sollte, stehen wir natürlich für Sie an vordester Front!

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