Erpressungssoftware: Neue Schadcode-Variante schnell entfernt

19. April 2012
Reiner Backer Von Reiner Backer, Windows, Hardware, Linux ...

Einschüchterung scheint als Angriffsmasche bei Online-Gangstern immer beliebter zu werden. Die eigene Tarnung als Behörde ist nicht nur in psychologischer, sondern auch in technischer Hinsicht offensichtlich wirkungsvoll.

Denn die Cyberkriminellen machen es immer schwerer, den Schadcode wieder vom Rechner zu entfernen. Jüngstes Beispiel ist eine neue Variante einer Erpressersoftware, die sich im Startsektor der befallenen Computer (Master Boot Record) einnistet und diese so lange am Hochfahren hindert, bis der geforderte Geldbetrag gezahlt wird. Bekannt geworden ist Erpressersoftware hierzulande durch den seit Wochen grassierenden BKA-Trojaner.

Es geht auch ohne Lösegeld

Überweisen die Opfer der jüngsten Attacke die geforderte Summe, erhalten sie einen Code, mit dem sich die Blockade aufheben lässt. Die Zahlung des Lösegeldes ist jedoch nicht erforderlich. Denn die Opfer können den Schädling selbst entfernen.

  1. Legen Sie die Windows-Installations-CD ein.
  2. Starten Sie Ihren Computer neu und booten Sie ihn von der CD
  3. Geben Sie bei Aufforderung den Buchstaben <R> ein, um die Wiederherstellungskonsole zu öffnen.
  4. Geben Sie bei Aufforderung das Administrator-Kennwort ein
  5. Wechseln Sie zum Laufwerk, auf dem Windows auf dem Rechner installiert ist, in der Regel das Laufwerk C:
  6. Tippen Sie anschließend nach der Eingabeaufforderung den Befehl FIXMBR LAUFWERKSBUCHSTABE (beispielsweise FIXMBR C:) ein.
  7. Wenn der Befehl erfolgreich ausgeführt wurde, drücken Sie auf EXIT, um das System erneut und von der Festplatte zu starten.
  8. Starten Sie anschließend einen vollständigen Systemscan mit Ihrer Sicherheitssoftware, um sämtliche Komponenten des Schädlings zu entfernen.

Leider infizieren sich die Anwender mit Erpressersoftware nicht nur per E-Mail oder über Webseiten mit zweifelhaftem Ruf. So wurde beispielsweise im Februar die Website des französischen Einzelhandelsunternehmens Ladurée von Gangstern hinter dem BKA- und anderen Polizeitrojanern gehackt, so dass alle Besucher ihre Systeme mit der Schadsoftware infiziert haben.

Quelle: Trend Micro

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