Kai Wiedenhöfer erhält Carmignac Gestion-Preis für Fotojournalismus 2009

02. November 2009
Torsten Kieslich Von Torsten Kieslich, Bildbearbeitung ...

Kai Wiedenhöfer, „Spiel mit einer Plastikpistole. Kinder in einem Flüchtlingslager stellen die Welt der Erwachsenen nach.“

Der deutsche Fotograf Kai Wiedenhöfer ist der diesjährige Preisträger des erstmals vergebenen Carmignac Gestion-Preises für Fotojournalismus. In diesem Jahr war der Gazastreifen das Thema für die Bewerber. Aus 76 Bewerbern kamen 14 Kandidaten aus 8 verschiedenen Ländern in die engere Auswahl. Die sechsköpfige Jury unter Leitung des Fotografen, Kinoregisseurs und Malers William Klein diskutierte zunächst die Qualität der fotografischen Arbeiten und legte besonderen Wert auf eine künstlerische Handschrift und einzigartige Perspektive der Arbeiten. Die Jury untersuchte auch die Originalität der Reportagen und die Fähigkeit jedes Kandidaten, einen neuen Zugang zum Thema zu finden und ihm dadurch besondere Ausdruckskraft zu verleihen.

Die Jury vergab den ersten Preis für das Projekt von Kai Wiedenhöfer. Der Spezialpreis der Jury ging an die junge Fotografin Eman Mohammed (22). Bei dieser Entscheidung hob die Jury die hohe Qualität und die Sensibilität ihrer Arbeiten zu den Lebensbedingungen palästinensischer Frauen besonders hervor.

Nach einem ersten, sehr lebhaften Wahldurchgang einigten sich die Jurymitglieder auf drei Teilnehmer für das Finale, deren Arbeiten sich durch sehr unterschiedliche Ansätze auszeichnen: der Deutsche Kai Wiedenhöfer, die Palästinenserin Eman Mohammed und die Französin Lizzie Sadin.

Kai Wiedenhöfer plant seine Rückkehr in den Gazastreifen, um den Wiederaufbau nach dem letzten israelischen Angriff im Januar 2009 zu dokumentieren.

Diese neue Fotoserie behandelt drei Hauptthemen:

Die Trümmer: Narben, die die Bombardierungen in der Stadt hinterlassen haben und der Umgang der Palästinenser mit dem Leben in prekären Behausungen.

Die Belagerung: der Alltag während der Blockade – Lebensmittelversorgung, Umweltverschmutzung, psychologische Probleme, Wasserversorgung, die Mauer, der Grenzübergang Rafah.

Die verlassenen israelischen Siedlungen: Rückkehr zu den Orten, die der Fotograf im Sommer 2005 während des Rückzugs der israelischen Armee fotografiert hatte.

Seit 1990 widmet sich der engagierte Fotograf einer umfangreichen Dokumentararbeit über das Alltagsleben in den besetzten Gebieten. Kai Wiedenhöfer zeichnet sich durch Ausdauer bei der Verfolgung, der Verarbeitung und der Erforschung des Konflikts zwischen Israel und Palästina aus. Der Fotograf, der selbst fließend arabisch spricht, liefert in seinen Arbeiten mehr als Nachrichten. Er setzt in seiner Arbeit kontinuierlich Verbundenheit und Verständnis den Augenblicken der Spannung und äußerster Gewalt entgegen. Diese Vorgehensweise hat ihren Ursprung in der humanistischen Tradition, das Reale mit Fingerspitzengefühl zu hinterfragen, das karikaturartige zu vermeiden, um die Realität in ihrer Komplexität wahrzunehmen. 

Die fotografische Arbeit Kai Wiederhöfers zeichnet sich durch seine Fähigkeit zur Erneuerung aus. Zu Beginn seiner Arbeit im Gazastreifen bevorzugte er Schwarzweißfotografien, ganz in der Tradition der Reportagefotografie. Heute sind seine Fotografien reflexiver geworden, mit Farb-Panorameinstellungen, die von einer originellen, wagemutigen und sehr zeitgenössischen Handschrift zeugen. (tok)

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