Faux-HDR mit Photoshop

29. November 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Am letzten Donnerstag war ich auf der Photoshop Convention in München – eine Veranstaltung mit einer ganz erstaunlichen Bandbreite an Vorträgen. Während es sehr viel von den „üblichen Verdächtigen“ zu sehen gab, das im Grunde nichts Neues bot, waren auch einige echte Perlen im Programm versteckt.

Neben Bert Monroy gehörte dazu vor allem der grandiose Russell Brown, Senior Creative Director bei Adobe und einer der profundesten Photoshop-Kenner weltweit. Ein Interview zwischen ihm und Robin Preston können Sie demnächst auf meinem Blog finden. Dort gibt es auch wieder die bebilderte Version dieses Tipps.

Von Russell Brown stammt auch dieser Tipp zur Erstellung von Faux-HDR-Fotos in Camera Raw und Photoshop. Damit erzeugen Sie einen ziemlich wild aussehenden, HDR-ähnlichen Look mit einer einzigen Aufnahme.

Öffnen Sie Ihr RAW-Foto in Camera Raw und überprüfen Sie, ob Sie noch Zeichnung in den Lichtern haben, wenn Sie den Belichtungsregler auf -3,5 oder sogar -3,7 ziehen und auch bei korrekter Belichtungseinstellung gute Detailzeichnung in Ihrem Motiv finden.

Regeln Sie Ihre Belichtung etwas nach unten, so dass das Bild etwas zu dunkel ist, aber noch akzeptabel erscheint. Ich habe die Einstellung -2,10 genutzt.

Mit dem Regler Reparatur bringen Sie nun einige Details ins Bild. Dazu ziehen Sie den Regler einfach ganz nach rechts auf 100 Prozent. Auch das Fülllicht ziehen Sie weit nach rechts auf, bis die Schattenpartien ausreichend beleuchtet sind. Mit dem Regler Schwarz bringen Sie nun Ihre Tiefen in das Bild zurück. In meinem Fall war der Wert 51 richtig.

Jetzt fehlt noch ein etwas dramatischerer Eindruck. Den erzielen Sie mit dem Regler Klarheit. Auch er wandert ganz nach rechts. Sie sollten aber auch einmal die Wirkung ausprobieren, wenn Sie den Regler ganz nach links ziehen – das Bild wird auf eine interessante Weise gesoftet.

Genauso verfahren Sie mit dem Regler Dynamik. Ziehen Sie in weit nach rechts, bis Ihnen der Farbeindruck gefällt. Mir hat die Einstellung +87 gefallen. Jetzt können Sie noch einmal die Belichtung justieren, bis genügend Details sichtbar sind.

Nachdem die Grundeinstellungen stimmen, heben Sie die Farben noch etwas an. Dazu wechseln Sie auf den Reiter HSL/Graustufen. Hier aktivieren Sie den Reiter Luminanz. Heben Sie nun nach Wunsch die Helligkeit der Farben an. Ich habe Rot, Orange, Gelb, Grün und Blau angehoben.

Mit dem Freistellungswerkzeug schneiden Sie Ihr Bild zurecht. Mit einem Doppelklick in den Rahmen wird die Freistellung in der Vorschau angezeigt.

Wechseln Sie auf den Reiter Objektivkorrekturen. Hier können Sie mit dem Regler Stärke unter Vignettierung nach Freistellung Ihrem Bild eine Vignette hinzufügen. Der Minus-Bereich des Reglers erzeugt eine dunkle Vignette, der Plus-Bereich sorgt für eine helle Vignette.

Nun sind Sie fast fertig – klicken Sie aber noch auf die Zeile direkt unter Ihrem Bild. Hier können Sie voreinstellen, wie Ihr Bild an Photoshop übergeben wird. Als Tiefe sollten Sie 16 Bit einstellen, um mehr Qualität zu erhalten. Markieren Sie auch das Kontrollkästchen In Photoshop als Smart Objekte öffnen, um bei Bedarf weitere Einstellungen an Ihrem Bild vornehmen zu können. Klicken Sie dann auf Objekt öffnen, um Ihr RAW-Bild an Photoshop (in unserem Beispiel CS4) zu übergeben.

In Photoshop wählen Sie Bild -> Korrekturen -> Tiefen/Lichter aus, um weitere Einstellungen an Ihrem Bild vorzunehmen. In diesem Bild ist eine Korrektur der Tiefen allerdings unerwünscht, Sie können daher die Regler Stärke, Tonbreite und Radius auf 0 stellen.

Anders sieht es mit den Lichtern aus – hier können Sie über Stärke noch weitere Details hervorzaubern. Mit OK übernehmen Sie Ihre Einstellungen. Die Korrektur wird als Smart Filter in Ihre Ebenenpalette eingefügt.

Was noch fehlt, ist etwas Schärfe. Wählen Sie dazu Filter -> Scharfzeichnungsfilter -> Selektiver Scharfzeichner aus. Wenn Sie einen hohen Radius-Wert setzen, wird der wilde Farbeffekt noch weiter verstärkt.

Wenn Sie nun der Meinung sind, doch noch einmal die Entwicklungseinstellungen von Camera Raw ändern zu wollen, kommt der Vorzug der Smart Objekte ins Spiel. Mit einem Doppelklick auf das Smart Objekt in Ihrer Ebenenpalette öffnen sich Ihr Bild erneut in Camera Raw und kann neu justiert werden. Ich habe beispielsweise die Belichtung noch einmal nachträglich auf -1,60 geändert und die Lichter justiert.

Je nach Motiv und Farben in Ihrem Bild erhalten Sie mit dieser Methode eine unwahrscheinliche Wirkung. (tok)

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