So schärfen Sie ohne Risiken und Nebenwirkungen im Lab-Modus

23. Oktober 2012

Unter Bildbearbeitungspuristen ist der Filter Unscharf maskieren verpönt. Der Grund: Unscharf maskieren verändert – wenn auch nur minimal – die Farbwerte in Ihrem Foto. Das stört in der Regel nicht. Wenn Sie aber zum Beispiel ein Portrait aufgenommen haben, sollte selbstverständlich der natürliche Ton der Haut nicht durchs Schärfen geändert werden. 

Schön wäre es also, wenn es eine Scharfzeichnungs-Methode gäbe, die die Farbwerte in Ihrem Foto nicht antastet. Da in Photoshop (fast) nichts unmöglich ist, können Sie Ihre Bilder auch ohne Risiken und Nebenwirkungen für Ihre Farben schärfen. Diese Methode hat noch einen Vorteil: Sie verstärkt nicht farbige Störpixel, die sich mitunter als Farbrauschen bemerkbar machen. Wie’s geht, zeigen wir hier am Beispiel von Photoshop CS3. Doch Sie können unser Verfahren ebenso gut mit älteren Photoshop-Versionen nachvollziehen.

Transferieren Sie Ihr Bild in den Lab-Modus

Beim üblichen RGB-Bild werden die drei Grundfarben Rot, Grün und Blau zu einem Farbbild gemischt. Jedes Pixel enthält also Informationen über die Helligkeit der drei Grundfarben. Für unser farbschonendes Schärfen wandeln wir das Bild in den Lab-Modus um. Er speichert pro Pixel einen Helligkeitswert (L für Luminanz) sowie zwei Farbwerte. Merken Sie sich einfach, dass im Lab-Modus Farben und Helligkeit getrennt voneinander behandelt werden.

Und so schärfen Sie im Lab-Modus:

  1. Gehen Sie im Menü BILD auf MODUS und nehmen Sie LAB-FARBE.
  2. Wechseln Sie zur KANÄLE-Palette. Klicken Sie auf HELLIGKEIT. Sie sehen jetzt ein reines Graustufenbild, da Photoshop die Farbinformationen ausblendet.
  3. Um wieder das Farbbild zu sehen, schalten Sie die Sichtbarkeit der Lab-Kanäle mit einem Klick auf das AUGENSYMBOL ein.
  4. Jetzt das Schärfen: Gehen Sie ins Menü FILTER und nehmen Sie SCHARFZEICHNUNGSFILTER, UNSCHARF MASKIEREN. Für STÄRKE stellen Sie 250% ein. Den Radius setzen Sie auf 0,5, den Schwellenwert auf 0. Dann klicken Sie auf OK.

TIPP: Unsere Einstellungen für UNSCHARF MASKIEREN eignen sich bestens für Architekturfotos. Wenn Sie Portrait- oder Landschaftsfotos schärfen möchten, gehen Sie behutsamer zu Werke: Beginnen Sie mit einer Stärke von 100%.

Jetzt wandeln Sie das Bild wieder in den RGB-Modus zurück: Gehen Sie erneut ins Menü BILD und nehmen Sie MODUS, RGB-FARBE. Schon fertig!

Wie Sie Ihre Einstellungsebenen erhalten

Unser Verfahren funktioniert prima, solange Sie mit einem „flachen“ Bild ohne Einstellungsebenen arbeiten. Haben Sie jedoch eine oder mehrere Einstellungsebenen über Ihr Bild gelegt, gibt es ein Problem: Photoshop kann die Einstellungsebenen beim Konvertieren in den Lab-Modus nicht erhalten. Es erscheint eine entsprechende Warnung.

Jetzt haben Sie zwei Möglichkeiten:

  • Wenn Sie Ihr Bild nicht mehr ändern möchten, klicken Sie auf Zusammenfügen. Die Einstellungsebenen werden dauerhaft in Ihr Foto gerechnet. Verfahren Sie nun weiter, wie oben beschrieben, um Ihr Bild zu schärfen.
  •  Sie möchten Ihre Einstellungsebenen lieber erhalten? Dann klicken Sie auf Abbrechen. Sie können dennoch im Lab-Modus schärfen:
  1. Schalten Sie die Sichtbarkeit aller Einstellungsebenen aus, indem Sie das AUGENSYMBOL wegklicken. 
  2. Markieren Sie Ihr komplettes Bild mit der Tastenkombination STRG+A. Mit STRG+C kopieren Sie es in die Zwischenablage.
  3. Gehen Sie im Menü DATEI auf NEU und nehmen Sie die Vorgabe ZWISCHENABLAGE. Fügen Sie Ihre Bildkopie mit STRG+V ein.
  4. Ihr Bild landet in einer neuen Datei. Die wandeln Sie nun in den Lab-Modus um und schärfen dann, wie oben beschrieben. 

Jetzt muss Ihr geschärftes Bild wieder zurück in die Ausgangsdatei: Markieren Sie wieder alles mit STRG+A und kopieren Sie mit STRG+C in die Zwischenablage. Dann wechseln Sie über das Fenster-Menü zur Ausgangsdatei:

  1. Aktivieren Sie die Ebene, die Ihre Bilddaten enthält.
  2. Mit der Tastenkombination STRG+V fügen Sie die geschärfte Version ein. Photoshop wandelt sie automatisch in den RGB-Modus der Zieldatei um.
  3. Schließlich schalten Sie noch Ihre EINSTELLUNGSEBENEN über das Augensymbol ein.

Das war’s. Speichern Sie Ihr Bild als PSD-Datei, damit alle Ebenen erhalten bleiben.

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