Berechnungen, die man sofort wieder vergessen sollte

09. November 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Fotografie hat ja doch deutlich mehr mit Formen, Farben und Kompositionen zu tun, als mit Berechnungen. Dennoch gibt es einige Kalkulationen, die man sich als Fotograf doch einmal kurz anschauen sollte, um sie danach gleich wieder zu vergessen, wie etwa die Schärfentiefe oder die Hyperfokaldistanz. Natürlich soll man sie nicht wirklich vergessen, aber doch soweit verdrängen, dass man nicht plötzlich die Bildgestaltung und das Fotografieren vernachlässigt, weil man vor dem Druck auf den Auslöser eine Kopfrechenübung macht. Außerdem gibt es für die genaue Ermittlung solcher Zahlenwerte heute auch praktische kleine Programme, beispielsweise das nur etwa 1,59 Euro teure „A Visual Dof Calc“ für das iPhone bzw. den iPod, mit dem man Schärfentiefe (Dof = Depth of field) und Hyperfokaldistanz ermitteln kann.

Aber worum geht es eigentlich? Die Schärfentiefe ist der vermutlich bekannteste Faktor der Fotografie, der Bereich vor und hinter dem eigentlich fokussierten Punkt, der vom Betrachter noch als scharf wahrgenommen wird. Dabei gilt die jedem Fotografen bekannte Faustregel, dass die Schärfentiefe um so geringer ist, je weiter die Blende geöffnet ist und einen Bereich von etwa 1/3 vor dem Fokuspunkt und 2/3 hinter dem Fokuspunkt umfasst. Die Schärfentiefe ist um so größer, je größer der Bildwinkel des Objektivs ist.

Das ist soweit relativ gut aus dem Bauch zu handhaben. Komplizierter wird die Sache dann, wenn Sie, etwa bei Landschaftsaufnahmen, Ihre Kamera so einstellen möchten, dass Vorder- und Hintergrund gleichermaßen scharf erscheinen. Hier hilft die Hyperfokaldistanz, als jene Entfernungseinstellung, bei der ab etwa der halben Fokusdistanz bis unendlich alles scharf abgebildet wird. Jede Kamera hat bei einer bestimmten Kombination aus Blendenwert, Brennweite und Fokusdistanz einen berechenbaren Schärfentiefebereich. Sie sehen schon, jetzt wird es kompliziert, denn dummerweise sind alle dieser Werte variabel und Sie müssten also für nahezu jede Situation eine neue Berechnung anstellen oder eine Tabelle mit sich führen, auf der Ihre Blenden-Brennweiten-Kombinationen durchgerechnet sind. Nun ja, auch Mathematiker machen Fotos - allen anderen würde ich dazu raten, sich mehr auf das Bauchgefühl zu verlassen oder einen elektronischen Helfer zu nutzen.

Wenn Sie nun aus irgendeinem Grund tatsächlich die Hyperfokaldistanz von Hand berechnen wollen (oder wohl eher müssen, denn es ist eine Strafarbeit), dann geht das Ganze so:

(((Brennweite x Brennweite) / (Blende x  Zerstreuungskreis)) + Brennweite) / 1000

Den Zerstreuungskreis können Sie wiederum mit der kleinen Formel Zerstreungskreis = 0.03 / Cropfaktor berechnen.

Dann haben Sie, wenn Sie nicht schon aufgegeben haben und Ihr Motiv verschwunden ist, die Hyperfokaldistanz ermittelt. Stellen Sie diese nun an Ihrer Kamera ein, werden alle Objekte ab der halben Hyperfokaldistanz bis unendlich scharf.

Nehmen wir als Beispiel eine Nikon D300. Bei dieser Kamera mit einem Crop-Faktor von 1,5 würde bei einem 50mm-Objektiv und Blende 8 eine Hyperfokaldistanz von 15.62 herauskommen.

Ich rechne so etwas nicht wirklich, aber natürlich haben solche Dinge in bestimmten Fällen ihre Berechtigung und es ist gut, sie zu kennen – etwa dann, wenn Sie sich im Gebirge befinden und vor und hinter Ihnen ein Abhang ist. Da kann es schon wichtig werden, berechnen zu können, was Sie einstellen müssen, damit Sie selber auf das Bild kommen und der Hintergrund auch scharf dargestellt wird. (tok)

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