Ein Handschlag mit Geschichte

30. Dezember 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Adobe Photoshop ist heute in der Welt der Bildbearbeitung so selbstverständlich das Werkzeug der Wahl, dass wir uns kaum noch daran erinnern, wie eines der erfolgreichsten Programme für den Mac (und später auch für Windows) entstanden ist.

Begonnen hat alles in „grauer Vorzeit“ – im Jahr 1987 mit den Brüdern Knoll. Genauer gesagt zunächst mit Glenn Knoll, der in Ann Arbor, Michigan, die Fotografie als Hobby auserkoren und sich im Keller eine Dunkelkammer eingerichtet hatte (für diejenigen, die mit dem Begriff nichts anzufangen wissen: eine Dunkelkammer ist so etwas wie das physikalische Gegenstück zu dem was Sie heute mit Photoshop machen). Glenn Knoll war nicht nur begeisterter Hobbyfotograf, sondern auch sehr früh an Computern interessiert. Kein Wunder daher, dass er sich einen Apple II Plus für seine Forschungsarbeit anschaffte.

Seine Söhne Thomas und John erbten die väterliche Begeisterung und Thomas, der gern und viel in der Dunkelkammer arbeitete, kaufte 1987 einen Macintosh, um seine Arbeit über die Verarbeitung digitaler Bilder zu schreiben. Um die Bilddarstellung des Macintosh zu verbessern, schrieb er einige Schnipsel Programmcode. Dies wiederum beeindruckte seinen Bruder John, der damals bei „Industrial Light and Magic“ arbeitete und erste Demos des Pixar-Computers sah.

Die Brüder waren fasziniert von der Idee, Bildverarbeitung auf einem Heimcomputer möglich zu machen und bauten aus den einzelnen Programmschnipseln eine Anwendung zusammen, die sie „Display“ nannten.

In den folgenden Monaten erweiterten und überarbeiteten Sie „Display“ und 1988 überlegten sie, ihr selbstgestricktes Programm unter dem Namen „ImagePro“ zu vermarkten.

Das stellte sich als nicht so einfach dar und die Brüder verbuchten zunächst nur einen kleinen Erfolg, als das Unternehmen BarneyScan das Programm unter dem Namen „PhotoShop“ mit ihren Scannern auslieferte. Nur rund 200 Stück wurden damals verkauft.

Doch im September 1988 hatten die Brüder Knoll die Chance, ihr Produkt dem Unternehmen Adobe vorzustellen. Sie präsentierten Photoshop 0.87 dem Adobe-Chef John Warnock und dem künstlerischen Leiter Russel Brown. Während Warnock nur während der ersten 15 Minuten der Präsentation anwesend war, blieb Russel Brown bis zum Ende – er war fasziniert und drängte Warnock, mit den Knolls einen Vertrag abzuschließen.

Im September 1988 kam es zum wohl wichtigsten Handschlag in der Firmengeschichte von Adobe: Fred Mitchell, der Vorsitzende der Übernahmeabteilung von Adobe besiegelte so mit den Knoll-Brüdern den Ankauf der Photoshop-Lizenz.

Der offizielle Vertrag folgte im April 1989. Im Februar 1990 kam, nicht zuletzt dank der Bemühungen von Russel Brown und der unermüdlichen Programmierarbeit von Thomas und John Knoll (dem die Plug-In-Architektur des Programms zu verdanken ist) Photoshop 1.0 zum Preis von rund 1.000 US-Dollar auf den Markt – zunächst natürlich nur für den Macintosh. Die erste Windows-Version erschien mit Photoshop 2.0 im November 1992.

Heute spielt der Unterschied zwischen Mac und PC in Sachen Photoshop keine wirkliche Rolle mehr – PCs haben in der Leistungsfähigkeit der grafischen Möglichkeiten aufgeholt, die Bedienung und die Tastaturkürzel sind faktisch identisch – die Anwender müssen eigentlich nur wissen, dass die [Strg]-Taste des Windows-PCs der [cmd]-Taste des Mac entspricht – und beide Varianten des Programms erscheinen zeitgleich im Markt. (tok)

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