Online-Angriffe: Diese Bedrohung kommt 2013 auf uns zu

24. November 2012
Reiner Backer Von Reiner Backer, Windows, Hardware, Linux ...

Schadhafte mobile Apps, zunehmend staatlich geförderte Angriffe und ein Comeback bösartiger E-Mails: Das sind nur einige der Cyber-Bedrohungen, die der Sicherheitsexperte Websense für 2013 vorhersagt.

Im Jahr 2012 hat die Cyberkriminalität weiter an Dynamik gewonnen. Die massenhaften Kompromittierungen von WordPress und die Spear-Phishing-Attacke auf das Weiße Haus sind dafür nur zwei der prominentesten Beispiele.

Die sieben größten Bedrohungen für das Jahr 2013

Damit Unternehmen im Jahr 2013 gut gerüstet sind, prognostizieren die Websense Security Labs die sieben größten Bedrohungen für das nächste Jahr.

  1. Mobile Geräte sind das neue Ziel: Cyberkriminelle werden die drei mobilen Plattformen Windows 8, Android und iOS verstärkt ins Visier nehmen. Webbasierte plattformübergreifende Exploits erleichtern den Tätern dabei die Attacken. Am stärksten zunehmen werden die Bedrohungen für Microsoft-Mobilgeräte. Um an Nutzerberechtigungen für Mobilgeräte zu gelangen, werden die Angreifer immer häufiger auf Social-Engineering-Methoden als Köder setzen.
  2. Bypass-Methoden umgehen traditionelle Sandbox-Erkennung: Viele Unternehmen nutzen virtuelle Maschinen für Tests auf Schadsoftware. Deshalb entwickeln die Angreifer Methoden, die virtuelle Umgebungen als solche erkennen. Einige davon werden versuchen, eine Sicherheits-Sandbox zu identifizieren - und zwar genau so, wie in der Vergangenheit bestimmte Antivirenmaschinen angegriffen und ausgeschaltet wurden. Diese fortgeschrittenen Attacken werden sich so lange verbergen, bis sie sicher sind, nicht in einer virtuellen Sicherheitsumgebung zu sein.
  3. Legale App-Stores beherbergen mehr Schadsoftware: Bösartige Apps werden im Jahr 2013 immer häufiger unerkannt durch die Prüfungsprozesse schlüpfen und dadurch eine immer größere Bedrohung für Unternehmen mit BYOD-Strategie ("Bring Your Own Device") darstellen. Da immer mehr Betriebe BYOD erlauben, werden außerdem auch die Gefahren durch freigeschaltete ("jail broken") und gerootete Geräte sowie unautorisierte App-Stores wachsen.
  4. Staatlich geförderte Attacken steigen: Mehr Regierungen werden in den Cyberkrieg eintreten. Die öffentlich gewordenen Attacken animieren Nachahmer, weitere Faktoren werden diesen Trend verstärken: Während es für die meisten Länder unerreichbar scheint, eine Atommacht zu werden, können praktisch alle das Talent und die Ressourcen heranziehen, die es für Cyberwaffen braucht. Außerdem haben die Länder und die entsprechenden Personen problemlos Zugang zu Vorlagen aus vergangenen Angriffen wie Stuxnet, Flame und Shamoon.
  5. "Hacktivisten" erreichen nächstes Level: Die Angriffe durch so genannte Hacktivisten, politisch motivierte Hacker, waren in der Vergangenheit äußerst öffentlichkeitswirksam. Deshalb haben sich die Unternehmen auf derartige Bedrohungen eingestellt und immer besser funktionierende Strategien und Lösungen umgesetzt. Die Hacktivisten werden darum ihre Methoden weiter verfeinern und dabei im Jahr 2013 das nächste Level erreichen.
  6. Schadhafte E-Mails feiern Comeback: Gezielte und genau getimte Spear-Phishing-Attacken, vermehrte bösartige Anhänge: Schadhafte E-Mails feiern 2013 ein Comeback. Mit Methoden wie DGA (Domain Generation Algorithms), welche die Herkunft der Mails verschleiern, werden die Angreifer die gängigen Schutzmaßnahmen aushebeln.
  7. Cyberkriminelle folgen den Massen zu neuen Content-Management-Systemen und Web-Plattformen: In der Vergangenheit wurden Schwachstellen in WordPress regelmäßig für massenhafte Manipulationen genutzt. Derzeit gewinnen andere Content-Management-Systeme und Service-Plattformen im Web zunehmend an Popularität. Cyberkriminelle werden die Integrität dieser Systeme regelmäßig testen. Auch weiterhin werden es seriöse Plattformen sein, die von Angriffen betroffen sind. Sie werden mit dem Ziel attackiert, Malware einzuschleusen, Nutzer zu infizieren und in Unternehmen einzudringen, um deren Daten zu stehlen. CMS-Administratoren müssen deshalb Updates, Patches und anderen Sicherheitsmaßnahmen mehr Beachtung schenken.

Quelle: Websense

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