340.000 neue Zombie-Rechner jeden Tag

21. Januar 2011
Reiner Backer Von Reiner Backer, Windows, Hardware, Linux ...

In nur 12 Monaten wurden 20 Millionen neue Schädlinge entwickelt.

Panda Cloud Antivirus

Das vergangene Jahr hat einen Wendepunkt in der Geschichte des Internets markiert: Zum Einen wurden gesellschaftliche, religiöse und politische Konflikte immer mehr ins Netz verlagert, zum Anderen machte sich auch eine Veränderung in der Verteilung der verschiedenen Malware-Arten und Spam-Nationen bemerkbar. So meldeten die PandaLabs in ihrem Jahresrückblick, dass in 2010 ungefähr ein Drittel aller existierenden Schadprogramme entwickelt und verbreitet wurden. In Zahlen bedeutet das, dass in nur 12 Monaten 20 Millionen neue Schädlinge entwickelt wurden - 34 Prozent aller bis dato bekannten schädlichen Codes. Es macht sich aber auch ein positiver Trend bemerkbar, der die Geschwindigkeit der Wachstumsrate betrifft: Gab es in den Jahren zuvor noch einen Anstieg um über 100 Prozent, war es 2010 "lediglich" eine Zunahme von 50 Prozent.

Banker-Trojaner dominieren weiterhin das Malware-Ranking, aber auch hier ist die Tendenz rückläufig: Im Jahr 2009 gehörten 66 Prozent aller Schädlinge in die Kategorie der Banker-Trojaner, 2010 waren es 55,91 Prozent und damit sogar 10 Prozent weniger. Im Gegensatz dazu wurden im vergangenen Jahr wieder mehr Viren programmiert. Waren es 2009 noch 6,6 Prozent, stieg die Zahl deutlich auf 22,13 Prozent an und belegen damit den zweiten Platz im Ranking in 2010. Auf dem dritten Platz folgen Würmer. Auch hier geht der Trend wieder nach oben, von 3 Prozent in 2009 auf 10,38 Prozent in 2010. Vom zweiten auf den vierten Rang zurückgefallen ist hingegen Adware (2009 noch 17 Prozent, 2010 nur noch 9,69 Prozent). Und auch Spyware wird nicht mehr so häufig verbreitet. Hier gab es einen deutlichen Rückgang von 5,7 Prozent auf 0,34 Prozent. Die Kategorie der sonstigen Schadprogramme, die insgesamt etwas über 1 Prozent ausmachten, besteht aus Dialern, Hacking Tools, PUPs, Security Risks, Jokes und Tracking Codes.

52 Prozent aller neuen Schadprogramme waren gerade mal 24 Stunden im Netz aktiv. Doch das hat gereicht, um - Analysen des kostenfreien Online-Scanners "Panda ActiveScan 2.0" zufolge - 53 Prozent aller Internet-User zu infizieren.

Die Tatsache, dass im Jahr 2010 mehrere Botnetze, wie beispielsweise Mariposa oder Bredolab, aufgedeckt wurden und damit noch weitere Infektionen von Rechnern vermieden werden konnten - die dann wiederum als Spam-Schleudern missbraucht werden könnten - hatte positive Auswirkungen auf die weltweite Spam-Verbreitung. Das macht sich auch im Vergleich zu 2009 bemerkbar: 2010 waren 85 Prozent aller empfangenen Nachrichten Spam-Mails - im Jahr zuvor 95 Prozent. Berechnungen der PandaLabs zufolge werden täglich im Durchschnitt 340.000 Computer mit Bots infiziert und als Zombie-Rechner für den Versand von Spam-Mails missbraucht. Das Ranking der Spam-Verursacherländer führt Indien an, gefolgt von Brasilien und Vietnam. Von diesen drei Ländern werden ungefähr 50 Prozent aller Spams versendet. Deutschland ist auf dem siebten Platz.

Um Malware-Infizierungen zu vermeiden, stellt Panda Security allen Usern den kostenfreien Panda Cloud Antivirus zur Verfügung: www.cloudantivirus.com.

 

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