Smart Home – Haustechnik mit Smartphone und Co. steuern

28. Januar 2015

Die schnelle Kommunikation zwischen Licht, Heizung, Rauchmelder und nahezu allen vorhandenen technischen Geräten im Haushalt wird durch das sogenannte „Smart Home“ mehr und mehr zur Realität, wenngleich es auf den ersten Blick noch an futuristische Visionen erinnern mag.

Tatsächlich macht die moderne Technik es mittlerweile möglich, dass auf diesem Wege einerseits Energiekosten gespart werden können und andererseits ein ganz neues Gefühl von Komfort entsteht. Das Marktpotenzial ist laut Experten immens.

Smart Home – was ist das eigentlich?

Unter dem Begriff Smart Home treffen unterschiedlichste technische Verfahren und Systeme zusammen, die in Wohnräumen oder -häusern installiert werden und vor allem dafür genutzt werden, um die Wohnqualität zu erhöhen. Einerseits wird dies durch das schnelle Ansteuern aller erdenklichen technischen Gerätschaften erreicht, andererseits sind aber auch Sicherheit und effiziente Energienutzung wichtige Aspekte. Sowohl die Haustechnik wie Jalousien, Lampen oder Kühlschrank und Herd als auch Unterhaltungselektronik in Form von Video- und Audio-Geräten lassen sich durch Smart Home miteinander vernetzen – in der Praxis zeigt sich dies so, dass beispielsweise die Leistung der Heizung automatisch heruntergeschaltet wird, wenn ein Fenster geöffnet wird oder das Licht in einem Raum angeht, wenn ein Bewohner ihn betritt. Angefangen hat der Trend hin zum intelligenten Haus vermutlich mit dem Smart TV, der mittlerweile bereits als Standard in vielen Wohnzimmern zu finden ist und sich problemlos mit dem Computer oder dem Smartphone verbinden lässt. Auch Onlinebibliotheken und Streaming-Dienste sind kaum mehr wegzudenken und machen dem Fernsehprogramm echte Konkurrenz.

„Die Vernetzung von Computern, Smartphones und Fernsehern wird in immer mehr Haushalten zum Standard. Der Umsatz mit Produkten der Heimvernetzung stieg im letzten Jahr auf 18,3 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 16,2 Milliarden. Das entspricht einer Steigerung von rund 13 Prozent.“ Michael Schindlack, Experte für dem Bundesverband Informationswissenschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITCOM)

Eine solide Basis für den Trend „Smart Home“ ist damit bereits geschaffen, wenngleich der Markt diesbezüglich aktuell noch immer recht überschaubar ist. Dennoch ist zumindest die Produktvielfalt bereits durchaus vielfältig und wird sich laut des Bitcom-Experten in den nächsten Jahren noch stark entwickeln.

Diese Bereiche werden durch Smart Home abgedeckt

Die große Stärke von Smart Home liegt darin begründet, dass die angebotenen Systeme individuell nach den Kundenbedürfnissen zusammengestellt werden können. Dabei kommen vor allem die Bereiche Komfort, Energieeffizienz, Gesundheit / Notfall,  Entertainment und Gebäude- / Gerätesicherheit zum Tragen. Laut einer Studie von Capgemini Consulting wird der Entertainment-Aspekt hier übrigens stets überschätzt, denn während die Industrie diesen Bereich als besonders attraktiv aus Kundensicht betrachtet, so scheinen die Kunden selbst diese Kategorie eher als untergeordnet anzusehen – für die Nutzer ist das Smart Home demnach eher ein Vernunftprodukt.

Verschiedene Branchen haben sich daher mittlerweile in den Bereich Smart Home vorgewagt und kämpfen um das Interesse potenzieller Kundschaft, darunter Telekommunikations-, Energie- und Versorgungsunternehmen, Hardware- und Softwareunternehmen, Anbieter von Gebäudetechnik und Hersteller von Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräten.

