Still und unerkannt: Trend Micro warnt vor Spionagesoftware Ilomo

10. September 2009
Reiner Backer Von Reiner Backer, Windows, Hardware, Linux ...

Es sind nicht immer die spektakulärsten Schadprogramme, die den größten Schaden anrichten. Oft sind es die leisen, unbemerkten Schädlinge, die sich am effektivsten verbreiten und am längsten unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle von Sicherheitsherstellern, Anwendern und Medien bleiben. Ein Beispiel dafür ist neben dem Botnetz Pushdo das noch gefährlichere Ilomo, vor dem der Sicherheitsspezialist Trend Micro eindringlich in einem aktuellen Forschungspapier warnt.

Sinn und Zweck von Ilomo - die Schadsoftware wird manchmal auch als Clampi, Ligats oder Rscan bezeichnet - ist der Datendiebstahl. Ob Bankkonten, E-Mail-Postfächer, Server und andere IT-Ressourcen - alle Zugangsdaten werden ausgelesen. Schlimmer noch: Loggen sich User von befallenen Rechnern in Banksysteme ein, kann Ilomo in laufenden Online-Banking-Sitzungen unbemerkt Geld an Cyberkriminelle überweisen lassen. Auch die Sicherheitsvorkehrung vieler Banken, dass die Systeme nur von bestimmten Ländern aus erreicht werden können, nützt nichts. Denn jeder von Ilomo befallene Rechner dient als Proxy, über den der Datenverkehr der Cyberkriminellen umgeleitet werden kann.

Trotz des hohen Schadpotenzials ist es den Kriminellen hinter Ilomo gelungen, weitgehend unbemerkt zu agieren. Grund ist der raffinierte modulare Aufbau der Schadsoftware und ihre Funktionsweise, so dass sich Ilomo nur sehr schwer aufspüren und beseitigen lässt.

Ilomo - wie auch das Botnetz Pushdo - ist ein perfektes Beispiel dafür, dass traditionelle Virenscanner nicht mehr ausreichen, um mit den ausgefeilten Webbedrohungen von heute allein fertig zu werden. Der Schutz muss folglich schon im Internet beginnen und mehrere Mechanismen miteinander kombinieren. Dies ist der Kerngedanke des Trend Micro Smart Protection Network, der Cloud Client Sicherheitsinfrastruktur des Security-Anbieters. Sie kombiniert Sicherheitskomponenten, die sowohl auf dem Rechner als auch im Internet angesiedelt sind und miteinander in Verbindung stehen. Dadurch kann der Zugriff über http auf die Kontrollserver von Ilomo blockiert werden, die Schadsoftware wird nicht zu Ende installiert und auch nicht ausgeführt, selbst wenn einzelne Komponenten auf dem Rechner gelandet sind. Bislang scheint Ilomo keine E-Mails zu generieren und zu verschicken, um sich weiter zu verbreiten. Doch auch in diesem Fall wären die Anwender von Trend Micro-Lösungen durch das Smart Protection Network geschützt. E-Mails, die entweder die Schadsoftware selbst oder Links auf infizierte Webseiten enthalten, würden dann automatisch aussortiert, noch bevor sie auf den Rechner des Anwenders gelangen.

Das Trend Micro-Forschungspapier zum Ilomo-Botnetz kann hier heruntergeladen werden. Dort steht auch die Analyse des Security-Spezialisten zu Pushdo zum Download bereit.

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