RAW oder JPEG - was ist besser?

27. Mai 2011
Martin Vieten Von Martin Vieten, News & Trends, Bildbearbeitung, Photoshop Tutorials, Photoshop Elements, Digital Fotografieren, Multimedia ...

Praktisch alle Systemkameras aber auch einige hochwertigen Kompaktkameras bieten die Möglichkeit, im RAW-Format aufzuzeichnen statt der üblichen JPEG-Dateien. RAW-Dateien bieten dem anspruchsvollen Fotografen eine Reihe von Vorteilen, bringen aber auch ein paar Nachteile mit sich.

Nachdem der Fotograf den Auslöser gedrückt hat und für kurze Zeit Licht durch das Objektiv auf den Sensor gefallen ist, passiert noch einiges, bis die Kamera eine Bilddatei speichert. Zunächst wird das analoge Signal einer jeden Sensorzelle digitalisiert. Da die Photodioden des Sensors nur hell/dunkel unterscheiden können, müssen sodann die Farben interpoliert werden. Und schließlich bearbeitet die Kamera die gewonnenen Bilddaten gemäß der Vorgaben für Rauschunterdrückung, Schärfe, Farbsättigung etc., um sie dann endlich zu speichern.

In der Regel funktioniert das recht gut, die Aufnahmen aus der Kamera lassen sich dann direkt drucken oder an ein Online-Labor weiterleiten. Manchmal aber könnte das Foto besser sein. Etwa, weil die Rauschunterdrückung zu stark zu Werke ging und mit dem Rauschen auch gleich noch feine Bilddetails weggebügelt hat. Oder der automatische Weißabgleich daneben lag. Die meisten Kameras können Sie ohne Probleme so konfigurieren, dass die JPEG-Aufnahmen bei jedem Motiv Ihren Vorstellungen entsprechen. Doch weil dazu sehr viele Paramater geändert werden müssen, stehen Ihnen dann wahre Einstellorgien bevor – dazu fehlt „on location“ oft die Zeit.

Hier kommen nun die Vorteile des RAW-Formats ins Spiel: RAW-Dateien enthalten (im Idealfall) exakt die Daten, die nach der Digitalisierung des analogen Sensorsignals entstanden sind – und sonst nichts. Um daraus fertige Bilddateien zu erhalten, müssen die RAW-Dateien erst am PC entwickelt werden. Schärfe, Kontrast, Farbsättigung, Weißabgleich, Rauschunterdrückung und vieles mehr legen Sie also erst am PC-Monitor fest. Das klingt jetzt nach viel Arbeit, ist es aber nicht. Zudem hat man am Rechner in der Regel viel mehr Zeit und Muße, alles perfekt für das jeweilige Motiv einzustellen als bei der Aufnahme an der Kamera.

RAW-Dateien haben aber noch einen Vorteil: Sie enthalten mit zwölf bis 14 Bit pro Farbkanal wesentlich mehr Bildinformationen als JPEG-Dateien mit einer Farbtiefe von acht Bit. Das heißt, Sie haben deutlich mehr Reserven für die nachträgliche Bildbearbeitung, etwa um ein unterbelichtetes Foto zu retten.
Der größte Nachteil von RAW-Dateien ist, dass Ihnen direkt nach der Aufnahme keine fertigen Fotos zur Verfügung stehen. Immerhin gibt es inzwischen Kameras, mit denen Sie im Wiedergabemodus JPEG-Kopien aus Ihren RAW-Aufnahmen erzeugen können. Ein weiterer Knackpunkt: RAW-Dateien sind deutlich größer als JPEGs, die Speicherkarte ist also schneller voll und die Kamera reagiert unter Umständen langsamer, etwa bei Serienbildaufnahmen. (mv)

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