Perfekte Dynamik durch automatische Doppelbelichtung

13. Dezember 2016
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

An einem strahlenden Sonnentag herrscht zwischen den Lichter- und Schattenpartien im Bild ein derart hoher Helligkeitsunterschied, dass ihn kaum eine Digitalkamera bändigen kann. So wie bei meiner Aufnahme einer Stadtlandschaft: Um zulaufende Lichter zu vermeiden, habe ich die automatische Belichtung so übersteuert, dass es keine zulaufende Schattenpartien gibt. Die Kehrseite der Medaille ist jedoch: Der Himmel wirkt nun viel zu hell, die Wolken heben sich kaum noch vom Firmament ab.

Zum Glück bietet Photoshop eine Reihe von Befehlen, mit denen Sie ausgewählte Bildbereiche gezielt abdunkeln. Allerdings hat auch dieses Verfahren seine Schattenseite: Sie müssen zunächst umständlich die Bildbereiche auswählen, die nicht abgedunkelt werden sollen.

Ich stelle Ihnen daher heute ein Verfahren vor, das ganz ohne aufwändige Auswahlen auskommt: Erzeugen Sie eine helle und eine dunkle Variante Ihres Bildes, die Photoshop dann vollautomatisch zu einem Bild mit perfekt durchgezeichneten Tiefen und Lichtern vereint. Sie benötigen dazu Photoshop CS4 oder eine neuere Version.

Beginnen Sie in Camera Raw

Zwei unterschiedlich belichtete Varianten Ihres Bildes erzeugen Sie am einfachsten mit Camera Raw. Zuerst kommt die hellere Version. Öffnen Sie Ihr Bild in Camera Raw, dem RAW-Konverter von Photoshop. Zwei Verfahren bieten sich dazu an: „

  • Starten Sie Bridge und klicken Sie auf die [1] Miniatur des gewünschten Bildes. Dann drücken Sie die Tastenkombination Strg+R.
  • In Photoshop nehmen Sie Datei, Öffnen als. Im Dialog geben Sie unter Öffnen als [2] Camera Raw vor. Dann doppelklicken Sie auf die gewünschte Bilddatei.

In beiden Fällen landet Ihre Aufnahme in Camera Raw. Hier stellen Sie nun Belichtung, Kontrast etc. so ein, dass die Schattenpartien im Bild perfekt durchgezeichnet sind. Bei meinem Beispielbild habe ich das bereits für Sie erledigt, klicken Sie daher gleich auf [3] Objekt öffnen. Falls die Schaltfläche bei Ihnen nicht erscheint, halten Sie die Shift-Taste gedrückt.

So erhalten Sie die dunklere Variante

Nachdem Sie Camera Raw verlassen haben, landet Ihr Bild als Smartobjekt in Photoshop. Hier erzeugen Sie sogleich die zweite, dunklere Variante:

  1. Klicken Sie mit rechts unter die [4] Bezeichnung des Smartobjekts (klicken Sie nicht auf die Miniatur!). Es öffnet sich ein Kontextmenü, hier wählen Sie Neues Smartobjekt durch Kopie.
  2. Photoshop legt ein Duplikat Ihres ursprünglichen Smartobjets in der Ebenenpalette ab. Doppelklicken Sie auf dessen [5] Miniatur, um es in Camera Raw zu öffnen.
  3. Stellen Sie [6] Belichtung, Kontrast, Lichter etc. ein, wie hier in der Abbildung zu sehen. Dann reduzieren Sie noch die [7] Farbtemperatur kräftig, bis Ihr Bild einen satt-blauen Himmel zeigt.
  4. Haben Sie für einen perfekt [8] durchgezeichneten Himmel gesorgt? Dann verlassen Sie Camra Raw mit einem Klick auf OK.

Wie Photoshop Ihre Bilder automatisch mischt

Jetzt kommt der Trick für perfekte Kontraste:

  1. Klicken Sie mit rechts auf eine [9] Smartobjekt-Miniatur und nehmen Sie Ebene rastern. Wiederholen Sie dies für das zweite Smartobjekt im Ebenenstapel.

  2. Klicken Sie bei gedrückter Shift-Taste die beiden [10] Miniaturen an, um sie auszuwählen.
  3. Weiter geht‘s im Bearbeiten-Menü – hier nehmen Sie Ebenen automatisch überblenden.
  4. Im Dialog aktivieren Sie [11] Bilder stapeln; [12] Nahtlose Töne und Farben schalten Sie ein. Bestätigen Sie mit OK.

Photoshop braucht jetzt einen Moment, bis das Ergebnis auf dem Schirm erscheint. Es kann sich in der Regel auf Anhieb sehen lassen – falls einmal nicht, bessern Sie noch nach.

So regulieren Sie die Kontraste nach

 

Falls die Kontrastautomatik von Photoshop nicht auf den ersten Schlag das gewünschte Ergebnis liefert, helfen Sie etwas nach. In unserem Beispiel darf der Himmel gerne noch etwas dunkler werden – das ist schnell erledigt:

  1. Klicken Sie in der Korrekturen-Palette auf das Symbol [13] Tonwertkorrektur.
  2. In der Eigenschaften-Palette klicken Sie auf das kleine Symbol [14] Schnittmaske erzeugen. Dann verschieben Sie den Gamma-Wert auf [15] 0,80.

Die [16] Schnittmaske sorgt dafür, dass sich die Tonwertkorrektur nur noch auf die sichtbaren Bildbereiche in der direkt untergeordneten Ebene auswirkt – also vor allem auf den Himmel in der Montage. Leider werden in unserem Beispiel aber auch [17] andere Bildbereiche abgedunkelt. Das lässt sich zum Glück leicht beheben. 

Wie Sie das Ergebnis verfeinern

Falls die Tonwertkorrektur nicht nur die gewünschten Bildbereiche abdunkelt, hilft ein einfacher Trick: Schwärzen Sie in der Ebenenmaske die Bildbereiche, die nicht von der Korrektur erfasst werden sollen:

  1. Drücken Sie die Taste D und dann X, um Schwarz als Malfarbe zu wählen.
  2. Klicken Sie in die Miniatur der [18] Ebenenmaske. Dann schalten Sie mit B den Pinsel ein.
  3. Klicken Sie mit rechts ins Bild, es öffnen sich die Pinseloptionen. Hier geben Sie eine Größe von [19] 100 Px vor; die Härte stellen Sie auf [20] 25 % ein.
  4. Übermalen Sie die [21] Bildbereiche, die von der Tonwertkorrektur nicht angetastet werden sollen.

So einfach mischen Sie ab sofort zwei unterschiedlich helle Varianten eines Bildes! Wenn Sie mit dem Ergebnis zufrieden sind, nehmen Sie Ebene, Auf Hintergrundebene reduzieren – dann speichern Sie Ihr Werk als JPEG-Datei.

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