Die Hyperfokaldistanz

14. September 2012

Was bedeutet nun dieser mysteriöse Begriff eigentlich und wie hilft Ihnen das Verstehen dieser Materie, bessere Fotos zu machen? Zum einen ist der Autofokus kompakter Digitalkameras bei schwachem Licht oder in der Sportfotografie bei schnellen Aufnahmen oft überfordert. Auch in der Landschaftsfotografie ist es wichtig, Vorder- und Hintergrund scharf abzulichten. In beiden Fällen schafft das Einstellen der Kamera bei einer bestimmten Brennweite und Blende auf die Hyperfokaldistanz Abhilfe, damit von der halben Fokusdistanz bis unendlich alles scharf abgebildet wird. Dazu müssen sich bei Ihrer Kamera die Blende und der Fokus manuell einstellen lassen. Ein manueller Fokus mit Entfernungsangabe ist zur Einstellung der Hyperfokaldistanz am besten geeignet.

Der Zerstreuungskreis

Um die Hyperfokaldistanz berechnen zu können, müssen Sie den Zerstreuungskreis Ihrer digitalen Kamera kennen, um so unter Eingabe der Blende und Brennweite den Fokuspunkt ermitteln zu können. Der Zerstreuungskreis beträgt bei 35-mm-Kleinbildkameras 0,03 mm. Er ist aber bei digitalen Kompaktkameras je nach Modell wesentlich kleiner, zum Beispiel beträgt er 0,007 mm bei der Fujifilm FinePix 7000 oder 0,005 mm bei der Canon PowerShot A70. Fixfokuskameras, also Kameras, die mit nur einer Brennweite, meist im Weitwinkelbereich, auskommen, arbeiten sogar grundsätzlich nach dem Prinzip der Hyperfokaldistanz. Für den festen Wert von 35-mm-Kameras ist das Ablesen aus Standardtabellen einfach, für Digitalkameras müssen Sie für die Berechnung der Hyperfokaldistanz zunächst den Zerstreuungskreis der Kamera ermitteln.

Der Zerstreuungskreisdurchmesser ist der maximale Durchmesser, den ein Punkt auf dem Film oder Sensor haben darf, damit er bei normalem Betrachtungsabstand noch als scharfer Punkt erkannt wird. Kleinere Sensoren werden stärker vergrößert, deswegen ist ihr Zerstreuungskreisdurchmesser kleiner. Für unterschiedliche Sensor- und Filmgrößen (Mittelformat, Kleinbild, APS) muss deshalb zur Berechnung ein anderer Zerstreuungskreisdurchmesser verwendet werden.

Die Objektivwahl

Gute Kandidaten für die Fokussierung mit der Hyperfokaldistanz sind 50-mm-Objektive oder Weitwinkel mit 35 mm oder kürzer. Diese Objektive haben eine relativ kurze Hyperfokaldistanz im Bereich von großen Blendenzahlen. Bei Blende f/32 liegt die Hyperfokaldistanz bei einem 50-mm-Objektiv an einer digitalen SLR-Kamera bei knapp 9 Metern − damit wird alles im Bereich ab 4,5 Metern Entfernung scharf abgebildet.

Bei Teleobjektiven wird die Hyperfokaldistanzmessung eher selten angewendet, da der Fokuspunkt bei großen Brennweiten sehr weit entfernt liegt. Zum Beispiel läge der Fokuspunkt bei einem 200-mm-Objektiv an einer Nikon D100 bei Blende f/32 bei ca. 140 Metern (scharfe Abbildung ab 70 Metern), bei Blende f/14 dann schon bei knapp 335 Metern. Sie sehen also, dass sich Teleobjektive für die Aufnahme von Landschaften, bei denen auch nahe Objekte scharf abgebildet werden sollen, nicht eignen.

Wenn Sie einen Fokuspunkt und damit die Hyperfokaldistanz nicht genau ermitteln können, ist es besser, den Fokus auf einen Punkt hinter der geschätzten Hyperfokaldistanz zu setzen. So vermeiden Sie, dass die weit entfernten Objekte unscharf werden. Dies würde passieren, wenn Sie den Fokus vor die geschätzte Hyperfokaldistanz legen. Wenn Sie eine DSLR mit einem 35-mm-Objektiv verwenden, stellen Sie Blende f/8 ein. Die Hyperfokaldistanz liegt bei ungefähr 8 Metern, also wird alles ab 4 Metern Entfernung scharf abgebildet.

Korrigieren Sie zur Sicherheit um eine Blende. Die Blendenkorrektur von zum Beispiel Blende f/8 auf Blende f/11 gibt Ihnen genügend Spielraum, um etwaige Fehler auszugleichen. So haben Sie auf jeden Fall eine akzeptable Schärfe im Nahbereich und genügend Schärfentiefe, um Fokussierungsfehler zu beheben.

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