Farbmanagement: Die ICC-Profile

29. Mai 2012

Das Farbmanagement ist der Prozess, der sicherstellen soll, dass die Farben, die Sie bei der Aufnahme durch das Objektiv sehen, während der verschiedenen Schritte des digitalen Workflows − Aufnahme, Bildbearbeitung, Druck oder Ausbelichtung − so bleiben, wie sie sein sollen.

Mit dem Farbmanagement (Englisch = color management, kurz CM) soll also erreicht werden, dass eine Vorlage, die mit einem beliebigen Eingabegerät − Scanner oder Digitalkamera − erfasst wurde, an einem beliebigen Ausgabegerät − Drucker oder Ausbelichter − möglichst genau wiedergegeben wird. Beispielsweise soll ein Monitor (Ausgabegerät) die Farben der Fotos einer Digitalkamera (Eingabegerät) möglichst so anzeigen, wie die Kamera die Farben aufgenommen hat. Die Aufgabe eines Farbmanagementsystems (Englisch = CMS, color management system) besteht darin, geräteabhängige Farbbeschreibungen anhand eines Geräteprofils in einen geräteunabhängigen Austausch-Farbraum (Englisch = Profile Connection Space, kurz PCS) und auch wieder aus diesem heraus zu konvertieren. Dadurch wird erreicht, dass jedes Gerät in einem Farbmanagementsystem die Farben annähernd gleich darstellt. Ein einfaches Beispiel ist der Ausdruck von Fotos, die dank eines Farbmanagementsystems auf dem Monitor und auf dem Ausdruck identisch aussehen sollten.

Als Geräteprofile kommen in der Regel ICC-Profile zum Einsatz. Die beteiligten Farbräume sind RGB für Digitalkameras und Monitore, CMYK für den Drucker und den geräteunabhängigen Farbraum CIE-LAB (CIE = Commission Internationale de l’Eclirage). Der CIE-LAB-Farbraum dient in diesem Fall als Übersetzer zwischen den anderen Farbräumen (PCS).

ICC-Profiltypen

Der ICC-Standard unterscheidet sieben verschiedene Typen von ICC-Profilen, die in zwei Klassen eingeteilt werden: Die „Device Class“ beschreibt das Wiedergabeverhalten von Geräten wie Scannern, Druckern oder Monitoren, während die „Profile Class“ laut ihrer Definition nicht an Gerätetypen gebunden ist. Die drei „Device Class“-Profilarten beschreiben die Eingabe, die Wiedergabe und die Ausgabe der Farben. Eingabeprofiile, intern mit der Abkürzung „scnr“ bezeichnet, waren ursprünglich zur Beschreibung von Scannern gedacht. Heute nutzt man sie auch, um das Farbverhalten von Digitalkameras zu erfassen.

Monitorprofile, die mit „mntr“ abgekürzt werden, definieren die Farbwiedergabe von Röhrenbildschirmen (CRT) und Flachmonitoren (TFT).

Die intern mit „prtr“ bezeichneten Ausgabeprofile beschreiben alle Arten von Druckmaschinen. Darunter fallen nicht nur Desktop-Drucker für Fotos und Proofs, sondern auch Fotobelichter. Ebenfalls in diese Kategorie gehören Druckverfahren wie Offsetdruck oder Siebdruck.

Im Alltag des Fotografen weniger gebräuchlich, aber zum Teil nicht minder wichtig für die spätere Bildaufbereitung, sind die vier Profiltypen der „Profile Class“. „Device Link“-Profile, kurz „link“ genannt, können zwei Ausgaben zusammenfassen. Das ist vor allem für Proof-Zwecke interessant. „Named Color“-Profile (nmcl) beschreiben die Farbwerte von Sonderfarben wie die Pantone- und HKS-Schmuckfarben.

„Color Space Conversion“-Profile (spac) sind zur Konversion von Farbräumen gedacht, während „Abstract“-Profile (abst) abstrakte Farbräume definieren. Anwendung finden Letztere vor allem in Forschung und Wissenschaft.

Die Profilerstellung

Die Profilerstellung basiert auf der Farbmessung. Dabei werden Farben, deren genauer Farbwert bekannt ist, vom Gerät wiedergegeben und diese Darstellung wird dann mit dem bekannten Wert verglichen. Daraus ergibt sich unter anderem der Gamut, der die Fähigkeit der Farbwiedergabe eines Gerätes beschreibt. Monitorprofile müssen regelmäßig neu generiert werden, da sich Monitore im Laufe der Zeit verändern. Herstellerprofile sind nur für die Geräteserie, nicht jedoch für das spezifische Gerät passend und ein Profil gilt immer nur für einen bestimmten Zustand des betreffenden Geräts. Wechseln Sie also zum Beispiel bei Ihrem Drucker die Papiersorte und stellen Sie von einem weißen auf ein gelbliches Papier um, so führen dieselben CMYK-Werte zu abweichenden Farben.

Die ICC-Profile für Ihre Hardware erhalten Sie vom Gerätehersteller. Sie müssen also hier nicht zwingend eigene Profile erstellen. Auch die Fotobelichter stellen Ihnen zur Ausbelichtung Ihrer Fotos ICC-Profile zur Verfügung, ebenso die Papierhersteller, da sich das Profil für den Drucker unter Umständen mit der verwendeten Papiersorte ändert.

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