Windows-XP-Supportende: Lohnt sich der Kauf eines neuen Windows-Rechners? Oder soll man auf Windows 9 warten?

03. April 2014
Rudolf Ring Von Rudolf Ring, Hardware, News & Trends ...

Windows XP ist am Ende des "Lifetime-Cycle" angelangt und ein verantwortungsvoller Betrieb mit Verbindung ins Internet nicht mehr möglich. Doch welche der Alternativen, vom PC-Neukauf bis zum Warten auf Windows 9, bietet Ihnen die beste Entscheidung?

Die PC-Hersteller frohlocken: Mit dem Supportende für Windows XP winken satte Verkaufserlöse. Denn viele PC-Anwender machen „Nägel mit Köpfen“ und kaufen sich schlicht einen neue PC oder ein neues Notebook, Windows-Lizenz inklusive. Damit sind alle Upgrade-Probleme umgangen und man kann sich an dem neuen, schnellen PC erfreuen.

Doch tatsächlich lohnt nicht für jeden PC-Anwender mit einem XP-Rechner der Kauf eines neuen Systems. Wer mit dem Rechner im Wesentlichen einfache Office-Aufgaben erledigt, ein bisschen E-Mail-Kommunikation und Internet-Surfen erledigt, der braucht von der reinen Hardware-Leistung her sicher keinen neuen PC.

Erschwerend kommt noch hinzu: Neue PCs und Notebooks werden mit Windows 8/8.1 geliefert. Speziell langjährige Windows-XP-Anwender fühlen sich dann ebenfalls geliefert. Denn es werden bei so einem Upgrade nicht nur mit Vista und Windows 7 gleich zwei Windows-Versionen übersprungen, das streckenweise völlig andere Bedienkonzept von Windows 8/8.1 (Kachel-Startbildschirm, Touchscreen-Support, Cloud-Einbindung) macht es Umsteigern von Windows XP wirklich nicht einfach.

Zudem lauert noch eine fiese Falle: Neue Rechner, die mit einem vorinstallierten Windows 8/8.1-System geliefert werden, sind mit dem Betriebssystem fest verbunden. Es ist auf diesen Rechnern nicht oder nur mit immensem Aufwand möglich, beispielsweise ein Downgrade zu Windows 7 zu machen. Aus den genannten Faktoren ergeben sich folgende Empfehlungen:

Ist ein XP-Rechner technisch nicht mehr richtig fit, zeigt vielleicht kleinere Defekte, die Festplatte ist rappelvoll und die Grafikleistung ist veraltet, bietet der Kauf eines Neugeräts den einzigen technisch sinnvollen Ausweg. Das spart zudem den Einzelkauf einer neuen Windows-Lizenz ein.

Keineswegs muss das aber automatisch heißen, einen Windows 8/8.1-Rechner zu kaufen. Lassen Sie sich doch in einem netten PC-Fachgeschäft einen Rechner individuell zusammenstellen. Dabei ist es völlig problemlos möglich, auf dem System eine „freie“ Windows-7-Version zu erhalten. Die verbreitete Ansicht, dass solche Rechner grundsätzlich viel teurer sind als die PC-Sonderangebote vom Lebensmitteldiscounter, ist übrigens nichts weiter als ein Erfolg der Werbeabteilungen.

Wer sich allerdings für ein modernes Notebook entscheidet, sollte Windows 8/8.1 eine Chance geben und es einfach mal im nächstbesten Elektronik-Markt „anspielen“. Speziell auf mobilen PC-Systemen kommen die Vorteile eines berührungsempfindlichen Bildschirms zum Tragen, die ja bei Desktop-Systemen auch erst teuer hinzugekauft werden müssen.

Ist es sinnvoll, auf Windows 9 zu warten?

Von vermeintlich besonders „cleveren Szenekennern“ ist auch der Tipp zu hören, man sollte doch direkt auf Windows 9 warten, von dem ja schon im Herbst 2014 eine Beta zu bekommen sei, möglicherweise käme die offizielle Verkaufsversion im April 2015. Was auch immer an diesen vermeintlichen Wahrheiten dran ist, von Microsoft gibt es hierzu derzeit keine offiziellen Statements, und beim Problem des Upgrades von Windows XP helfen sie auch nicht. Richtig ist nur, dass Microsoft mit Windows 8/8.1 selbst unglücklich ist, und es relativ früh einen Nachfolger geben wird.

