Tiefenschärfe nach Maß

02. Juli 2013
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

Eine Aufnahme, die von vorne bis unendlich alles scharf wiedergibt – für Landschaftsfotos ist das perfekt. Bei Portraitfotos oder Sachaufnahmen wünscht man sich dagegen nur das Hauptmotiv gestochen scharf. Weniger wichtige Bildpartien wie der Hintergrund dürfen gerne in Unschärfe versinken – das lenkt den Blick des Betrachters automatisch auf die Hauptsache.

Wie in unserem Beispielfoto: Die Tonfigur hebt sich kaum von der Vitrine im Hintergrund ab. Schicken Sie dieses Bild daher zur Intensivkur in Photoshop CS2 oder CS: Mit dem Filter Tiefenschärfe abmildern sorgen Sie für einen professionellen Schärfeverlauf.

So bereiten Sie Ihr Foto vor

Zunächst gilt es, die Bildteile auszuwählen, die Sie in Unschärfe versinken lassen möchten. Dazu markieren Sie die Skulptur – am besten mit dem Magnetischen Lasso – und kehren die Auswahl dann mit der Tastenkombination SHIFT+STRG+I um.

Wie Sie für perfekten Schärfeverlauf sorgen

Wenn Sie bei der Aufnahme mit großer Blende direkt auf die Tonfigur fokussieren, gerät auch der Teil der Tischplatte scharf, der mit der Skulptur in derselben Fokusebene liegt. Hinzu kommt: Außerhalb der Fokusebene nimmt die Schärfe bei zunehmender Entfernung kontinuierlich ab. Es reicht also nicht, nur die Skulpur von der Wirkung des Filters Tiefenschärfe abmildern auszunehmen. Wir müssen auch eine Schärfeebene festlegen sowie den gewünschten Schärfeverlauf definieren:

  1. Gehen sie im Menü Auswahl auf Auswahl speichern. Geben Sie den Namen „Hintergrund“ ein und klicken Sie auf OK.
  2. Wechseln Sie in die Kanäle-Palette. Hier sehen Sie den Kanal Hintergrund – Ihre gespeicherte Auswahl. Darin wird der ausgewählte Bereich weiß dargestellt, die geschützte Bildpartie – also unsere Skulptur – erscheint schwarz. Unsere Aufgabe ist es nun, alle Bereiche des Bildvordergrunds in der Maske zu schwärzen, die der Filter Tiefenschärfe abmildern nicht berücksichtigen soll. Ferner soll ein Verlauf von Schwarz nach Weiß im hinteren Bereich des Tisches dafür sorgen, dass dieser weich in Unschärfe übergeht.
  3. Das erreichen Sie, indem Sie einen Verlauf in die Maske zeichnen: Klicken Sie bei gedrückter STRG-Taste auf das Kanal-Symbol „Hintergrund“. Jetzt folgt ein weiterer Klick auf „Hintergrund“, diesmal ohne STRG-Taste. Der geschützte Bildbereich, also die Skulptur, erscheint mit einem rötlichen Schleier überzogen.
  4. Nehmen Sie aus der Werkzeug-Palette das Verlaufswerkzeug. Stellen Sie in der Optionsleiste oben einen Verlauf von Schwarz nach Weiß ein.
  5. Ziehen Sie nun eine Linie, die etwa vom Fuß der Tonfigur bis zum Rand der Tischplatte reicht. Jetzt wird auch der untere Bildbereich rot markiert, diese Markierung nimmt nach oben hin ab. 

Mit dieser Maßnahme sorgen Sie dafür, dass sich die Tischplatte wie gewünscht nach hinten in Unschärfe verliert. Aber der Krug im Bildvordergrund ist weiterhin nur unten scharf. Er bedarf also noch einer Sonderbehandlung:

Ist weiterhin der Kanal „Hintergrund“ aktiv? Dann nehmen Sie jetzt den Pinsel aus der Werkzeugkiste, stellen Sie gegebenenfalls die Vordergrundfarbe auf „schwarz“. Nehmen Sie eine Pinselgröße von etwa „100“. Dann malen Sie den Tonkrug aus – er wird ebenfalls rot markiert. 

Endlich: Die fotografische Unschärfe

Nach allen diesen Vorbereitungen, kommt nun endlich der Befehl Tiefenschärfe abmildern zum Zug. Bevor Sie ihn aufrufen, klicken Sie aber noch in der Kanäle-Palette auf RGB. Im Dialog Tiefenschärfe abmildern stellen Sie dann Folgendes ein: 

  1. Als Quelle wählen Sie Ihren Alpha-Kanal „Hintergrund“. Den Radius stellen Sie auf „50“. Sogleich verliert sich der Tisch nach hinten wie gewünscht in Unschärfe. Der Krug und die Skulptur bleiben dagegen perfekt scharf. 
  2. Aber das ist noch längst nicht alles: Jetzt simulieren Sie die perfekte fotografische Unschärfe. Schalten Sie in der Vorschau auf Genauer um. Simulieren Sie dann ein Objektiv mit sechs Blendenlammellen, indem Sie unter Form „Sechseck (6)“ nehmen. 
  3. Jetzt sorgen Sie noch dafür, dass Lichtreflexionen in unscharfen Bildbereichen ihren fotografisch korrekten Look erhalten: Stellen Sie die Helligkeit auf 33, den Schwellenwert senken Sie auf 225. Jetzt wirken auch die Reflexionen in der Vitrine fotorealistisch. 
  4.  Zum Schluss simulieren Sie noch das für Digitalfotos typische, stärkere Bildrauschen in unscharfen Bildbereichen, indem Sie Störungen auf „4“ stellen. 

Nach einem Klick auf OK halten Sie ein Foto mit perfektem Schärfeverlauf in Händen. Dass Sie diesen in Photoshop simuliert haben, müssen Sie ja niemandem erzählen! (nh)

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