Schluss mit lahmem Notebook: Dieses Tuning wirkt am besten

11. Dezember 2019
Rudolf Ring Von Rudolf Ring, Hardware, Komponenten, News & Trends, Windows Tuning & System, Linux Tuning & System, Android, Multimedia ...

Viele Anwender von Notebooks beklagen sich über die geringe Geschwindigkeit des Geräts. Das Booten und Aufwachen aus dem Standby dauert gefühlt eine Ewigkeit, das Starten von Anwendungen ist eine Nervenprobe und sogar auf Mausklicks oder Touchpad-Aktionen reagiert das Gerät träge. Mit welchem Hardware-Tuning kann ein Notebook wirksam beschleunigt und der teure Neukauf vermieden werden?

Häufig erreichen Fragen die Redaktion, in denen um Tipps gebeten wird, wie ein garnicht mal altes Notebook mit Windows 10 beschleunigt werden kann. Das Grundproblem liegt zunächst einmal in der Geräteklasse: Denn Notebooks sind im Gegensatz zu Desktop-PC aus stromsparenden Komponenten zusammengestellt, um eine möglichst lange mobile Einsatzzeit zu ermöglichen.

Zudem muss unterschieden werden zwischen Notebooks, die eher einen platzsparenden Ersatz für einen Desktop-PC sein sollen, und dementsprechend hohe Leistung und eine große (stromfressende) Display-Diagonale mitbringen. Und auf der anderen Seite gibt es eben Notebooks, die sehr stromsparend ausgelegt sind daher in vielen Betriebssituationen eher „trödelig“ wirken.

Während Sie bei Desktop-PC praktisch jede Komponente mit überschaubarem Aufwand austauschen können (sofern es wirtschaftlich sinnvoll ist), sind solche Tuning-Maßnahmen an der Hardware bei Notebooks auf wenige Komponenten beschränkt:

1. SSD

Das wirksamste Tuning ist der Tausch einer klassischen HDD-Festplatte gegen eine moderne SSD-Laufwerk. Der Geschwindigkeitszuwachs beim Lesen und Schreiben von Daten auf den Massenspeicher liegt rund beim Faktor 3, kann in einzelnen Betriebssituationen aber noch höher liegen. Da Windows quasi permanent Massenspeicher-Zugriffe durchführt, „fühlt“ sich das gesamte Windows-Laufverhalten sehr viel geschmeidiger an. Damit die SSD auch zu Ihrem Notebook passt, greifen Sie idealerweise zu einem „SSD-Upgrade-Kit“, wie es von mehreren Herstellern (u.a. Crucial, Western Digital) angeboten wird.

2. Arbeitsspeicher

Nicht immer lässt sich die HDD tauschen, vielleicht soll das Tuning auch noch einen Schritt weitergehen. Dann empfiehlt sich der Ausbau des Arbeitsspeichers (RAM) auf das vom Mainboard unterstützte Maximum. Prüfen Sie vorab pingelig im Handbuch zu dem Gerät, welche Bauform und welche Speicherchips unterstützt werden. Tauschen Sie im besten Fall den gesamten Speicher aus, denn die alten Speichermodule bremsen sonst die neuen, schnelleren Module aus. Von der Durchführung her ist dieses Hardware-Upgrade am einfachsten durchzuführen, meist braucht nur eine Klappe an der Geräteunterseite aufgeschraubt zu werden, um Zugriff auf die RAM-Module zu erhalten.

3. Grafikkarte

Ein sehr spezielles Tuning ist der Tausch oder die Hinzurüstung einer Notebook-Grafikkarte. Verfügt das Notebook über eine entsprechende interne Schnittstelle, können die Grafikfähigkeiten des Notebooks zwar erheblich verbessert werden, das allerdings bekommen nur Gamer wirklich zu sehen. Für den Einsatz mit den typischen Desktop- und Office-Anwendungen lohnt der Tausch des Grafikadapters nicht. Zudem gibt es ein anderes Problem: Leistungsfähige Grafikkarten brauchen viel Strom, bei einer High-End Notebook-Grafikkarte können das bis zu 200 Watt sein. Das reduziert die mobile Einsatzzeit ganz erheblich, zudem ist eine leistungsfähige Kühlung Grundvoraussetzung für dieses Tuning.

4. CPU-Tausch

Als „theoretisch tauschbar“ sei hier noch die CPU erwähnt, denn faktisch ist dieses Tuning nur bei wenigen Notebook möglich. Bei vielen Notebooks ist der Prozessor fest mit der Hauptplatine verlötet und kann daher nicht getauscht werden. Zudem ist die Kompatibilität eines schnelleren Prozessors von vielen Faktoren abhängig: Er muss zum vorhandenen CPU-Sockel, zur BIOS-Version sowie den Taktungen des Mainboards kompatibel sein. Selbst in dem unwahrscheinlichen Fall, dass dies alles passt, können hinterher immer noch thermische Probleme den Spaß an solch einer Aufrüstung verderben. Mein Rat daher: Hände weg von der CPU. Ist tatsächlich die arithmetische Rechenleistung eines Notebooks deutlich zu gering für die  Anforderungen der verwendeten Software, dann ist es Zeit für ein neues Notebook.

 

 

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