Die Datenrettung

27. Juli 2012

Zu Zeiten analoger Fotografie befanden sich ihre „Daten“, also ihre Fotos, auf Filmen oder ausbelichtet auf Fotopapier. Im Laufe der Jahre konnten Filme verkratzen, Fotos verbleichen, sich das Papier auflösen oder Dias bei falscher Lagerung sogar verschimmeln. Im Endergebnis waren ihre Fotos verloren oder nur mit immensem Aufwand und viel manueller Arbeit zu retten.

Mit Beginn der Digitalfotografie gehören solche Probleme der Vergangenheit an. Die Fotodaten werden auf Ihrer Speicherkarte, dem USB-Stick, internen und externen Festplatten oder CDs/DVDs gespeichert. Verschimmeln können Ihre Daten nicht mehr, aber auch digitale Speichermedien können beschädigt werden oder fehlerhaft sein.

Waren bei der falschen Entwicklung eines Negativfilms maximal 36 Fotos betroffen, verlieren Sie mit einer defekten Festplatte ohne Backup unter Umständen Tausende von Fotos.

Speicherkarten sind meistens sehr stabil. Manche Karte hat schon eine Kochwäsche bei 95 Grad überstanden, ohne beschädigt zu werden oder Daten zu verlieren. Aber natürlich ist die Karte nicht gegen versehentliches Löschen gefeit oder gegen das Überschreiben mit anderen Fotos. CDs oder DVDs altern mit der Zeit. Die Schicht, auf der die Daten eingebrannt sind, kann sich auf- oder ablösen. Viele CDs sind nach 15 Jahren daher nicht mehr lesbar. Festplatten enthalten mechanisch drehende Teile, die abnutzen können, die Platte selbst kann beschädigt werden oder die Elektronik den Geist aufgeben. In viele Fällen sind die Daten dann tatsächlich endgültig verloren – wohl dem, der dann ein gutes Backup der Daten hat.

Es gibt professionelle Datenrettungsdienste, die selbst von zerkratzten CDs oder mechanisch beschädigten Festplatten viele Daten noch rekonstruieren können. Für den Privatmann sind solche Rettungsdienste jedoch kaum zu finanzieren. Wenn nicht nur die Elektronik ausgetauscht werden muss, sondern die Platte zerlegt und aufwendig ausgelesen werden muss, kostet die Wiederherstellung einer 250-Gigabyte-Festplatte gut und gerne zwischen 1.500 und 2.000 Euro, kein billiges Vergnügen.

Wie werden Daten gespeichert?

Haben Sie jedoch den Datenträger nur versehentlich gelöscht oder die Karte formatiert, dann besteht eine große Chance, dass Sie Ihre Daten retten können. Um zu verstehen, wie die Datenrettung arbeitet, sollten Sie wissen, wie die Daten auf Ihrer Festplatte gespeichert werden. Stellen Sie sich eine Festplatte einfach als großes Hochregallager vor, in dem Ihre Fotos liegen. Es gibt ein System, doch jeder Lagerplatz hat lediglich eine Nummer. Im Eingangsbereich des Lagers (der Festplatte) befindet sich ein Inhaltsverzeichnis. Dort ist gespeichert, welches Foto (welche Datei) sich wo in dem Lager befindet.

Wird jetzt eine Datei gelöscht, dann wird nicht der tatsächliche Lagerplatz geräumt, sondern lediglich im Inhaltsverzeichnis vermerkt, dass an dieser Stelle, wo das gelöschte Foto lag, nun wieder Platz ist. Das Foto selbst ist noch vorhanden, und zwar so lange, bis genau dort eine neue Datei gespeichert wird.

Haben Sie also Fotos versehentlich gelöscht oder eine Karte formatiert, dann sollten Sie sofort alle Arbeiten an und auf diesem Medium einstellen. So vermeiden Sie, dass weitere Daten gespeichert und noch vorhandene Bilddaten überschrieben werden. Legen Sie die Speicherkarte beiseite, schalten Sie die externe Festplatte aus oder klemmen Sie die interne Festplatte vom Rechner ab, bis Sie ein geeignetes Programm haben, das Ihnen hilft, die gelöschten Daten wieder herzustellen.

Wie Arbeiten die Programme zur Datenrettung?

Im Internet werden Sie eine Vielzahl von Programmen finden, die für den Privatgebrauch kostenlos sind (Freeware). Alle diese Programme arbeiten nach einem ähnlichen Prinzip: Sie suchen nach den Dateien und Fotos nicht über das Inhaltsverzeichnis, sondern durchsuchen das Speichermedium Schritt für Schritt. Dabei werden alle jene Dateien gefunden, die zwar im Inhaltsverzeichnis gelöscht wurden, aber noch nicht durch andere Daten überschrieben wurden. Diese Bilddateien werden dann umbenannt, weil sehr oft der Originalname nicht mehr lesbar ist. Die Bilddaten werden nun an einem von Ihnen bestimmten Speicherort auf einer anderen Festplatte gespeichert. Auf keinen Fall dürfen Sie dasselbe Medium verwenden, selbst wenn dort genug Platz ist, da Sie keinen Einfluss auf den Speicherort nehmen können und so Gefahr laufen, genau die Daten zu überschreiben, die Sie eigentlich gerade retten wollen.

Sie brauchen für die Datenrettung allerdings zwei Dinge: Viel Zeit und viel Speicherplatz. Wenn Sie eine Speicherkarte mit 2 Gigabyte Daten auf diesem Weg auslesen, kann dieser Vorgang mehrere Stunden dauern. Sie werden unter Umständen auch deutlich mehr als 2 Gigabyte Platz brauchen, um die restaurierten Daten zu speichern. Das liegt daran, dass die Rettungsprogramme, wenn Sie eine Datei eines Digitalfotos finden und erkennen, dass das Foto einmal 12 Megabytes hatte, auch diesen Platz reservieren. Und das selbst, wenn von dem Foto nur noch 2 oder 3 Megabytes vorhanden sind, weil der Rest überschrieben wurde.

Die Arbeitsweise all dieser Programme ist identisch. Sie starten das Datenrettungsprogramm und legen fest, welches Medium geprüft werden soll. Die Programme sind dabei in der Lage, Laufwerke, aber auch Partitionen, zu erkennen. Einige Programme bieten sogar die Möglichkeit, gezielt einzelne Spuren oder Sektoren einer Festplatte zu durchsuchen und auf verlorene Daten oder Datenketten zu untersuchen. Dieses Vorgehen bedarf allerdings sehr genauer Kenntnisse der unterschiedlichen Dateisysteme, die von Windows oder Mac verwendet werden, und Sie sollten dies daher den Fachleuten überlassen.

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