Die IT-Branche boomt – steigende Nachfrage erwartet

26. Januar 2015

Dem Präsident des Bundesverbands Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., Dieter Kempf, zufolge wird auch in diesem Jahr mit steigenden Umsatzahlen in der IT-Branche zu rechnen sein. Besonders in den Bereichen Informationstechnologie und erwartet Kempf eine Umsatzsteigerung.

Laut dem Magazin Wirtschaftswoche gibt es aber dennoch Konjunkturschwankungen zwischen den einzelnen Sektoren. Während das Hardwaregeschäft nur sehr geringe Fortschritte erzielte und auch der PC-Markt negative Zahlen schreibt, verzeichnete besonders der Softwareentwicklung steigende Zahlen. Dies wirkt sich positiv auf den Arbeitsmarkt aus. Auch die neue Form des vernetzten Arbeitens sorgt für eine Steigerung des Umsatzes. Als Motor dient laut Bitkom besonders der Mittelstand.

Der Arbeitsmarkt – großes Angebot und Fachkräftemangel

Diese Tendenz macht sich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Nicht nur die großen IT-Betriebe haben viele Stellen zu besetzen, auch branchenfremde Unternehmen müssen auf IT-Spezialisten zurückgreifen. Hier sind renommierte Modeketten sowie Discounter zu nennen. Es ist erkennbar, dass flächendeckend Nachwuchs gesucht wird, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Gegenwärtig sind rund 9300 offene Stellen im IT-Bereich ausgeschrieben. Ein Blick auf die Landkarte zeigt, dass das Angebot breit gestreut ist. Umsatzstärkere Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg stechen mit rund 2400 Offerten hervor. Konkret auf Städte angewendet, ist das Angebot in München besonders groß. Es folgt Hamburg und Stuttgart, die beide ebenfalls über 1000 freie Stellen aufweisen können. Bezüglich der Bereiche ist besonders die Softwareentwicklung, das Consulting sowie die Systemadministration zu nennen, was auch auf den großen Jobportalen wie StepStone ersichtlich ist.

Insgesamt, so Kempf, sind in den letzten Jahren über 80 000 neue Stellen entstanden. Nicht zu vergessen ist in diesem Kontext auch der Fachkräftemangel. Der wachsenden Nachfrage können viele Unternehmen nur gerecht werden, indem sie Experten aus dem Ausland einstellen.

Mittelstand als Motor auf dem Arbeitsmarkt

Steigende Umsätze sind auch im Mittelstand zu verzeichnen. Der Mittelstandsbericht 2014 der BITKOM zeichnet hier ein deutliches Bild. Der „Jobmotor“ der IT-Branche stellte demnach mit 372.745 Angestellten knapp die Hälfte der sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze. Erstaunlicherweise gehören jedoch lediglich neun Prozent der IT-Unternehmen tatsächlich dieser Sparte an. Ein Unternehmen aus dem Mittelstand verfügt über eine Arbeitnehmerzahl zwischen zehn und 500. Die wichtige Rolle dieses Bereichs legt auch Bitkom-Vizepräsident Ulrich Dietz dar:

„Im IT-Mittelstand sind überdurchschnittlich viele Menschen beschäftigt, er ist eine wichtige Stütze des deutschen Arbeitsmarkts.“

 

Ballungszentren mit der größten Dichte an IT-Mittelständlern:

  • Berlin
  • Hamburg
  • München
  • Stuttgart
  • Rhein-Main-Gebiet
  • Ruhrgebiet
 

Dies macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar. Demnach planten im zweiten Halbjahr 2014 68 Prozent aller Unternehmen die Schaffung zusätzlicher Arbeitsplätze. Einen Abbau der Stellen hingegen befürchteten lediglich sieben Prozent.

Ein Mittelstandatlas verdeutlicht die regionale Verteilung der Unternehmen. Hier sind erneut die Ballungszentren zu nennen, denn diese „Clusterbildung“ orientiert sich hauptsächlich an den Bereichen mit der größten Nachfrage. Eine ausführliche Karte des Mittelstandsatlas der BITKOM bietet weitere Informationen zu den Standorten der Unternehmen.

