So verschwinden lästige Farbsäume

12. April 2016

Wer Landschaften oder Stadtansichten mit einem Weitwinkelobjektiv fotografiert, wünscht sich meist das gesamte Bild scharf bis in die letzten Ecken. Doch die Realität sieht leider oft anders aus: Im Zentrum ist das Foto noch scharf, die Ränder wirken jedoch verwischt und Kontrastkanten sehen aus wie mit einem Leuchtmarker nachgezogen.

Verantwortlich dafür ist eine physikalische Eigenschaft des Lichts: Es wird abhängig von der Wellenlänge unterschiedlich stark gebrochen. Dadurch fächert das Glas im Objektiv die Lichtstrahlen je nach Farbe unterschiedlich stark auf. Diese chromatische Aberration lässt sich nur mit sehr hohem Aufwand minimieren, ganz bekommen die Objektivhersteller sie nicht in den Griff.

Aber Sie haben ja Photoshop! Mit Ihrem Bildbearbeitungsprogramm eliminieren Sie störende Farbränder ohne viel Federlesen. Probieren Sie es aus.

Zunächst richten Sie den Dialog „Objektivkorrektur“ ein

Los geht‘s: Öffnen Sie Ihr Problembild in Photoshop, dann rufen Sie Filter, Objektivkorrektur auf. Dort wechseln Sie sogleich ins Register [1] Benutzerdefiniert. So geht es weiter:

  1. Damit Sie die Farbsäume im Bild gut beurteilen können, lassen Sie es vergrößert anzeigen. Klicken Sie auf den [2] kleinen Pfeil und nehmen Sie [3] Tatsächliche Pixel. Ein Pixel in Ihrer Aufnahme wird nun durch genau einem Pixel Ihres Monitors wiedergegeben.
  2. Nehmen Sie das [4] Hand-Werkzeug (oder halten Sie die Leertaste gedrückt). Dann ziehen Sie einen Ausschnitt mit deutlichen Kontrastkanten aus dem Randbereich Ihres Fotos in das Vorschaufenster der Dialogs.

Unser Beispielbild zeigt deutlich, worum es geht: Die zur Bildmitte weisenden Motivkanten [5] glühen rot. Weisen die Kanten nach außen, leuchten sie [6] cyanfarben.

So eliminieren Sie die Farbsäume

Durch chromatische Aberration hervorgerufene Farbsäume treten stets paarweise auf – je nachdem, ob die Kontrastkanten zum Bildzentrum weisen oder zu den Rändern. In unserem Beispiel sind es Rot/Cyan-Farbränder. Ziehen Sie daher den entsprechenden Regler auf [7] +80,00. Die [8] Farbsäume sind damit verschwunden – zumindest fast.

Wie Sie das Ergebnis noch verfeinern können, erfahren Sie gleich. Ziehen Sie jetzt erst einmal einen Ausschnitt vom äußersten Bildrand in die Vorschau der Objektivkorrektur. Sie sehen, dass an den Rändern Bereiche mit [9] transparenten Pixeln entstanden sind. Die Lösung dieses Problems heben wir uns bis ganz zum Schluss auf.

Farbsäume von Hand retuschieren – so wird‘s gemacht

Auch wenn die Objektivkorrektur der Farbränder nicht komplett Herr werden kann – bestätigen Sie sie jetzt mit OK. Drücken Sie dann in Photoshop so oft die Tastenkomnination [Strg]+[+], bis Ihr Bild in der [10] 200%-Ansicht erscheint – also in zweifacher Vergrößerung. Jetzt sehen Sie deutlich, dass insbesondere in den dunklen Bereichen der Kanten noch Reste der [11] Farbe übrig geblieben sind.

Letzte Reste der Farbränder retuschieren Sie von Hand. Dazu legen Sie eine Einstellungsebene Farbton/Sättigung über Ihr Bild: Klicken Sie am Fuße der Ebenenpalette auf das Symbol [12] Neue Einstellungsebene und wählen Sie [13] Farbton/Sättigung.

Tipp: Die manuelle Retusche empfiehlt sich auf, wenn in Ihrem Bild Farbränder am Übergang zwischen scharfen und unscharfen Bereichen auftreten.

Wie Sie die Farbränder entsättigen

Zuerst kümmern Sie sich nun um die roten Farbsäume:

  1. Wählen Sie [14] Röttöne – die Sättigung reduzieren Sie kräftig auf [15] -60. Die letzten [16] roten Farbverfälschungen sind damit verschwunden.
  2. Ganz ähnlich verfahren Sie nun mit cyanfarbenen Farbrändern: Nehmen Sie [17] Cyantöne, deren Sättigung verringern Sie auf [18] -70. Damit sind auch diese [19] Farbsäume Geschichte.

Das sieht jetzt schon fast perfekt aus! Eine Schwierigkeit bleibt aber noch: Ihre Farbkorrektur wirkt sich auf das gesamte Bild aus und nicht nur auf farbige Kanten. Lesen Sie im nächsten Schritt, wie Sie die Korrektur auf die Kontrastkanten beschränken.

Wie Sie das Ergebnis verfeinern

Jetzt bleibt nur noch eine Kleinigkeit zu erledigen: Beschränken Sie Ihre Farbkorrektur auf die empfindlichen Bildbereiche:

Klicken Sie auf die [20] Miniatur der Ebenenmaske von Farbton/Sättigung. Dann kehren Sie die Farbe der Ebenenmaske mit [Strg]+[I] in Schwarz um.

Drücken Sie die Taste [D], um Weiß als Malfarbe zu wählen. Aktivieren Sie den [21] Pinsel und klicken Sie mit rechts ins Bild. Es öffnen sich die Pinseloptionen. Hier stellen Sie die Größe auf [22] 30 Px ein, die Härte geben Sie mit [23] 25 % vor. Drücken Sie auch noch die Taste [0], um die Deckkraft auf 100 % zu setzen.

Malen Sie mit dem Pinsel an den [24] Problemkanten im Bild entlang. Letzte Farbreste verschwinden augenblicklich.

Jetzt bleibt nur noch eines zu erledigen – kappen Sie die transparenten Bildränder. Dazu rufen Sie Bild, Zuschneiden auf. Im Dialog aktivieren Sie [25] transparenten Pixeln und setzen unter [26] Entfernen alle vier Häkchen. Dann noch ein Klick auf OK und Sie sind fertig!

Top-Bildbearbeitungstipps - regelmäßig in Ihr Postfach!

Jetzt gratis per E-Mail

DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Weitere Artikel zum Thema

Top Bildbearbeitungs-Tipps

Jetzt gratis per E-Mail

  • Photoshop-Tutorials
  • Digitalfotografie-Tipps
  • regelmäßig & kostenlos
DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Experten

Rudolf Ring twittert für @Computerwissen

Die von Ihnen eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt. Bitte korrgieren Sie Ihre Eingabe und klicken Sie auf "OK":

Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus und klicken Sie auf "OK"