Verschlüsselungs-Virus Dorifel breitet sich rasch aus

14. August 2012
Reiner Backer Von Reiner Backer, Windows, Hardware, Linux ...

Die Schadsoftware hat sich auf das Stehlen von Bankdaten spezialisiert. Der Virus Dorifel, wohl ursprünglich über E-Mail-Anhänge aktiviert, hat sich rasch in den Niederlanden ausgebreitet und bahnt sich seinen Weg über Dänemark, Deutschland, die Philippinen und die USA.

Im Bild sehen Sie die Internetseite von Kaspersky Lab und kostenlose Virenbekämpfung-Tools zum Download.

Tools zur Virenbekämpfung

Der Virus Dorifel verschlüsselt Dokumente auf den betroffenen Computern sowie im verfügbaren, lokalen Netzwerk. Er breitet sich weiter stark aus. Die Analyse eines mit Dorifel infizierten Systems ergab außerdem, dass entsprechende Systeme vermutlich mit weiterer Schadsoftware infiziert sind, die sich auf das Stehlen von Bankdaten konzentriert. Gefundene Logfiles mit Namen, Kreditkartennummern und Kartenprüfnummern lassen diesen Schluss zu.

Öffnen Sie keine Anhängen von unbekannten Sendern

Selbst E-Mails von bekannten Unternehmen oder Organisationen sollten Anwender mit Bedacht öffnen – etwa, wenn der Anwender bereits im Dialog mit dem ihm bekannten Unternehmen steht.

Aktuelle Anti-Virensoftware fangen den Virus ab, wenn der Rechner aktualisiert ist. Setzen Sie beispielsweise das Kaspersky Virus Removal Tool ein, das Schadprogramm via Web identifizieren. 

Netz-Administratoren sollten zusätzlich die IP-Adressen 184.82.162.163 und 184.22.103.202 blockieren. Netzwerk-Traffic zu diesen Adressen sind ein Hinweis darauf, dass das eigene Netz infiziert ist und über den befallen Server weitere Schadsoftware nachgeladen werden kann.

Die wichtigsten Fakten zum Verschlüsselungsvirus Dorifel

  • Dorifel hat sich ursprünglich über E-Mail-Anhänge ausgebreitet. Von infizierten Rechnern bahnt sich Dorifel den Weg über USB-Sticks und Netzwerk-Laufwerke.
  • Dorifel infiziert und verschlüsselt Dateien mit folgenden Erweiterungen: DOC, DOCX, XLS, XLSX, EXE.
  • Der potenzielle Schaden für Behörden und Unternehmen ist groß, da Dorifel offenbar weitere Schadsoftware nach sich zieht. Auf den untersuchten Servern wurden beispielsweise Exploits gefunden, also Schadsoftware, die darauf ausgerichtet ist, Schwachstellen in kommerzieller Software auszunutzen. Dorifel verschlüsselt Dokumente und macht sie so unbrauchbar. Weitere Malware greift auf Finanzdaten zu und installiert Hintertüren (Backdoor Trojaner) auf Servern.

Quelle: Kaspersky Lab

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