Sportfotografie: Schwimmen

29. Juni 2012

Es gibt im Wasser nicht viele Sportarten, die so schnell und dynamisch sind wie der Schwimmsport. Grade bei öffentlichen Veranstaltungen und Wettkämpfen finden sich die unterschiedlichsten Sportler ein, die man sich vorstellen kann. Junge Wilde, athletische Jugendliche sowie bedächtige Oldies.

Aber es sind nicht nur die unterschiedlichen Menschen und deren Eigenarten, die die Schwimmsport-Fotografie zu einer echten Herausforderung machen. Sie ist auch deswegen so interessant, weil in diesem Genre die People-Fotografie auf die Sportfotografie trifft. Und dann sind da noch die Disziplinen und die äußeren Umstände, die einen Fotografen manchmal schier zur Verzweiflung treiben können. Damit Ihnen das nicht passiert, schauen wir uns an, worauf Sie besonders achten müssen, wenn Sie diese dynamische Sportart fotografieren möchten.

Wichtig für Sie als Fotograf sind − neben dem Umgang mit dem Equipment, auf das ich später noch zu sprechen komme − die Disziplinen: Freistil (allgemein als Kraul bezeichnet), Delfin (früher Schmetterling), Brust- und Rückenschwimmen.

Wenn Sie sich schon mal mit dem Schwimmsport auseinandergesetzt haben − und das sollten Sie unbedingt tun, wenn Sie diesen Sport ernsthaft fotografieren möchten −, werden Sie festgestellt haben, dass die einzelnen Disziplinen einen ganz unterschiedlichen Charakter besitzen. Der Freistil: Hektisch, schnell und dynamisch. Delfin: Edel, kraftraubend und ebenso elegant wie technisch anspruchsvoll. Brustschwimmen: Lang gezogene Schwimmzüge mit ebenso langen Tauchphasen. Rückenschwimmen: Nicht ganz so dynamisch wie der Freistil, aber mit genauso viel Wasserbewegung.

Diese Besonderheiten der einzelnen Disziplinen sind es, die der Fotograf neben dem Sportler im Bild festhalten sollte: Ein junger Athlet, der durchs Wasser pflügt, als würde er vom weißen Hai verfolgt, spritzendes Wasser und die Anstrengung und Konzentration, die ihm ins Gesicht geschrieben sind. Wenn Sie das alles gezielt auf einem Sportfoto einfangen können, wissen Sie, was Sportfotografie bedeutet.

Die Location und die Ausrüstung

Weiter geht es mit der Location und dem Licht: Wie ist das Becken aufgebaut? Findet die Veranstaltung in einem Freibad mit viel Licht statt oder handelt es sich um ein Hallenbad, in dem Sie zwangsläufig Ihren Aufsteckblitz verwenden müssen?

Wie bei allen anderen Sportarten, die fotografisch festgehalten werden, gilt auch beim Schwimmsport: Je näher, desto besser. Um es vorwegzunehmen: Mit kleinen Kompaktkameras kommen Sie bei dieser Sportart definitiv nicht mehr weiter. Hier sind Spiegelreflexkameras mit Wechselobjektiven angesagt. Lange Brennweiten mit lichtstarken Objektiven sind auch im Schwimmsport die beste Wahl. Je länger, desto besser.

Auch wenn Sie einen Blitz verwenden, sollte der ISO-Wert nicht höher als 800 sein. Glücklicherweise wirkt sich das viele Blau des Wassers positiv auf das Rauschverhalten aus, sodass auch bei schlechtem Rauschverhalten Ihrer Kamera die Bilder noch akzeptabel werden. Mehr als um eventuell störendes Bildrauschen sollten Sie sich allerdings um eingefrorene Wassertropfen und die Schwimmer selbst kümmern, die ein gutes Schwimmsportfoto ausmachen.

