Windows 8 mit zwei Kernels?

08. Februar 2011
Tino Hahn Von Tino Hahn, News & Trends, Windows, Freeware & Open Source, Linux ...

Wir hatten bereits darüber berichtet, dass Microsoft ein großes Interesse daran hat, dass Windows 8 auch mit ARM-Prozessoren genutzt werden kann. Der Grund für diese Entscheidung ist klar:

Den immer größer werdenden und hart umkämpfen Markt für mobile Geräte wie Tablet-PCs will Microsoft seinen Konkurrenten nicht kampflos überlassen.

Doch während viele Beobachter mutmaßen, dass die Entscheidung für eine Unterstützung von ARM-Prozessoren in Windows 8 mit der heißen Nadel gestrickt wird, ist sie Teil einer grundlegenden Strategie. Microsoft reagiert damit nicht überhastet und panisch auf den Erfolg von iPad und Galaxy Tab, sondern trägt sich mit diesen Plänen bereits seit dem Entwicklungsstart von Vista.

Bereits bei früheren Windows-Versionen hat Microsoft bewiesen, dass eine Unterstützung von Prozessoren abseits der etablierten Pfade von Intel und AMD möglich ist. Jedoch verschlangen diese Portierungen jede Menge Zeit und somit auch jede Menge Geld. Doch in erster Linie ist die Portierung von Windows auf eine andere Prozessor-Plattform keine Frage der technischen Machbarkeit, sondern eine Sache von viel Fleiß und Ausdauer.

Doch ein anderes Problem bleibt: Auch wenn Windows 7 im Vergleich zu Vista nicht hardware-hungriger geworden ist, so bleibt die limitierte Leistung von Tablet-PCs die größte Herausforderung. Abgesehen von der offenkundigen Tatsache, dass Windows 8 ohnehin nie für Apples iPad erhältlich sein wird, funktioniert diese Vorstellung selbst in der Fantasie nicht: Das iPad besitzt lediglich 256 Megabyte Arbeitsspeicher und bietet trotzdem eine überzeugende Performance, da das zum Einsatz kommende iOS-Betriebssystem perfekt auf das iPad abgestimmt ist. Windows 7 ist hingegen selbst mit 1 Gigabyte RAM eher eine lahme Schnecke als ein flotter Käfer – Windows 8 dürfte ähnliche Anforderungen an die Hardware stellen.

Deshalb sucht Microsoft nach Möglichkeiten, wie Windows 8 seinen Leistungshunger zügeln kann. Ein vielversprechender Ansatz ist es, den Betriebssystem-Kern so weit zu verschlanken, dass lediglich ein lauffähiger Rumpf übrig bleibt. An diesen Rumpf werden dann die benötigten Dienste „angesteckt“. Dadurch wird Windows 8 so funktional wie nötig und bleibt so sparsam wie möglich. Denkbar ist ebenfalls, dass Windows 8 auf Desktop-Rechnern mit zwei Kerneln läuft: Der abgespeckte Kernel, der auch auf Tablet-PCs lauffähig ist, steht unmittelbar nach dem Rechnerstart zur Verfügung und erlaubt einfache Aufgaben wie E-Mails lesen oder im Internet surfen. Währenddessen wird im Hintergrund das eigentliche Betriebssystem geladen, sodass auch komplexere Anwendungen ausgeführt werden können.

Auf lange Sicht gesehen könnte dies zu einem generellen Umdenken führen: Je mehr Anwendungen auf dem abgespeckten Kernel laufen, desto interessanter werden Tablet-PCs mit Windows 8. Denn über kurz oder lang führt kein Weg mehr daran vorbei, dass PCs unmittelbar nach dem Einschalten zur Verfügung stehen müssen. Das iPad zeigt, wie komfortabel es sein kann, sofort loslegen zu können – komplett ohne Lade- und Wartezeiten.

Fest steht bislang lediglich, dass Microsoft reagieren muss: Auch wenn Windows 8 aller Voraussicht nach nicht vor Ende 2012 erscheinen wird, steckt bis dahin in keinem Tablet-PC die notwendige Hardware, um ein ausgewachsenes Betriebssystem auszuführen. Der Software-Riese aus Redmond muss deshalb einen gangbaren Kompromiss aus Funktionalität und Leistung liefern, der sich am ehesten mit zwei Kernels machen lässt. Andernfalls werden Apple und Google den Markt endgültig unter sich aufteilen. Die beiden größten Microsoft-Konkurrenten haben sich bereits etabliert, sodass es für Microsoft selbst mit einem Meisterstreich sehr schwer fallen wird, auf diesem hart umkämpften Zukunftsmarkt zu punkten.

Erhalten Sie regelmäßig die wichtigsten Windows-News in Ihr Postfach!

Jetzt gratis per E-Mail

DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Weitere Artikel zu Windows News

Newsletter

Jetzt kostenlose Windows-Hilfe anfordern!

  • die besten Tipps
  • völlig kostenlos
  • jederzeit abbestellbar
DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Experten

Rudolf Ring twittert für @Computerwissen

Die von Ihnen eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt. Bitte korrgieren Sie Ihre Eingabe und klicken Sie auf "OK":

Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus und klicken Sie auf "OK"