Aus meinem Bücherregal: 1/8 sec.

17. September 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Zu meinem letzten Geburtstag habe ich einen Bildband geschenkt bekommen, den ich seitdem immer wieder zur Hand nehme: 1/8 sec. Vertraute Fremde von Jim Rakete. Dieser im Jahr 2008 bei Schirmer/Mosel erschiene Band stellt eine zeitlose Sammlung wirklich erstklassiger Fotografien dar, zudem noch in hervorragender Qualität.

Jim Rakete, gilt als Portraitfotograf, dem es gelingt, mehr als nur die Oberfläche der Menschen abzulichten. Seine Bilder in eindringlichem Schwarzweiß scheinen das eigentliche Wesen der Dargestellten einzufangen.

Bereits als Sechzehnjähriger begann der 1951 in Berlin geborene Jim Rakete (übrigens kein Künstlername, der Mann heißt wirklich so) die nächtliche Rockszene seiner Heimat zu photographieren. Seine Leidenschaft für Rock ́n ́Roll, Theater und Kino sollte ihn fortan nicht mehr loslassen. Sie überdauerte auch sein berufliches Intermezzo als Musikproduzent von Nina Hagen Nena und vielen anderen Musikern der „Neuen Deutschen Welle“. Trotz der Erfolge in diesem Metier hat er sich letztlich ganz für die Photographie entschieden.

Dabei gibt es kaum einen deutschen Star, den Rakete nicht vor seine Linse holen konnte. Otto Sander, Ulrich Mühe, Angela Merkel oder Heike Makatsch sind nur einige wenige unter vielen Stars aus Film, Theater und Fernsehen, Sport, Kunst oder Politik, die er abgelichtet und in seinem neuen Buch versammelt hat. Insgesamt sind es 191 Abbildungen, alle in kontrastreichem Schwarzweiß. Mal zeigen sich seine Modelle nachdenklich und sensible, mal forsch und humorvoll, aber immer unverfälscht.

Jim Rakete gehört, was die Fototechnik angeht, zu den Dinosauriern – er gehört zu den wenigen Fotografen, die noch analog arbeiten, auch wen er sich der neuen Technik nicht total verschließen möchte.

Für 1/8 sec ist er zu den Wurzeln der Fotografie zurückgekehrt und hat mit einer Plattenkamera von  Linhof gearbeitet. Mit ihr hat er versucht, den „Moment der Wahrheit“ einzufangen. Dieser Moment manifestiert sich innerhalb der Belichtungszeit, die im Durchschnitt eine Achtelsekunde beträgt und so auch titelgebend für den Bildband wurde.

1/8 sec – für Jim Rakete der „Wimpernschlag der klassischen Photographie“. Eine Achtelsekunde muss das Modell absolute Ruhe bewahren. Was bleibt, ist der magische Augenblick der Begegnung und das konzentrierte Zusammenspiel des Photographen und seines Gegenübers. Die Intensität während des Entstehungsprozesses spiegelt sich in den Bildern wider. Jim Rakete gelingt es, mit seinen Bildern, das Phänomen des „vertrauten Fremden“ auszudrücken. Die Intimität, die seine Photos vermittelt, suggeriert dem Betrachter ein Gefühl der Vertrautheit obwohl die abgebildeten Personen nur Fremde sein können.

Rakete, Jim: 1/8 sec. Vertraute Fremde, München 2008, 128 Seiten, 94 Farb- und Duotone-Tafeln, Format: 24,8 x 31,8 cm, ISBN 978-3-8296-0296-9, 68,00 Euro (tok)

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