Wie Sie die Tonwertkorrektur verstehen und anwenden

24. Mai 2016
Monika Rohn (Herausgeberin) Von Monika Rohn (Herausgeberin), Office, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials ...

Photoshop bietet eine Vielzahl von Werkzeugen zur Korrektur von Helligkeits- und Kontrastproblemen. Als „Schweizer Messer“ dafür dient oft die Tonwertkorrektur.

Mit diesem Befehl

  • verstärken Sie die Kontraste, sodass Ihr Bild prägnanter wird,
  • verteilen Sie die Tonwerte im Bild neu, sodass es insgesamt heller oder dunkler wird.

Mein Beispielbild Tonwertkorrektur ist ein typischer Fall für das Universalwerkzeug: Der morgendliche Dunst hat alle Kontraste gedämpft, die Aufnahme wirkt schlapp und kraftlos. Zudem hat die Kamera das Motiv etwas knapp belichtet, sodass die Aufnahme zu dunkel geraten ist.

In diesem Beitrag zeige ich Ihnen, wie Sie derartige Probleme zunächst mit dem Histogramm analysieren und dann mit der Tonwertkorrektur beheben.

Was zeigt das Histogramm?

Wenn Sie ein Problembild vor sich haben, werfen Sie zunächst einen Blick auf das Histogramm; mit Fenster, Histogramm schalten Sie es ein. Das Histogramm zeigt, wie häufig Pixel mit einem bestimmten Helligkeitswert in Ihrem Bild vorkommen. In unserem Beispielbild verteilt sich die Pixelhelligkeit wie folgt:

  • Die Helligkeit steigt von links 0 (Schwarz) nach rechts 255 (Weiß). Mein Bild zeigt [1] links keinen Ausschlag, schwarze und dunkle Pixel fehlen völlig. „
  • Auch [2] rechts verläuft die Grafik auf der Nulllinie, es kommen ebenfalls keine weißen und hellen Pixel im Bild vor. „
  • Alle Tonwerte drängen sich im [3] mittleren Bereich der Grafik.

Sie korrigieren ein derart komprimiertes Histogramm, indem Sie es „auseinander ziehen“. Setzen Sie also die dunkelsten Tonwerte im Bild auf Schwarz, die hellsten auf Weiß. Dazu brachen Sie die Tonwertkorrektur, mit einem Klick auf ihr [4] Symbol in der Korrekturen-Palette schalten Sie sie ein.

Tipp: Wenn Sie mit einer älteren Photoshop-Version ohne Korrekturen-Palette arbeiten, klicken Sie auf das Symbol [5] Neue Einstellungsebene und nehmen Tonwertkorrektur.

So verteilen Sie die dunklen Tonwerte neu

Zunächst kümmern wir uns darum, dass das Bild mehr Biss in den Tiefen bekommt:

  1. Ziehen Sie den [6] Schwarz-Regler nach innen, bis er an die linke Flanke des Histogramms stößt. Ihr Bild wird merklich dunkler.
  2. Im Eingabefeld zeigt die Tonwertkorrektur [7] 75. Das heißt: Alle Pixel mit einem Helligkeitswert von 75 oder darunter werden auf den Wert 0 = reines Schwarz gesetzt.
  3. Welche Pixel in Ihrem Bild durch die Korrektur reinschwarz werden, können Sie leicht sichtbar machen: Halten Sie die Alt-Taste gedrückt, während Sie am Schwarz-Regler ziehen. In [8] Weiß erscheinen die Bildbereiche, die kein Schwarz enthalten. Je weiter Sie den Schwarz-Regler nach innen ziehen, desto mehr [9] Bereiche treten aus der weißen Fläche hervor. Diese Partien werden komplett schwarz, enthalten also keinerlei Zeichnung mehr.

Wie Sie den Kontrast weiter verbessern

Der Schwarzwert 75 aus dem letzten Schritt war etwas zu hoch, denn er lässt bereits Zeichnung in den dunkelsten Bildpartien verschwinden. Ziehen Sie daher den Schwarz-Regler wieder etwas nach links zurück auf [10] 60. Das Histogramm zeigt nun am [11] linken Rand einen ersten leichten Ausschlag – so soll es sein.

Als nächstes kümmern Sie sich um die Lichter: Ziehen Sie den [12] Weiß-Regler ebenfalls nach innen. Bei [13] 190 hat er seine optimale Position erreicht. Zur Kontrolle, ob bereits Pixel im Bild reinweiß werden, können Sie wieder die Alt-Taste gedrückt halten.

Das Histogramm meldet unverzüglich, was passiert ist: Sie haben nun auch die Lichter beschnitten – alle Pixel mit einem Helligkeitswert von 190 und größer sind reinweiß (Helligkeit: 255) geworden; die Grafik stößt nun auch an den [14] rechten Rand. Oder anders ausgedrückt: Sie haben das Histogramm wie auf einem Gummiband auseinander gezogen, sodass es nun den gesamten nutzbaren Kontrastumfang ausschöpft. Das Bild ist nun sichtbar kontrastreicher – wie gewünscht.

Tipp: Das Histogramm zeigt nun aber auch [15] deutliche Lücken zwischen den einzelnen Tonwertstufen, die Übergänge zwischen den einzelnen Tonwertstufen sind gröber geworden. Zu groß dürfen diese Lücken nicht werden, aber hier gehen sie gerade noch in Ordnung.

Wie Sie Helligkeit und Farbe steuern

Bislang haben Sie sich nur um die Kontraste gekümmert. Mit der Tonwertkorrektur können Sie aber auch die Helligkeit einstellen. Unser Bild ist weiterhin zu dunkel. So hellen Sie es auf: Ziehen Sie den mittleren [16] Gamma-Regler nach links auf [17] 1,25. Merken Sie sich:

  • Ein Gamma-Wert < 1 dunkelt ab. „
  • Ein Gamma-Wert > 1 hellt auf.

Kontraste und Helligkeit sind nun perfekt. Allerdings hat die Tonwertkorrektur auch die Farben kräftig verstärkt. Insbesondere das [18] Blau in den Schattenpartien leuchtet nun doch sehr dominant. Dagegen hilft ein einfacher Trick: Ändern Sie den Modus der Einstellungsebene [19] Tonwertkorrektur auf [20] Luminanz. Jetzt wirkt die Korrektur nur noch auf die Helligkeitsinformationen in der Bilddatei, nicht aber auf die Farben.

Unser Beispielbild verliert jedoch durch diese Maßnahme deutlich an Wirkung – stellen Sie den Modus wieder auf Normal zurück. Um die Farbwirkung kümmern Sie sich dann im letzten Schritt gesondert.

So erhalten Sie Farben nach Maß

Im Beispielbild hat die Tonwertkorrektur das Blau überbetont, das Rot könnte hingegen noch kräftiger leuchten. Das ist schnell erledigt:

  1. Erzeugen Sie eine weitere Einstellungsebene Farbton/Sättigung, zum Beispiel mit einem Klick auf das [21] entsprechende Symbol in der Korrekturen-Palette.
  2. Wählen Sie [22] Blautöne. Die Sättigung reduzieren Sie auf [23] ­-20. Jetzt ist das Blau gedämpft.
  3. Verstärken Sie nun noch das Rot: Nehmen Sie [24] Rottöne und erhöhen Sie deren Sättigung auf [25] +17

Perfekt! So einfach passen Sie Kontraste, Helligkeit und Farben in Ihrem Bild optimal an.

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