Sonnenauf- und -untergänge: Fotos mit ganz besonderer Stimmung

03. August 2012

In diesem Beitrag werden wir immer von Sonnenuntergang sprechen, aber alle Tipps und Tricks gelten ebenso für den Sonnenaufgang.

Moderne Digitalkameras sind in der Lage, viele Einstellungen und Messungen automatisch vorzunehmen. Was sich in vielen Fällen als Vorteil darstellt, erweist sich im Falle der Fotografie von Sonnenuntergängen als fatal. Automatische Belichtungskorrekturen lassen das Bild oft zu hell werden und der automatische Weißabgleich verdirbt die vorhandene Lichtstimmung.

Wie kommt es zu der speziellen Lichtstimmung? Das Licht der tief stehenden Sonne muss einen deutlich längeren Weg durch die Atmosphäre nehmen als die Mittagssonne. Der in der Luft enthaltene Staub und Dunst filtert das Licht: Langwelliges rotes Licht findet den Weg zu Ihnen, das kurzwellige blaue Licht wird herausgefiltert. Und deswegen sehen wir Sonnenuntergänge in Rottönen. In diesem Kapitel beschäftigen wir uns daher damit, die Kamera für den Sonnenuntergang manuell einzustellen und auch die notwendigen Korrekturen selbst vorzunehmen. Denn wenn Sie den perfekten Sonnenuntergang einfangen wollen, verlassen Sie sich besser auf Ihr Auge als auf die Automatik Ihrer Kamera.

Was müssen Sie tun, damit Ihnen der perfekte Sonnenuntergang gelingt?

Um einen Vergleich zu haben, sollten Sie vorab einige Fotos von einem Sonnenuntergang im Automatikmodus der Kamera machen, also mit Mehrbereichsmessung, automatischem Weißabgleich und ohne Belichtungskorrektur. Je nach Messmethode Ihrer Kamera passiert in der Regel Folgendes: Ihre Bilder werden sehr flau und es ist kaum etwas von dem satten Rot zu sehen, das den typischen Sonnenuntergang ausmacht.

Das Erste, was Sie tun sollten, ist, den automatischen Weißabgleich der Kamera zu deaktivieren. Dieser versucht nämlich, das Übergewicht an roten Farben aus dem Bild zu entfernen, womit dann leider auch die Stimmung verloren geht. Wenn Sie also nicht sowieso im RAW-Format fotografieren, wählen Sie als Weißabgleich die Einstellung „Tageslicht“ oder „Sonne“, also eine Farbtemperatur von zirka 5.800 bis 6.500 Kelvin. Die Abendsonne selbst hat eigentlich etwa 5.000 Kelvin, daher die Farbverschiebung zu Rot.

Weiterhin schalten Sie die Programmautomatik ab. Sie können wählen, ob Sie eine Zeit- oder Blendenautomatik verwenden möchten. In der Wahl der Messmethode für die Belichtungsmessung sind Sie relativ frei. Spotmessung ist wenig geeignet, aber Mehrbereichsmessung und auch die Integralmessung eignen sich gut. Sie sollten aber niemals die Sonne direkt anmessen, das Gesamtbild wird sonst zu dunkel. Messen Sie einen Punkt an, der etwa einen Sonnendurchmesser neben der Sonne liegt, oder das Objekt, auf dessen korrekte Belichtung Sie für dieses Motiv Wert legen. Die gemessene Belichtung speichern Sie dann mit der Taste für den Belichtungsmesswertspeicher.

Den Motivausschnitt wählen Sie erst, nachdem Sie die Schärfe und die Belichtung festgelegt haben. Sonnenuntergänge lassen sich übrigens auch sehr gut im manuellen Modus fotografieren. Die Digitaltechnik erlaubt Ihnen die permanente Bildkontrolle, sodass Sie sich schrittweise an das gewünschte Ergebnis herantasten können.

Erst wenn die Sonne wirklich tief steht, kommt die für Sonnenuntergänge typische Lichtstimmung auf. Wollen Sie einen Sonnenuntergang aufgrund besonderer Schattenverläufe oder Silhouetten vorher schon einfangen, müssen Sie mit der Belichtungskorrektur arbeiten. Je nach Sonnenstand kann es sein, dass Sie 2 oder mehr Blenden unterbelichten müssen, um die Rottöne zu verstärken oder den Dämmerungseffekt zu erreichen.

Der richtige Moment

Der klassische Sonnenuntergang ist meist eine Landschaftsaufnahme im Panoramaformat, auf dem die niedrig stehende Sonne zu sehen ist. Der Himmel ist in sattes Rot getaucht und der Vorgrund, sofern vorhanden, besteht aus schwarzen Silhouetten. Bedingt durch den hohen Kontrastumfang der noch immer sehr hellen Sonne und des nicht beleuchteten Vordergrunds, ist es kaum möglich, alle Bereiche des Bildes korrekt zu belichten. Entweder überstrahlt die Sonne oder die Schatten werden schwarz. Im Grunde ist ein Sonnenuntergang eine klassische Gegenlichtsituation mit tief stehender Sonne.

Tatsächlich sind Sie aber bei der Wahl der Motive kaum festgelegt. Ein Sonnenuntergang bietet ebenso viele Motive, wie zu jeder anderen Tageszeit auch. Sie müssen noch nicht einmal die Sonne mit im Bild haben, um die besondere Stimmung einzufangen.

Manchmal braucht es ein wenig Glück, um ein besonderes Motiv zu finden. Die einzigartige Kombination aus Wolkenformation und Farbe werden Sie nicht immer finden. Gerade am Meer und in Häfen werden Sie immer schöne Motive für einen gelungenen Sonnenuntergang finden. Entdecken Sie spontan so ein Motiv, sollten Sie nicht erst lange experimentieren. Machen Sie, sofern möglich, eine Aufnahme im RAW-Format. Denn die Lichttemperatur wechselt schnell und bereits in den nächsten Sekunden könnte dieser besondere Moment vorbei sein.

Zuhause können Sie dann später in aller Ruhe die Aufnahme optimieren, indem Sie die richtigen Kontraste und Farbtemperaturen herausarbeiten.

Sonnenuntergänge zu fotografieren, ist nicht schwer, wenn Sie die wenigen Grundlagen beherzigen. Ein wenig Mut zum abstrakten Motiv und ein wenig Freude am Experiment und Sie werden schnell Sonnenuntergänge zeigen können, die nicht jeder Fotograf im Portfolio hat.

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