WLAN: Höhere Geschwindigkeit und weniger Störungen mit Ihrer besten Kanalwahl

27. Dezember 2011
Rudolf Ring Von Rudolf Ring, Hardware, News & Trends ...

Die effektive Geschwindigkeit eines kabellosen Netzwerks (WLAN) ist oft nur halb so hoch wie in der Werbung versprochen. Mit einer geschickten Wahl des Funkkanals können Sie die Netzwerkleistung verbessern.

Wenn Sie heute einen Vertrag mit einem Internet-Provider abschließen, ist in den meisten Fällen ein Router inklusive WLAN-Fähigkeit (kabelloses Netzwerk) in den Vertragsleistungen enthalten. Bei allen modernen Routern können Sie festlegen, auf welchem Kanal gesendet und empfangen wird. Als Standard ist hier in aller Regel Kanal 6 aus einer Auswahl von 13 Kanälen im Funkbereich 2.4 GHz eingestellt. Das ist aber nicht immer die beste Wahl. Denn in Gebieten mit einer höheren Bevölkerungsdichte kann es vorkommen, dass ein anderes WLAN in der Reichweite Ihres WLANs liegt. Und wenn mehrere WLANs auf demselben Kanal funken, stören sie sich gegenseitig. Die Bandbreite in dem Frequenzbereich ist nicht voll nutzbar, die WLAN-Leistung damit reduziert. Im schlechtesten Fall ist dann trotz angezeigter hoher Signalstärke nur eine minimale Netzwerkgeschwindigkeit möglich.

Solche Überlappungen treten nicht nur auf, wenn von zwei WLANs derselbe Kanal benutzt wird. Auch wenn ein WLAN auf Kanal 5 und ein anderes auf Kanal 6 arbeitet, behindern sich beide durch Übersprechen der Kanäle noch gegenseitig. Bei den gängigen WLAN-Routern lösen Sie mit den nachfolgenden fünf Schritten das Kanal-Problem:

  1. Zunächst prüfen Sie mit einem WLAN-Scanner-Tool welche Kanäle in Ihrem näheren Umfeld in Benutzung sind. Ein sehr gutes und kostenloses Tool für Windows ist hierzu „NetStumbler“. Oft zeigt auch der Treiber zu dem WLAN-Modul oder der WLAN-Karte den verwendeten Kanal und zusätzlich die Kanäle weiterer WLANs in Empfangsreichweite an.
  2. Suchen Sie nun die Kanäle heraus, auf denen Sie andere Funknetze mit der geringsten Signalstärke empfangen. Optimal sind natürlich die Kanäle, die noch völlig unbenutzt sind.
  3. Gibt es keine unbenutzten Kanäle, weichen Sie nach Möglichkeit von den als benutzt erkannten Kanälen möglichst weit ab. Da die meisten Geräte auf Kanal 6 konfiguriert sind, sieht es in der Praxis so aus, dass Sie meist die besten Ergebnisse erzielen, wenn Sie auf einen ganz niedrigen (1 bis 3) oder ganz hohen (11 bis 13) Kanal wechseln.
  4. Zumindest sollte Ihr neu eingestellter Kanal um Interferenzen zu umgehen, möglichst zwei Kanäle „neben“ anderen benutzten Funkkanälen liegen. Möglicherweise bieten Ihre WLAN-Komponenten zudem eine Einstellung AUTO, die auch selbsttätig Verbesserungen bei der Kanalwahl gestattet.
  5. Ändern Sie den Kanal, mit dem Ihr WLAN arbeitet, müssen Sie diese Einstellung bei allen beteiligten Komponenten vornehmen, also je nach System an Router, WLAN-Karten und Access-Points. Dazu ist meist das Webinterface (Administrationsprogramm) des Geräts über einen Internet-Browser aufzurufen. Die IP-Adresse hierzu entnehmen Sie der Dokumentation zum Router.

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