Nekropolis oder die Friedhofsfotografie

11. Juni 2012

Friedhofsfotografie wird häufig als Genre der Architekturfotografie angesehen. Das trifft zu, wenn Sie sich mit den Bauten und Grabsteinen auf Friedhöfen beschäftigen. Aber auch für Naturfotografen bieten insbesondere ältere, parkähnliche Friedhöfe in Städten eine Menge Potenzial für faszinierende Fotos.

Auch wenn in jeder Stadt und in jedem etwas größeren Dorf Friedhöfe zu finden sind, sind sie für viele Menschen und auch Fotografen oft ein Tabuthema. Zu Unrecht, denn Friedhöfe sind nicht nur die Ruhestätten unserer Vorfahren und Ahnen, sondern gleichzeitig ein Ort der Erinnerung, der Ruhe, der Besinnung und der Geschichte.

Je größer und je älter der Friedhof ist, den Sie besuchen, desto größer wird die Auswahl der möglichen Motive für Sie sein. Insbesondere die Liebhaber von Makros und Stillleben werden auf Friedhöfen viele interessante Motive finden. Mit einem wachen Auge und der richtigen Ausrüstung werden Anfänger wie Fortgeschrittene eine Vielzahl spannender Fotos anfertigen können. Dieser Artikel soll Ihnen einen Überblick über mögliche Motive, den richtigen Umgang mit der Kamera und vor allen Dingen einige Tipps und Tricks aufzeigen, mit denen Ihre Motive den besonderen Pfiff bekommen.

Natürlich werden Sie auch auf modernen städtischen Friedhöfen eine ganze Reihe interessanter Motive antreffen, doch erst auf den zum Teil Hunderte von Jahren alten Friedhöfen großer Städte werden Sie die gesamte Bandbreite der gewünschten Motive finden. Besuchen Sie also beim nächsten Städtetrip oder im Urlaub auch einmal die Friedhöfe der Großstädte. Aber auch kleinere, ältere, ländliche Friedhöfe bieten wunderschöne Motive, besonders zum Beispiel diejenigen in Schottland.

Die Motive

Bevor Sie sich an die eigentliche Fotografie machen, sollten Sie gut überlegen, zu welchem Friedhof Sie fahren wollen. Die größte Vielfalt an Motiven werden Sie nach wie vor auf den großen Stadt-Friedhöfen finden. Nehmen Sie sich die Zeit, in den oft parkähnlich angelegten Arealen einen ausgiebigen Spaziergang zu machen und in Ruhe die verschiedenen Bereiche zu erkunden. Die aktuell genutzten Teile eines Friedhofes werden für Sie weniger interessant sein. Vielmehr sollten Sie versuchen, die Areale zu finden, die schon einige Jahrhunderte alt sind und wo unter Umständen bekannte Persönlichkeiten oder ehemals reiche und prominente Familien der jeweiligen Stadt bestattet worden sind. In diesen Bereichen werden Sie eher selten auf Trauernde treffen, die sich durch Ihr Fotografieren gestört fühlen könnten. Von vielen Friedhöfen finden Sie im Internet auch Pläne, auf denen besonders interessante Skulpturen und Grabsteine oder Gräber von Prominenten verzeichnet sind.

Bei aller Liebe zur Fotografie sollten Sie natürlich darauf achten, dass Sie, während Sie Ihrem Hobby nachgehen, die anderen Friedhofsbesucher nicht stören. Zum Glück sind die Friedhöfe so verwinkelt gestaltet, dass Sie in den meisten Fällen in Ruhe fotografieren können. Achten Sie während des Rundgangs über den Friedhof darauf, aus welcher Richtung das Licht kommt und welche Motive zu bestimmten Zeiten im Schatten liegen. Nichts ist ärgerlicher, als ein tolles Motiv zu finden, das vor einer halben Stunde noch von der Sonne beschienen wurde und jetzt, wo Sie es fotografieren wollen, voll im Schatten liegt.

Die Bandbreite der möglichen Motive ist sehr groß. Fotografieren Sie gerne Pflanzen und Blüten, finden Sie zu fast jeder Jahreszeit unterschiedliche wilde und von Hand gesetzte Pflanzen und Blumen. Doch nicht nur die Botaniker unter Ihnen werden viele interessante Motive finden. Gerade in der Blütezeit und aufgrund der Tatsache, dass Friedhöfe ruhige Plätze sind, werden Sie natürlich auch viele Insekten und Vögel sehen, die Sie sonst nur in sehr abgelegenen Gegenden antreffen. Einige Friedhöfe wie zum Beispiel der Wiener Zentralfriedhof haben sich sogar zu Rückzugsgebieten für seltene, vom Aussterben bedrohte Tierarten entwickelt.

Ein idealer Zeitpunkt, insbesondere Friedhöfe mit dichtem Laubbaumbestand zu fotografieren, ist der Spätherbst oder Winter. Denn dann liegen auch die Statuen und Grabsteine auf den alten Friedhofsteilen nicht mehr im Schatten der Bäume und an klaren kalten Tagen lässt die harte Wintersonne die Skulpturen plastischer erscheinen.

Die Bildgestaltung

Die Naturfotografie auf Friedhöfen unterscheidet sich nicht von der Naturfotografie an anderen Orten. Wenn Sie dagegen Statuen oder Reliefs fotografieren, gibt es einige Besonderheiten zu beachten. Da verwittertes Gestein wenig Licht reflektiert, sind die Statuen und Reliefs häufig einfarbig und sehr kontrastarm. Interne Blitzgeräte oder auch Aufsteckblitze sind nicht sonderlich gut geeignet, um schlecht beleuchtete Objekte auszuleuchten, da das frontale Licht die kontrastarme Wirkung des Motivs nur verstärken würde.

Sie müssen daher versuchen, das vorhandene Licht für Ihre Zwecke einzusetzen. Während bei Porträtaufnahmen hartes Licht eher vermieden wird, kann in diesem Fall die Kontur Ihres Motivs durch hartes Licht und senkrecht oder seitlich einfallende Sonnenstrahlung betont werden. Eine weitere Möglichkeit, die Konturen Ihres Motivs herauszuarbeiten, ist, wenn Sie das Motiv ein wenig von der Seite fotografieren und einen eventuell vorhandenen Hintergrund mit in das Bild einbeziehen.

Wenn Sie ein einzelnes Objekt fotografisch besonders betonen möchten, arbeiten Sie mit offener Blende, um die Umgebung und den Hintergrund durch Unschärfe freizustellen. Möchten Sie dagegen zum Beispiel auf einem Soldatenfriedhof die größere Tiefe und die schier endlose Zahl an Gräbern darstellen, sollten Sie mit möglichst geschlossener Blende arbeiten, um eine maximale Schärfentiefe zu erreichen.

Sehr häufig sind die Statuen und die Steine auf dem Friedhof im Laufe der Jahre durch Algen und Moos von einer grünen Patina überzogen. Da Digitalkameras ähnlich wie das menschliche Auge für Grüntöne besonders empfindlich sind, können Sie sich diesen Effekt zunutze machen. Insbesondere bei einer späteren Umwandlung in Schwarz-Weiß werden die grünen Farben besonders detailliert wiedergegeben.

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