  1. Energie sparen
    Ein intelligentes Zuhause denkt mit und arbeitet mit Sensoren, die automatisch auf Wärme, Kälte oder Feuchtigkeit reagieren. So können ein geringerer Stromverbrauch und geringere Heizkosten umgesetzt werden, ohne dass die Bewohner dafür besonderen Aufwand betreiben müssen.
  2. Komfort
    Wenn Räume bereits wohltemperiert sind, bevor man sie betritt oder die Beleuchtung dem Bewohner automatisch durch das Haus folgt, so ist eine ganz neue Stufe des Komforts erreicht. Die Vernetzung vieler unterschiedlicher Elektrogeräte mit einem „intelligenten“ Zentralkern macht es möglich.
  3. Sicherheit



    Ebenfalls in das Smart Home
    integrierbar: Sicherheitskameras.


    Smart Home kann allerdings noch einiges mehr, als Strom oder Heizung zu steuern. Stattdessen kann auch moderne Sicherheitstechnik in die Haussteuerung integriert werden, wodurch beispielsweise ein erhöhter Brandschutz und Einbruchsschutz gewährleistet werden können – etwa dadurch, dass das System bei Rauch reagiert oder sich bei offen gelassenen Fenstern und Türen meldet.

Voraussetzungen für Smart Home

Ein Gebäudeautomationssystem – und nichts anderes ist das Smart Home im Grunde – besteht aus verschiedenen Sensoren, Bedienelementen und Systemgeräten wie beispielsweise Datenschnittstellen. Die Sensoren sorgen dafür, dass unter anderem Werte bezüglich des Wetters oder der Raumluftqualität gesammelt werden, dazu passende Aktoren steuern hingegen Fenster, Licht oder Markisen. Die Bedienung selbst erfolgt über Elemente wie Schalter, Fernbedienungen oder Touch-Displays. Die zentrale Schnittstelle befindet sich meist in einem einzigen Gerät, kann aber auch dezentral an verschiedenen Stellen zu finden sein.

  • Zentral
    Bei dieser Variante werden alle Sensoren und Aktoren an ein bestimmtes zentrales Gerät angeschlossen. In der Regel kann dort direkt ein Display aufgerufen werden, welches wichtige Werte anzeigt oder für die Einstellung der Automatik verwendet wird. Dennoch lassen sich die angeschlossenen Komponenten aber auch einzeln nutzen. Zentrale Systeme gibt es außerdem in vielschichtigen Ausführungen, darunter einfache Beschattungssteuerungen, aber auch ganze Automatisierungen von Einfamilienhäusern. Gerade bei Wohnhäusern sind sie meist die kostengünstigere Variante. Da zentrale Steuerungen meist von einem einzelnen Hersteller angeboten werden, müssen die Sensoren und Aktoren ausschließlich von eben jener Firma stammen – im Vorfeld sollte daher unbedingt auf die vorhandenen Erweiterungen geachtet werden. Empfehlenswert sind Systeme mit einer Funk-Schnittstelle, sodass bei Bedarf weitere Geräte im laufenden Betrieb hinzugeschaltet werden können, ohne dass große Baumaßnahmen notwendig sind.

    Idealerweise lässt sich das entsprechende Zentralgerät für ein Smart Home-System außerdem direkt mit anderen modernen und zukunftsträchtigen Systemen kombinieren, sodass auch Zähler für regenerative Energie, normale Bezugszähler, Zähler für die Wärmepumpe oder gar ein Steckplatz für das Elektroauto vorhanden sind. So entsteht eine vollumfassende Technikzentrale, die einen schnellen Überblick über alle relevanten Daten ermöglicht. Wie so etwas im Detail aussehen kann und warum die Technikzentrale als solche auch zukünftig sinnvoll ist, zeigt zum Beispiel Hager in einem informativen Video.
  • Dezentral
    Dezentrale Steuerungen verteilen die Intelligenz auf einzelne Geräte, dementsprechend sind die Komponenten aber auch teurer als bei zentralen Lösungen. Dezentrale Lösungen zeigen sich unter anderem zum Beispiel so, dass der Sensor für Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit auch für die Regelung von Heizung und Lüftung zuständig ist, es geht also um das Zusammenspiel von Aktoren und Sensoren. Der wohl größte Vorteil der dezentralen Systeme ist der, dass sie beliebig erweiterbar sind und daher auch besonders individuelle Wünsche realisieren können. Zudem lässt sich durch sie auch eine getrennte Automation verschiedener Wohneinheiten umsetzen. Zwar ist das Kommunikationsprotokoll im dezentralen System standardisiert, die Geräte werden jedoch von verschiedenen Herstellerfirmen produziert. Auf diese Weise lassen sich hochspezialisierte Produkte nutzen, allerdings sind gute Beratung und fachliche Kompetenz für die Umsetzung entscheidend.

