USB-Gadgets – hier lauern fatale Fallen für Ihre teuren Geräte

02. Januar 2019
Rudolf Ring Von Rudolf Ring, Hardware, News & Trends ...

Tassenwärmer, E-Zigaretten, Ventilatoren und Mini-Wasserkocher für den Tee am Arbeitsplatz: Der USB-Port bietet mit seiner 5-Volt-Busspannung einem großen Spektrum an mehr oder weniger sinnvollen Gadgets die elektrische Arbeitsgrundlage. Dies kann jedoch zu einer Gefahr für Ihr PC oder Notebook werden.

Der Name „USB Kill“ sagt eigentlich schon aus, worum es geht: Eine Firma aus Hongkong vertreibt einen USB-Killer in Form eines gewöhnlichen USB-Speichersticks. Steckt man den Killer-Stick an ein PC oder Notebook an, laden sich in dem Stick Kondensatoren auf und entladen dann in Sekundenbruchteilen eine Hochspannung auf den USB-Port, was als USB-Power-Surge-Angriff bezeichnet wird.

Gewöhnliche PCs und Notebooks sind nicht gegen eine solche Hochspannung gesichert, was zu massiven Hardware-Defekten bis hin zum Totalausfall des Geräts führt. Gleiches gilt für praktisch alle weiteren Geräte mit USB-Anschluss, wie Smart-TVs oder Spielekonsolen, die mit USB Kill ruckzuck gegrillt werden.

Daher ist die erste Vorsichtsmaßnahme immer, einen unbekannten (vermeintlichen) USB-Stick keinesfalls direkt an Ihre teuren Endgeräte anzuschließen, sondern zum Anschluss immer einen USB-Hub zu verwenden. Denn dann ist zwar der Hub hinüber, der kann aber für kleines Geld ersetzt werden.

Doch auch wenn Sie keinen USB Kill anschließen, können auch vermeintlich normale und gewöhnliche USB-Geräte beim Anschluss ein nachteiliges Betriebsverhalten verursachen oder sogar gefährlich werden. Beachten Sie hierzu die folgenden Beispiele:

  • Überlast: Der USB 2.0 erlaubt einen Anschluss von Geräten mit einer Stromaufnahme von bis zu 500 mA, beim USB 3.0 sind es schon 900 mA. Um einen zuverlässigen Betrieb sicherzustellen, sollten Sie daher insbesondere stromhungrige Geräte möglichst an USB 3.0-Ports anschließen. Die konkrete Stromaufnahme eines Geräts entnehmen Sie der Gerätebeschreibung.
  • USB-Stromversorgung: Die Spannungsversorgung über den USB ist inzwischen in vielen Haushalten quasi im Rang eines universellen 5-Volt-Haushaltsstroms. Das kann jedoch auch Probleme bereiten, wenn es beispielsweise bei einer selbstgebastelten LED-Lichterkette am USB zu einem Kurzschluss kommt, denn USB-Ports sind nicht kurzschlussfest. Im Regelfall ist dann mindestens der betreffende USB-Root-Hub bzw. der USB-Controller hinüber, der Schaden kann allerdings auch weitergehend sein. Es gilt also: Schließen Sie solche elektrisch eher unsicheren Konstrukte an ein USB-Ladegerät (Steckernetzteil etc.) an, nicht an PC oder Notebook.
  • USB-Gadgets: Unterscheiden Sie grundsätzlich zwischen USB-Geräten, die auch Daten übertragen und Geräten, die nur an der Betriebsspannung interessiert sind. Faustregel: Geräte, die keine Daten übertragen, wie Tassenwärmer, E-Zigaretten, Ventilatoren und Mini-Wasserkocher, gehören nicht an PC oder Notebook, sondern an ein USB-Steckernetzteil.

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