 

Doch gerade im Mittelstand gefährdet auch der Fachkräftemangel die Bilanzen. Dietz warnt, dass Projekte schnell in Schieflage geraten, falls es den Unternehmen nicht gelänge, Fachpersonal anzuwerben. In diesem Kontext warnt er außerdem davor, dass dies langfristig in einer Auslagerung der Projekte ins Ausland enden könne.

Vernetztes Arbeiten – Eine wachsende Form der Beschäftigung


Home-Office ist in der heutigen Arbeitswelt immer gefragter


Gerade in der heutigen Zeit bietet das vernetzte Arbeiten eine Möglichkeit, derer sich Unternehmen bedienen, um Personal zu rekrutieren. Dies führt zu flexibleren Arbeitszeiten und die Arbeit findet nicht im Büro statt, sondern anfallende Aufgaben können, dank Intranet und internen sozialen Netzwerken, auch am heimischen Schreibtisch getätigt werden. Diese Arbeitsform bietet den Arbeitnehmern der IT-Branche Abwechslung im Joballtag. Arbeitgeber können so eine Arbeitsatmosphäre schaffen, die die Effizienz steigert und Symptome wie Burnout vorbeugt. Der Hintergedanke dabei liegt auf der Hand, eine flexible Arbeitsgestaltung sowie selbstbestimmtes Arbeiten fördern die Produktivität der Arbeitnehmer. In der IT-Branche ist dieses Konzept seit Langem etabliert. Die Kommunikation verläuft dabei über das Intranet, Kommunikationsprogramme oder das Telefon. Eine Studie des Düsseldorfer Personalberaters Watson Wyatt bestätigt diesen Trend. Demnach präferieren 51 Prozent aller befragten IT-Fachkräfte die Arbeit vom heimischen Rechner.

Hochschulen verzeichnen steigende Zahlen

Auch in den Hochschulen steigt die Nachfrage nach dem Informatik-Studium. Die Tendenz bestätigt sich durch die Einschreibungen der Studenten im Wintersemester 2014/15. Laut einer Rechnung des Statistischen Bundesamtes stieg die Zahl der Informatikstudenten um 2,6 Prozent auf eine Gesamtzahl von 34 300 Studenten. Erfreulich in diesem Zusammenhang ist das wachsende Interesse weiblicher Studenten an der IT-Branche. Im Vergleich zu den männlichen Studenten, die lediglich einen Wachstum von 1,8 Prozent verzeichnen können, schrieben sich rund 5,6 Prozent mehr Studentinnen für das Fach Informatik ein als im Jahr zuvor. Aufgrund der zahlreichen freien Stellen in der IT-Branche begnügen sich viele Unternehmen mittlerweile mit einem Bachelor-Abschluss. Eine Studie des Hochschul-Informations-Systems aus dem Jahre 2010 bestätigte die guten Aussichten für Informatiker auf dem Arbeitsmarkt. Demnach fanden bereits 95 Prozent der Absolventen und Absolventinnen binnen eines Jahres ein Beruf in einem passenden Unternehmen. Die Fachschule erfüllte diese Quote nicht. Trotzdem konnten auch hier 88 Prozent der Absolventen einen Beruf innerhalb des ersten Jahres finden.

Das divergente Bild der IT-Branche

Zusammenfassend zeichnet die Arbeitsmarktsituation der IT-Branche also ein divergentes Bild. Einem großen Angebot an freien Arbeitsplätzen und einem wachsenden Interesse an diesem Berufszweig seitens der Studenten steht der drohenden Fachkräftemangel gegenüber. Ob die steigenden Zahlen an Studenten und die Akzeptanz des Bachelor-Abschlusses in der IT-Branche dem Fachkräftemangel gegenübertreten können, um so eine Verlagerung wichtiger Projekte ins Ausland zu verhindern, kann zu diesem Zeitpunkt nicht eindeutig beantwortet werden. Fakt ist jedoch, dass die Branche boomt, die Nachfrage an Arbeitsplätzen dieser Entwicklung jedoch nicht nachkommt.

 

Bildquellen:

Bild: Pixabay © Unsplash (CC0 Public Domain 1.0)

 

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