Schärfentiefe erweitern – so geht's mit Photoshop

03. Mai 2016
Martin Vieten Von Martin Vieten, News & Trends, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials, Photoshop Elements, Digital Fotografieren, Multimedia ...

Haben Sie sich schon einmal an richtigen Nahaufnahmen versucht? Mit heutigen Digitalkameras ist das problemlos möglich, sie stellen meist schon auf Distanzen von 20 Zentimetern und noch weniger scharf. So bannen Sie ohne Umstände eine Briefmarke oder ein paar Euromünzen in voller Auflösung auf Ihren Chip.

Doch sobald Sie eine Szenerie mit räumlicher Tiefe aufnehmen, geraten Sie schnell an die Grenzen der Fotografie: Im Nahbereich ist die Schärfentiefe extrem klein. Alle Objekte, die sich nicht exakt in der eingestellten Entfernung befinden, geraten unscharf aufs Bild.

Photoshop ab Version CS4 bietet Ihnen einen Ausweg aus der Klemme: Zunächst nehmen Sie Ihr Motiv mehrfach auf, wobei Sie die Entfernungseinstellung von Bild zu Bild variieren. Im Beispiel hier habe ich erst das Playmobil-Männchen links vorne scharf gestellt, dann auf den Bauarbeiter hinten und schließlich auf den Kollegen rechts.

In Photoshop stapeln Sie dann alles übereinander und lassen das Programm automatisch aus jedem Bild nur die Bereiche übernehmen, die scharf sind.

Laden Sie Ihre Bilder in einen Ebenenstapel

Haben Sie Ihre Nahaufnahmen mit unterschiedlichen Schärfeebenen aufgenommen? Dann kann es jetzt losgehen: Stapeln Sie Ihre einzelnen Bilder in Photoshop übereinander. Dazu haben Sie gleich zwei Möglichkeiten – via Bridge und direkt in Photoshop. In Bridge gehen Sie so vor:

  1. Markieren Sie alle Bilder Ihrer Fotoserie mit [Strg]+Klick auf die jeweilige (1) Miniatur.
  2. Rufen Sie die Befehlsfolge Werkzeuge, Photoshop, Dateien in Photoshop-Ebenen laden auf.

Falls Sie nicht erst Bridge starten möchten, erzeugen Sie Ihren Ebenenstapel direkt in Photoshop:

  1. Rufen Sie Datei, Skripten, Dateien in Stapel laden auf.
  2. Aktivieren Sie (2) Dateien und klicken Sie auf (3) Durchsuchen.
  3. Markieren Sie die (4) Bilder, die Sie stapeln möchten und bestätigen Sie mit OK.
  4. Zurück im Dialog Ebenen laden, schalten Sie (5) Quellbilder nach Möglichkeit automatisch ausrichten aus. Dann bestätigen Sie mit OK.

 

 

So sorgen Sie für Übersicht im Stapel

Die Stapelautomatik von Photoshop hat Ihre Ebenen nach den (6) Dateinamen der Bilder benannt. Diese Bezeichnungen sind meist nicht sehr aussagekräftig – benennen Sie Ihre Ebenen besser um. Dazu doppelklicken Sie auf die (7) Ebenenbezeichnung und geben einen neuen Namen ein.

Ich wähle bei Schärfestapel die Namen so, dass sie mir sagen, wo die Schärfe bei der Aufnahme lag – also vorne, mitte oder hinten.

Wie Sie Ihre Ebenen perfekt ausrichten lassen

Entscheidend ist nun, dass Ihre Ebenen möglichst deckungsgleich übereinander liegen. Das erledigt Photoshop automatisch für Sie:

  1. Klicken Sie jede (8) Miniatur im Stapel bei gedrückter Umschalt-Taste an. So werden alle Ebenen aktiviert.
  2. Rufen Sie die Befehlsfolge Bearbeiten, Ebenen automatisch ausrichten auf.
  3. Im umfangreichen Dialog schalten Sie die Option (9) Collage ein. Dann noch ein Klick auf OK, und Photoshop legt Ihre Bilder möglichst passend übereinander.

TIPP: Der Befehl Ebenen automatisch ausrichten arbeitet umso genauer, je besser Ihre Bilder bereits von Haus aus übereinander passen. Um Photoshop die Arbeit nicht unnötig zu erschweren, nehmen Sie Ihre Nahaufnahmen am besten mit einem Stativ auf.

So blenden Sie unscharfe Bildbereiche aus

Jetzt kommt das Wichtigste: Lassen Sie Photoshop aus jeder Ebene die unscharfen Bereiche ausblenden. Dazu gehen Sie folgendermaßen vor:

 

  1. Gehen Sie ins Bearbeiten-Menü und wählen Sie Ebenen automatisch überblenden.
  2. Nehmen Sie die Option (10) Bilder stapeln und schalten Sie (11) Nahtlose Töne und Farben ein.
  3. Jetzt noch ein Klick auf OK und Photoshop startet das Überblenden. Die Operation ist sehr rechenintensiv – ein (12) Statusbalken informiert Sie über den Fortschritt.

 

TIPP: Eventuell bricht der Befehl Ebenen automatisch ausrichten ergebnislos ab. Dann helfen diese Maßnahmen:

  • Schließen Sie alle Programme bis auf Photoshop. Dann starten Sie den Befehl erneut.
  • Ändern Sie die Reihenfolge der Ebenen im Stapel.

So schneiden Sie Ihr Bild perfekt zu

Perfekt – die Schärfe erstreckt sich nun von dem kleinen Bauarbeiter links im Vordergrund bis zum Kollegen mit der Schaufel hinten. Aber eine Kleinigkeit stört noch: Da die Ausgangsbilder nicht exakt deckungsgleich waren, ist eine unscharfe (13) Randzone entstanden. Kappen Sie diesen Rand also noch ab:

 

  1. Nehmen Sie das (14) Auswahl-Rechteck aus der Werkzeugleiste. Oben in der Optionsleiste geben Sie für Weiche Kante (15) 0 Pixel vor, Art stellen Sie auf (16) Normal.
  2. Ziehen Sie bei gedrückter Maustaste einen (17) Rahmen um den Bildausschnitt auf, den Sie behalten möchten.
  3. Gehen Sie ins Bild-Menü und nehmen Sie Freistellen.

Fertig! Wenn Sie mit dem Ergebnis Ihrer Arbeit zufrieden sind, benötigen Sie den Ebenenstapel nicht mehr: Rufen Sie noch Ebene, Auf Hintergrundebene reduzieren auf, dann speichern Sie Ihr Werk als JPEG-Datei.

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