Wahlomat abgeschaltet – und jetzt?

23. Mai 2019
Achim Wagenknecht Von Achim Wagenknecht, Freeware & Open Source, News & Trends, Linux, OpenOffice, Picasa, GIMP, Multimedia ...

Die Bundeszentrale für politische Bildung hat sich gründlich blamiert: Sie ist nicht in der Lage, in ihrem Wahlomaten Auswertungen für mehr als acht Parteien darzustellen. Da damit kleine Parteien benachteiligt werden, musste sie das Angebot zur aktuellen Europawahl abschalten. Aber es gibt Alternativen.

Windows+Linux / Deutsch / Proprietär. Es gibt mehrere andere Angebote, die nicht so beschränkt sind wie der Wahlomat der Bundeszentrale für politische Bildung für die Europawahl. Alle Angebote beruhen auf dem gleichen Prinzip: Eine Reihe von Standpunkten wird abgefragt. Sie geben ein, ob Sie dafür oder dagegen sind. Ihre Antworten werden dann mit den Positionen der verschiedenen Parteien verglichen. Als Ergebnis erhalten Sie eine Auswertung, welche Partei zu wieviel Prozent mit Ihrer politischen Meinung übereinstimmt. Ich finde: Das ist allemal besser, als einfach aus Gewohnheit immer die gleiche Partei zu wählen – oder aus Protest die, die den meisten Krawall macht. Aber wie funktionieren die verschiedenen Wahlomaten?

Das Original: abgeschaltet
Wer bietet es an? Die Bundeszentrale für politische Bildung. Wie funktionert es? Zur Zeit gar nicht. (Nachtrag von Freitag, 24.05.2019: Jetzt ist der Wahlomat wieder online. Ab Herbst soll er dann alle Parteien berücksichtigen.)
https://www.wahl-o-mat.de/europawahl2019/

Wisch und wähl: der WahlSwiper
Swipe spricht sich "Sweip" und heißt "Wischen". In der App des WahlSwipers wischen Sie Fragen nach rechts oder links, je nachdem, ob Sie dafür oder dagegen sind. Am PC entscheiden Sie wie üblich per Mausklick. Wer steckt dahinter? Ein Privatmann aus Berlin in Zusammenarbeit mit Journalisten und Wissenschaftlern. Open Source? Nein. Ergebnis? Plausibel.
https://www.voteswiper.org/de

Die Europäische Union und ich: gründlich
"EU and I" nennt sich ein Wahlomat, den die Universität von Luzern zusammen mit dem Europäischen Universitätsinstitut entwickelt hat. Die erste Seite ist auf Englisch, aber sobald Sie unter "Select your country" "Germany" oder "Austria" eingestellt und auf "Start" geklickt haben, geht es auf Deutsch weiter. Bei diesem Angebot können Sie nicht nur zustimmen oder ablehnen, sondern Ihre Meinung abgestuft in fünf Stufen anklicken. Ergebnis: Plausibel. Extra: Zusätzliche Auswertungen. Open Source? Nein.
https://euandi2019.eu/survey/default/EN

Partei-o-mat: Vorsicht, Satire!
Die berüchtigte Satirepartei "Die Partei" präsentiert ebenfalls einen Wahlomaten. Ergebnis: "Die Partei" steht immer an erster Stelle, egal, was Sie anklicken. Ansonsten scheint die Auswertung aber plausibel zu sein.
https://www.partei-o-mat.de

Weitere Angebote:

Und zu guter Letzt taucht doch noch ein Open-Source-Angebot auf: DeinWal

Fazit: Wahlomaten gibt es genug, die Auswertungen erscheinen sinnvoll. Aber nur ein einziges Angebot ist Open Source. Und das ist ein Skandal, denn gerade in diesem Fall sollte der Programmcode grundsätzlich immer öffentlich überprüfbar sein.

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