So wird Ihr Bild zur Spielzeuglandschaft

07. März 2017
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

Eine Landschaft wie aus einer Spielzeugwelt – und doch habe ich die Szenerie ganz real im Hamburger Hafen aufgenommen. Viele Digitalkameras können diesen Spielzeugeffekt bereits bei der Aufnahme erzeugen. Dabei bleibt nur eine schmale Zone rund um das Hauptmotiv scharf, der Rest versinkt in Unschärfe. 

Doch der Effekt lässt sich direkt bei der Aufnahme kaum steuern. Besser geht‘s mit dem neuen Tilt-Shift-Weichzeichner, den Adobe mit Photoshop CS6 eingeführt hat. Mit diesem Filter haben Sie fantastische Möglichkeiten:

Steuern Sie den Grad der Unschärfe ganz wie Sie möchten.

Legen Sie den Verlauf der Unschärfe nach Belieben fest.

Ändern Sie bei Bedarf die Richtung des Unschärfeverlaufs.

Lassen Sie Spitzlichter wie bei einer fotografisch erzeugten Unschärfe überstrahlen.

Ich zeige Ihnen hier, wie Sie den Tilt-Shift-Filter in Photoshop richtig anwenden. Alle Arbeitsschritte können Sie direkt mit meinem Beispielbild Spielzeugeffekt nachvollziehen.

Lernen Sie den neuen Filter-Dialog kennen

Neu ab Photoshop CS6 sind die drei Weichzeichnungsfilter, Feld-Weichzeichnung, Iris-Weichzeichnung und eben der Tilt-Shift-Filter, den wir hier jetzt benötigen. Diesen Filtern hat Adobe einen gänzlich neuen Dialog spendiert. Er erscheint anstelle des üblichen Photoshop-Bildschirms und bietet so eine sehr großzügige Vorschau. Dazu gleich mehr – jetzt bereiten Sie erst einmal Ihr Bild vor: 

  1. Die drei neuen Weichzeichner lassen sich leider nicht als Smartfilter anwenden, sie verändern die Pixel Ihrer Bildebene dauerhaft. Heben Sie zur Sicherheit Ihre Bild auf eine neue Ebene, mit der Tastenkombination STRG+J ist das schnell erledigt.
  2. Damit Sie es später noch wissen, benennen Sie die neue Ebene um – ich habe sie hier [1] Schubverband gefiltert genannt. Dazu doppelklicken Sie einfach auf die Bezeichnung und geben einen neuen Namen ein.

Haben Sie das? Dann rufen Sie Filter, Weichzeichnungsfilter, Tilt-Shift auf. Die üblichen Bedienelemente von Photoshop verschwinden, stattdessen erscheinen Regler und Werkzeuge des Tilt-Shift-Filters.

So steuern Sie die Unschärfe

Mit dem neuen Filterdialog hat Adobe auch ein verbessertes Bedienkonzept eingeführt. Sie geben viele Werte nicht mehr umständlich per Regler ein, sondern bequem mit interaktiven Eingabehilfen direkt an Ihrem Bild. So geht‘s:

  1. In der Bildmitte sehen Sie den Steuerkreis. Klicken Sie auf den [2] innersten Punkt und ziehen Sie den Kreis nach unten, bis er auf dem Schubverband liegt.
  2. Auch die Filterstärke stellen Sie direkt am Steuerkreis ein: Klicken Sie auf den [3] äußeren Ring und ziehen Sie nach links, um stärker weich zu zeichnen. Der Ring wird weiter mit Weiß gefüllt, zudem blendet Photoshop den aktuell eingestellten Wert ein. Stellen Sie [4] Weichzeichnen: 20 ein.

Tipp: Links im Bedienfeld des Filters gibt es den Regler [5] Weichzeichnen. Alternativ stellen Sie die Stärke der Unschärfe auch hier ein.

  1. Unser Unschärfeverlauf soll nicht komplett waagerecht liegen, sondern parallel zum Schiff. Dazu drehen Sie die Markierung: Klicken Sie auf den [6] Kontrollpunkt und ziehen Sie die Maus nach links, bis Photoshop ca. [7] -3,9° meldet.

Wie Sie die Unschärfe gestalten

In unserem Beispiel soll die Schärfe hinten im Motiv stärker abnehmen als vorne. Dazu formen Sie jetzt den Verlauf der Unschärfe neu:

  1. Der Bereich zwischen den durchgezogenen Linien wird nicht weichgezeichnet. Ziehen Sie die [8] untere Linie bei gedrückter Maustaste etwas nach unten – so erweitern Sie den Bereich, der scharf bleibt.
  2. Im Bereich zwischen den durchgezogenen und den gestrichelten Linien nimmt die Filterwirkung allmählich zu. Alles, was außerhalb der gestrichelten Linien liegt, wird mit ganzer Kraft weichgezeichnet. Ziehen Sie die [9] gestrichelte Linie oben etwas in Richtung Zentrum.
  3. Unten erweitern Sie den Schärfeverlauf. Dazu ziehen Sie die [10] untere gestrichelte Linie weg vom Zentrum – perfekt!

Die Unschärfe verläuft perfekt. Damit sie aber auch aussieht wie fotografiert (und nicht wie mit Photoshop erzeugt), lassen Sie zusätzlich die Spitzlichter etwas überstrahlen. Dieser Effekt ist typisch für Motivbereiche, die nicht in der fotografischen Schärfeebene liegen: Klappen Sie das Bedienfeld [11] Weichzeichnungsfilter auf und ziehen Sie den Regler [12] Bokeh-Lichter auf [13] 27 % auf. Stören Sie nicht daran, dass die [14] Fassaden komplett überstrahlen – das beheben Sie gleich.

So verfeinern Sie das Bokeh

 

Mit dem Regler Bokeh-Lichter haben Sie soeben für überstrahlende Spitzlichter gesorgt. Eine optische Linse lässt jedoch nicht helle Flächen überstrahlen, sondern vor allem Punktlichtquellen oder punktförmige Reflexionen. Sorgen Sie also noch dafür, dass nur ausgewählte Helligkeitsbereiche vom Bokeh-Effekt erfasst werden:

  1. Ziehen Sie unter Helligkeitsbereich das [15] weiße Rechteck nach links bis auf den Wert [16] 200. Das heißt: Alle Pixel, die einen höheren Helligkeitswert als 200 aufweisen, werden jetzt nicht mehr vom Weichzeichnungseffekt erfasst – so auch die [17] Fassade im Hintergrund.
  2. Verschieben Sie auch noch den [18] schwarzen Regler nach links auf den Wert [19] 160. Der Bokeh-Effekt wirkt damit auf alle Pixel mit einem Helligkeitswert zwischen 160 und 200.

Damit sind Sie jetzt fertig. Bevor Sie nun aber auf OK klicken, prüfen Sie die Filterwirkung noch einmal: Schalten Sie die Vorschau auf [20] Hohe Qualität um. Jetzt dauert es zwar eine Weile, bis Photoshop nach einer Änderung der Einstellungen das Vorschaubild neu aufbaut – zur letzten Kontrolle ist die Vorgabe Hohe Qualität jedoch bestens geeignet.

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