Google-Praxisstudie beweist: Vertrauen Sie S.M.A.R.T. nicht

30. November 2011
Rudolf Ring Von Rudolf Ring, Hardware, News & Trends ...

Von den Festplatten-Herstellern wird die Fehlerreport-Technologie "S.M.A.R.T." als großer Fortschritt verkauft. Ein Google-Test belegt jedoch, dass diese Sicherheit sehr trügerisch ist.

Für ein Unternehmen wie Google spielt die Zuverlässigkeit der Hardware im Allgemeinen und der Festplatten im Speziellen eine gewichtige Rolle. Daher haben drei Google-Mitarbeiter in einer Studie (englischsprachig, Titel: „Failure Trends in a Large Disk Drive Population“) die Frage untersucht, unter welchen Betriebsbedingungen Festplatten möglichst lange leben. Es handelte sich bei den überwachten, rund 100.000 Festplatten um Consumer-Laufwerke, also keine besonders teuren Platten für Server-Einsätze, die mit 5.400 bis 7.200 Umdrehungen laufen. Die Ergebnisse dieser Studie sind auch für uns private PC-Anwender von beträchtlichem Nutzen, denn schließlich vertrauen wir der Festplatte unsere wichtigen Daten an. Die Auswertung der Testergebnisse brachte folgende Erkenntnisse:

  • Die Ausfallrate ist bei sehr neuen (bis drei Monate) und sehr alten Festplatten (ab fünf Jahre) auffallend hoch, wenn diese Laufwerke stark beansprucht werden. Es macht also Sinn, einen neuen Rechner mal 48 Stunden durchlaufen zu lassen und die Stabilität damit zu prüfen.
  • Im ersten Betriebsjahr fallen 1,7 % aus, im dritten Betriebsjahr 8,6 Prozent der Platten. Das würde für Deutschland bedeuten, dass mindestens jede 60. neue Platte ein Fall für die Gewährleistungsfrist von 2 Jahren ist.
  • Der Einfluss der Betriebstemperatur wird nach den Ergebnissen der Studie deutlich überschätzt. Nur Festplatten mit einem Alter ab drei Jahren gehen häufiger kaputt, wenn sie mit Temperaturen von über 40 Grad Celsius laufen. Offenbar haben Festplatten aber eine gewisse „Wohlfühl-Temperatur“, denn die Ausfallhäufigkeit nimmt mit steigender Temperatur bis zu etwa 40 Grad hin sogar ab.
  • Erheblichen Einfluss auf die Lebensdauer haben nach dieser Studie die jeweiligen Modelle und Hersteller. Hier wollten die Google-Mitarbeiter aber wohl keinen Hersteller vergrätzen, denn es werden keine Namen genannt. Allerdings kennt jeder Leiter einer PC-Werkstatt die „Kandidaten“, deren Festplatten auffallend häufig Defekte aufweisen.
  • Eine deftige Überraschung brachte dann noch die Auswertung der S.M.A.R.T.-Daten (Self-Monitoring, Analysis and Reporting Technology). Erwartungsgemäß ließen sich Festplatten-Defekte durch Scan-Fehler, die auf Oberflächen-Defekte hinweisen (Reallocation Counts, Offline Reallocations, Probational Counts) durchaus als Vorhersageinstrument für den nahenden Festplattenausfall nutzen. Unter Berücksichtigung aller S.M.A.R.T.-Daten lieferten aber 36 % der defekten Platten vor dem Defekt gar keinen S.M.A.R.T.-Hinweis, dass ein Festplattenausfall bevorsteht. Die Nützlichkeit von S.M.A.R.T. wird also deutlich überschätzt, ca. jeder dritte Festplattendefekt kündigte sich in keiner Weise an, sondern passiert völlig unvermittelt.

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