Was Sie auf keinen Fall vergessen sollten, ist, die Kamera zirka 30 Minuten vor dem Wettkampf vorzubereiten. Sie müssen sie den klimatischen Bedingungen der Schwimmhalle, der Wärme und der hohen Luftfeuchtigkeit aussetzen. Dadurch vermeiden Sie das Anlaufen und Beschlagen der Objektive, des Spiegels und sonstigen optischen Teilen, die das Bild später negativ beeinflussen könnten. Wenn Sie die Kamera vorbereiten, sollten Sie nicht vergessen, auch sich selbst fertig zu machen: Eine kurze Sporthose, Badeschlappen oder saubere Turnschuhe sowie leichte Oberbekleidung, zum Beispiel ein T-Shirt, sind unabdingbar.

Was das Spritzwasser angeht, so sollten Sie darauf achten, dass Ihre Kamera nicht unnötig viel davon abbekommt. Ein paar Wassertropfen machen den meisten Kameras nichts aus. Aber nicht jeder hat ordentlich abgedichtete Kameras und Objektive, die auch mal einen ganzen Schwall Wasser aushalten.

Die Aufnahmetechnik

Wenn Sie gelungene Aufnahmen erhalten möchten, sollten Sie auf einen leistungsfähigen Aufsteckblitz nicht verzichten. Auch wenn das Licht in der Schwimmhalle hell genug scheint, so schadet es auf keinen Fall, die Szene noch zusätzlich aufzuhellen. Denn in den meisten Schwimmhallen kommt das Licht von der Decke und nur beim Rückenschwimmen ist das Gesicht des Schwimmers ausreichend ausgeleuchtet, weil er dann nach oben schaut. In den meisten Fällen ist man also froh, dem Athleten noch etwas Licht mitzugeben. Hier brauchen Sie keine Angst zu haben, den Sportler zu stören. Die Schwimmer bekommen in ihrer Konzentration kaum mit, dass sie fotografiert werden, und dass es ab und an einmal blitzt, wird selten registriert.

Von irgendwelchen Filtern würde ich Ihnen abraten. Die meisten Filter rauben Ihnen nur wertvolles Licht und bringen in dieser Aufnahmesituation kaum Verbesserungen mit sich. Sinnvoller ist es, eine Gegenlichtblende auf das Objektiv zu schrauben. So ist die Linse ausreichend gegen Wasser und vor allem gegen Stöße geschützt.

Die Kamera ist bereit, der Blitz aufgesteckt und aufgeladen. Der Schwimmer steht auf dem Startblock und der Startrichter lässt die Trillerpfeife losschrillen. Jetzt muss alles sehr schnell gehen. Ein 100-Meter-Freistillauf dauert zirka 1 Minute. Der Schwimmer kommt in dieser Zeit viermal an Ihnen vorbei, wenn es sich um ein 25-Meter-Becken handelt. Sie haben somit auch nur 4 Chancen, den Schwimmer ordentlich abzulichten, und das auch nur dann, wenn er wechselseitig atmet. Rücken und Freistil können Sie hervorragend von der Seite des Beckens aus fotografieren, Delfin und Brust sind jedoch von vorne fotografiert am eindrucksvollsten. Also informieren Sie sich immer über die Abfolge der Disziplinen, damit Sie die beste Aufnahmeposition wählen können.

Mit offenen Blenden und kurzen Belichtungszeiten lassen sich so sehr schöne Sportbilder erstellen. Stellen Sie die Kamera ruhig auf eine Zeitautomatik (A oder Av) ein, wählen Sie die Blende vor und lassen Sie die Kamera die Belich- tungszeit ausrechnen. Aber Achtung: Bereiten Sie den Blitz auf kürzeste Belichtungszeiten vor. Sie arbeiten hier mit Verschlusszeiten von 1/1000 Sekunde und kürzer, die der Blitz sonst nicht schafft. Bei der Bildgestaltung ist Ihnen freie Hand gelassen. Sie können Ihre Kreativität ausleben, wie Sie es möchten und bevorzugen. Normal ausgeleuchtete Bilder oder Gegenlichtaufnahmen, eingefrorene Bewegungen oder dynamische Bewegungsschlieren − alles ist möglich.

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