kino.to: Welche Gefahren drohen den Besuchern?

11. Juni 2011
Tino Hahn Von Tino Hahn, News & Trends, Windows, Freeware & Open Source, Linux ...

In einer vieldiskutierten Aktion hat die Polizei eine der beliebtesten Webseiten Deutschlands geschlossen, die in einem Graubereich zwischen Recht und Unrecht: 250 Beamte und Steuerfahnder griffen an mehreren Orten gleichzeitig zu, um kino.to vom Netz zu nehmen.

Nach eigenen Angaben de Betreiber nutzten rund vier Millionen Surfer den zweifelhaften Dienst von kino.to: Aktuelle Kinofilme und Serien in guter Qualität und vor allen Dingen kostenlos auf dem eigenen Rechner zu schauen. Nachdem kino.to jetzt geschlossen wurde und den Betreibern eine ganze Reihe von Straftaten vorgeworfen wird, fragen sich jetzt natürlich auch viele Nutzer von kino.to: Was kann mir jetzt eigentlich passieren?

Im Gespräch mit dem IT-Magazin golem.de hat der Medienanwalt Christian Solmecke Entwarnung gegeben: "Aus meiner Sicht haben die Nutzer von kino.to schon keine Straftat begangen, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird".

Der eigene Rechner darf also nicht dem Streaming-Netzwerk von kino.to angehören - das reine Aufrufen von kino.to im Browser ist hingegen laut Ansicht des Medienanwalts und zahlreicher anderer Experten für Online-Recht keine rechtswidrige Handlung.

Allerdings relativiert Solmecke im weiteren Gespräch: "Allerdings muss nicht alles, was nicht strafbar ist, auch redlich sein. Illegal kann allerdings bereits das Verlinken der Seite selbst sein."

Nutzer, die auf ihrem eigenen Blog vor lauter Begeisterung über einen Film einen Link zu kino.to gesetzt haben, könnten sich also ebenfalls in einer rechtlichen Grauzone bewegen oder gar mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen. In der Praxis ist es aber eher unwahrscheinlich, dass rechtliche Probleme drohen: Der Schlag gegen kino.to wurde von der GVU in die Wege geleitet, die sich in der Regel nur auf die großen Brocken stürzt. Die GVU ist primär daran interessiert, den illegalen Sumpf trockenzulegen, indem sie das Problem an der Wurzel zu packen versucht.

Auf der bereits geschlossenen Webseite von kino.to prangt derzeit folgender Hinweis: "Internetnutzer, die widerrechtlich Raubkopien von Filmwerken hergestellt oder vertrieben haben, müssen mit einer strafrechtlichen Verfolgung rechnen." Vom reinen Konsum ist in diesem Hinweis keine Rede - lediglich Vertrieb sowie das Anfertigen von Raukkopien werden als Aktionen betrachtet, die strafrechtlich verfolgt werden.

Bislang steht jedoch noch eine abschließende Klärung der Frage auf, ob das Streamen von Filmen ebenfalls als illegale Kopie zu werten ist: Die Filme werden im Arbeitsspeicher des Rechners zwischengespeichert, sodass die Filmindustrie argumentiert, dass bereits dadurch eine illegale Kopie zustande kommt. Allerdings existiert noch kein Gerichtsurteil zu dieser Thematik.

In Ihrem eigenen Interesse sollten Sie also Streaming-Portale meiden, da zu viele offene Fragen kursieren und sich die Anbieter in einer gesetzlichen Grauzone bewegen, während sich die Nutzer in einer moralischen Grauzone bewegen: Der kostenlose Konsum von brandneuen Kinofilmen und Serien schadet der Filmbranche, die sich deshalb immer mehr auf scheinbar totsichere Blockbuster konzentriert und innovativen und mutigen Projekten immer häufiger den Rücken zudreht.

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