Als Nutzer eines XP-Rechners kann allerdings nicht gewartet werden, aus Sicherheitsgründen erst recht nicht ein Jahr lang. Aus den beschriebenen Gründen drängt die Zeit, ehe XP-Rechner zum Opfer mannigfaltiger Schadsoftware werden. Zudem dürfte Windows 9 sich auf alten XP-Rechnern zwar wahrscheinlich installieren lassen, ein zufrieden stellendes Betriebsverhalten sieht aber sicher anders aus.

Außerdem nicht zu vergessen: Bei einem Sprung von Windows XP zu Windows 9 wären drei Windows-Versionen übersprungen. Ganz zwangsläufig ergeben sich dabei heftige Kompatibilitätsprobleme in Bezug auf die verwendeten Anwendungen, beispielsweise alte Office-Versionen. Zudem war zu Zeiten von Windows XP noch die 32-Bit-Version des Betriebssystems der Normalfall, bei Windows 9 ist es (wie schon bei Windows 8/8.1) die 64-Bit-Version. Es ist sogar wahrscheinlich, dass es von Windows 9 gar keine 32-Bit-Version mehr geben wird, was Windows die Systempflege deutlich erleichtern würde.

Ein Manko sämtlicher Umstiege auf eine neue Windows-Version: Ein Upgrade, das Anwendungen und Daten problemlos übernimmt, gibt es nur von einer Version zur nächsten. Klar ist somit, dass es für XP-Nutzer keinen Komfort-Weg zu Windows 7 gibt, denn „dazwischen“ ist Windows Vista im Weg.

Da ein Umstieg zu Windows Vista keine ernsthafte Option ist, stehen die Vollversions-Lizenzen von Windows 7 und 8/8.1 im Fokus. Wer den Kauf eines neuen PC-Systems erwägt, den interessieren zum Vergleich auch die Preise der einzeln gekauften Windows-Lizenzen, die sich derzeit folgendermaßen darstellen:

  • Im Online-Handel ist Windows 7 professional (32 und 64 Bit) als Vollversion auf DVD ab rund 40 € erhältlich, einzelne Spitzenangebote im führenden Online-Auktionshaus eBay liegen sogar bei rund 30 €.
  • Windows 8.1 auf DVD in einer Vollversion (32 und 64 Bit) ist deutlich teurer und wird ab rund 100 € angeboten (Link zum aktuellen Preischeck bei amazon), wer sich mit der OEM-Version zufrieden gibt, spart ca. 20 € (Link zum aktuellen Preischeck bei amazon).

Vorsicht! Einige windige Geschäftemacher versuchen, aus der Notlage und dem Unwissen mancher Windows-XP-Anwender Kapital zu schlagen und verkaufen bei amazon "Windows 7 Home Premium" gebraucht für 140 € und mehr, neu auch für über 300 €. Dies sind garantiert die unwirtschaftlichsten Lösungen für den Weiterbetrieb eines Rechners.

Artikelserie zum Windows-XP-Supportende:

Teil 1: Kann ich mit meinem Windows-XP-PC jetzt noch ins Internet?

Teil 2: Ist Eile geboten auf ein neues Betriebssystem zu wechseln?

Teil 3: CPU, Grafikkarte, RAM & Co. - so checken Sie mit kostenlosen Tools, ob Ihre PC-Hardware fit ist für Windows 7 oder 8.1

Teil 4: Lohnt sich der Kauf eines neuen Rechners? Oder soll man auf Windows 9 warten?

Teil 5: Umstieg auf Windows 7 oder besser auf Windows 8/8.1?

Teil 6: Anfassen erlaubt - In diesen Fällen ist Windows 8/8.1 der bessere Windows-XP-Nachfolger

Erhalten Sie regelmäßig die wichtigsten Windows-News in Ihr Postfach!

Jetzt gratis per E-Mail

DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Weitere Artikel zu Windows News

Newsletter

Jetzt kostenlose Windows-Hilfe anfordern!

  • die besten Tipps
  • völlig kostenlos
  • jederzeit abbestellbar
DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Experten

Rudolf Ring twittert für @Computerwissen

Die von Ihnen eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt. Bitte korrgieren Sie Ihre Eingabe und klicken Sie auf "OK":

Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus und klicken Sie auf "OK"