So simulieren Sie Blendenflecken und Streulicht

05. Juli 2016
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

So manches Foto wirkt erst dann richtig, wenn es typische Unzulänglichkeiten des verwendeten Objektivs zeigt. Dazu gehören zum Beispiel Blendenflecken. Sie entstehen meistens (aber eben nicht immer), wenn sich eine starke Lichtquelle am Rand des Bildausschnitts befindet – etwa die Sonne oder ein starker Scheinwerfer bei Nachtaufnahmen.

ACHTUNG Fotografieren Sie tagsüber niemals direkt in die Sonne, wenn Sie eine Sucherkamera verwenden. Sie laufen Gefahr, die Netzhaut des Auges zu verbrennen, was zu Erblinden führt! Steht die Sonne knapp über dem Horizont, besteht die Gefahr indes nicht.

Blendenflecken sind umso stärker ausgeprägt, je weiter Sie das Objektiv bei der Aufnahme abblenden. Mein Bild entstand bei Blende F5.6, zudem ist das verwendete Objektiv sehr gut korrigiert, sodass die Aufnahme keine Blendenflecken zeigt. Da ich mir den Effekt für dieses Bild jedoch gewünscht habe, musste Photoshop ran!

Sie erzeugen Blendenflecken mit dem gleichnamigen Filter, der bereits bei der Ur-Version von Photoshop mit an Bord war. Ich stelle Ihnen hier indes eine flexible Bearbeitungstechnik vor, die ab Photoshop CS4 funktioniert.

Legen Sie den Effekt auf eine separate Ebene

Prinzipiell könnten Sie den Filter Blendenflecken direkt auf Ihre Bildebene loslassen. Flexibler sind Sie jedoch, wenn Sie den Effekt auf eine eigenständige Ebene legen:

  1. Drücken Sie die Tastenkombination Umschalt+Strg+N – es öffnet sich der Dialog Neue Ebene.
  2. Geben Sie der Ebene einen aussagekräftigen Namen – ich habe sie [1] Blendenflecken genannt.
  3. Stellen Sie den Modus auf [2] Hartes Licht um. Aktivieren Sie zudem [3] Mit neutraler Farbe für den Modus ‚Hartes Licht‘ füllen (50 % Grau).

Nachdem Sie auf OK geklickt haben, legt Photoshop eine [4] neue, neutralgraue Ebene über ihr Bild – eine Änderung sehen Sie zunächst nicht. Klicken Sie rechts neben die Ebenenminiatur und nehmen Sie [5] In Smartobjekt konvertieren.

So entstehen die Blendenflecken

Ist die Ebene Blendenflecken noch aktiv? Dann kommt jetzt der große Auftritt des Filters Blendenflecken – Sie rufen ihn unter Filter, Renderfilter auf. Das stellen Sie ein:

  1. Ziehen Sie den [6] Ausgangspunkt des Effekts auf das Zentrum Ihrer Lichtquelle.

Tipp: Sie können den Mittelpunkt des Effekts auch exakt angeben. Dazu klicken Sie bei gedrückter Alt-Taste in die Vorschau des Filterdialogs. Es öffnet sich ein weiteres Dialogfenster – für mein Beispielbild geben Sie hier die Werte aus der nebenstehenden Abbildung ein.

  1. Stellen Sie die Helligkeit auf [7] 150 % ein. Wählen Sie die Objektivart [8] 50-300 mm Zoom. Bestätigen Sie mit OK.

Die Blendenflecken, die der Filter erzeugt hat, wirken unrealistisch hart – soften Sie sie etwas ab. Dazu rufen Sie Filter, Weichzeichnungsfilter, Matter machen auf. Für Radius geben Sie [9] 60 Pixel vor und den Schwellenwert stellen Sie auf [10] 15 Stufen ein.

Wie der Effekt intensiver wirkt

Die Blendenflecken dürften für meinen Geschmack gerne noch intensiver strahlen und leuchten. Sie könnten jetzt auf den Smartfilter-Eintrag [11] Blendenflecken doppelklicken und dann die Helligkeit erhöhen. Da der Filter jedoch keine Echtzeitvorschau zeigt, lässt sich die Wirkung dieser Änderung nicht vorab sehen. Ich habe mich daher für eine andere Möglichkeit entschieden:

  1. Klicken Sie auf die Miniatur [12] Blendenflecken, um die Ebene zu aktivieren. Dann nehmen Sie [13] Gradationskurven aus der Korrekturen-Palette.
  2. Öffnen Sie die [14] Vorgabe-Liste und nehmen Sie Kontrastverstärkt. Das sieht schon besser aus, aber noch nicht gut genug!
  3. Klicken Sie auf den mittleren [15] Kontrollpunkt und ziehen Sie ihn sachte nach oben. Sie brauchen die Werte [16] Eingabe: 200 und [17] Ausgabe: 231. Alternativ geben Sie die Werte direkt ein.
  4. Damit sich die Korrektur nur auf die Effektebene auswirkt, aktivieren Sie noch auf [18] Auf darunter liegende Ebene beschränken.

So sorgen Sie für den Streulicht-Effekt

Wenn Sie direkt in eine Lichtquelle fotografieren, wird das Licht von den Oberflächen der Linsen im Objektiv teilweise zurückgeworfen. Es entsteht Streulicht, das für einen weichen und meist auch warmen Bildeindruck sorgt. Hochwertige Objektive sind heute ziemlich immun gegen diesen in der Regel unerwünschten Effekt – bei Bedarf simulieren Sie ihn mit Photoshop:

  1. Aktivieren Sie die oberste Ebene im Stapel, Kurven 1. Dann klicken Sie am Fuße der Ebenenpalette auf das Symbol [19] Neue Einstellungsebene und wählen Farbfläche.
  2. Es öffnet sich der Farbwähler. Hier wählen Sie ein warmes Gelb mit den Werten [20] R: 230, G: 210 und B:70.
  3. Nachdem Sie mit einem OK-Klick die Farbebene erzeugt haben, ändern Sie deren Modus auf [21] Abdunkeln. Reduzieren Sie zudem die Deckkraft auf rund [22] 25 %.

Fertig! Und welches Motiv versehen Sie als Nächstes mit Blendenflecken und Streulicht?

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