Bedienung von Smart Home

Die Bedienung erfolgt dabei übrigens ganz nach Wunsch über das Smartphone oder Tablet, sodass Heizung oder andere elektrische Geräte bequem vom Sofa aus ein- und ausgeschaltet werden können. Selbst von unterwegs lassen sich die verschiedenen Steuerungselemente problemlos bedienen, sodass zum Beispiel schon auf dem Nachhauseweg die Waschmaschine eingeschaltet oder die Jalousien heruntergefahren werden können. Auch alle aktuellen Einstellungen lassen sich mithilfe der passenden App auf einen Blick sehen. Das macht nicht nur Sinn in Bezug auf den Komfort, sondern kann auch hinsichtlich der Sicherheit ganz neue Möglichkeiten eröffnen – klingelt beispielsweise jemand an der Tür und ist eine Sicherheitskamera angeschlossen, so kann das Bild auf das mobile Endgerät übertragen werden und der Besucher lässt sich bereits aus der Ferne begutachten. Besonders moderne Sicherheitssysteme ermöglichen es sogar, direkt zum Besucher zu sprechen.

Zukunftstrend


Vor allem dem Ausbau der
Breitbandnetze ist es zu verdanken,
dass Smart Home auf dem Vormarsch ist

Ein Blick auf die Marktprognose des Prüfungs- und Beratungsunternehmens Deloitte im Auftrag der Fokusgruppe Connected Home des IT-Gipfels zeigt, dass der Smart-Home-Markt offenbar kurz vor dem Durchbruch steht und bis zum Jahr 2020 voraussichtlich Einzug in rund eine Million deutsche Haushalte hält. Laut dieser Erwartungen würde sich die Anzahl der Smart Homes innerhalb von fünf Jahren mehr als verdreifachen, denn Ende 2013 zählte Deutschland gerade einmal etwa 315.000 intelligent vernetzte Privathaushalte. Wichtig für diesen konsequenten Anstieg ist in erster Linie der stetige Ausbau der Breitbandnetze in Deutschland.

 

Dementsprechend liegen die Hoffnungen der Unternehmen und Dienstleister vor allem auf der Politik, die die Chancen von Smart Home endlich erkennen und entsprechende Maßnahmen ergreifen muss – so könnte die Millionenmarke vielleicht sogar schon 2018 geknackt werden.

 

Abbildung 1: pixabay.com © Hans (CC0 1.0)

Abbildung 2: pixabay.com © Antranias (CC0 1.0)

Die besten Hardware-Tipps und Problemlösungen

Jetzt gratis per E-Mail

DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Weitere Artikel zum Thema

Die besten Hardware-Tipps

Jetzt gratis per E-Mail

  • die besten Hardware-Tipps
  • völlig kostenlos
  • jederzeit abbestellbar
DDV Ehrencodex E-Mail-Marketing
  • Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters.
  • Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter.
  • Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Datenschutzgarantie:

Wir benötigen Ihre E-Mail-Adresse für die Zusendung des Newsletters. Wir geben Ihre E-Mail-Adresse garantiert nicht an Dritte weiter. Jederzeit abbestellbar durch einen Link im Newsletter.

Unsere Experten

Rudolf Ring twittert für @Computerwissen

Die von Ihnen eingegebene E-Mail Adresse ist nicht korrekt. Bitte korrgieren Sie Ihre Eingabe und klicken Sie auf "OK":

Bitte wählen Sie mindestens einen Newsletter aus und klicken Sie auf "OK"